Bürgerversammlungen

Im Sittenbachtal purzeln die Rekorde

Wohnen auf dem Land ist angesichts der niedrigeren Grundstückspreise wieder „in“. So herrscht in Kirchensittenbach im Neubaugebiet „Mühlgasse“ ein regelrechter Bauboom. | Foto: E. Bodendörfer2018/12/baugebiet.jpg

KIRCHENSITTENBACH – So viele Einwohner wie seit Langem nicht mehr, so viele Kindergartenkinder und so schnelles Internet wie noch nie sowie eine sehr niedrige Pro-Kopf-Verschuldung von gerade mal nur noch 80 Euro: Mit lauter Rekordzahlen konnte Bürgermeister Klaus Albrecht bei den neun sehr gut besuchten Bürgerversammlungen in der Gemeinde Kirchensittenbach aufwarten.

2069 und damit 40 Personen mehr als 2017 sind mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde gemeldet. Dieses Plus ist unter anderem bedingt durch die rege Bautätigkeit. Von 16 Bauplätzen im Gebiet Mühlgasse in Kirchensittenbach sind bis auf zwei alle weg, die vier Parzellen in Unterkrumbach sind schon länger verkauft.

Vor allem junge Familien ziehen in die neuen Häuser. Das ist neben der zunehmenden Berufstätigkeit der Mütter auch im Kindergarten deutlich zu spüren. Die Zahl der Krippenkinder ist im Vergleich zum Vorjahr von 10 auf 16 gestiegen, die Zahl der Kindergartenkinder von 52 auf 58 und die Zahl der Hortkinder von 35 auf 40. Für Letztere hat sich die Situation durch den Neubau des Horts, der in diesem Jahr eingeweiht wurde, entspannt. Nicht so im Kindergarten.

Dort wird im kommenden Jahr angebaut. Vorübergehend muss ab 7. Januar eine 17-köpfige Gruppe mit ihren Erziehern in die Pfarrscheune ausweichen, wo früher der Kindergarten untergebracht war. „Als Alternative hätte es nur eine teure Containerlösung gegeben“, erklärte Albrecht und dankte den betroffenen Familien schon jetzt für ihr Verständnis. Die Zahl der Grundschüler ist mit 76 nahezu konstant geblieben.

Seit auf der Burg Hohenstein Eheschließungen möglich sind, ist auch deren Zahl angestiegen. So gaben sich in diesem Jahr bislang 14 Paare in der Gemeinde Kirchensittenbach das Ja-Wort. Die Zahl der Geburten ist von sieben auf elf gestiegen und es gab 14 Sterbefälle.

Hebesatz angehoben
Der Hebesatz für die Grund- und Gewerbesteuer wurde in diesem Jahr auf 310 von Hundert angehoben. Die Grundgebühr für Wasser liegt bei 49,20 Euro und für Kanal bei 37,20 Euro, in einigen Dörfern etwas niedriger. Der Kubikmeter Wasser kostet zwischen 0,55 Cent und einem Euro, für einen Kubikmeter Abwasser sind zwischen 1,20 und 1,40 Euro zu berappen. Der Schuldenstand ist weiter gesunken auf 164  000 Euro.

Fertig gestellt wurden 2018 der Hort, die Kläranlage bei Unterkrumbach und die Erschließung des Baugebiets Mühlgasse sowie der zweite Bauabschnitt des Naturerlebnisgartens, der laut Bürgermeister Albrecht auch von Auswärtigen gerne aufgesucht wird und noch weiter ausgebaut werden soll. Und auch der Breitbandausbau in der Gemeinde konnte abgeschlossen werden, so dass bis zum Jahresende alle Bewohner in den Genuss des schnellen Internets kommen können.

Die Wasserversorgung in den Orten, die nicht an den Zweckverband Riegelsteingruppe angebunden sind, wird derzeit auf den Prüfstand gestellt. In extremen Sommern wie diesem werde deutlich, dass man sich nicht mehr nur auf eine Quelle verlassen könne, so der Bürgermeister. Das Wasserwirtschaftsamt fordert schon seit Längerem ein Verbundsystem, damit garantiert ist, dass jederzeit Wasser zur Verfügung steht, selbst wenn einmal eine Quelle ausfällt. Dieses Thema wird im kommenden Jahr verstärkt angegangen.

2019 stehen auch einige Straßensanierungen an. Im Sommer wird wohl die Straße in Steinensittenbach, die Richtung Frohnhof führt, im Rahmen einer kleinen Dorferneuerung erneuert. Beim Kreuzungsumbau in Algersdorf steckt die Gemeinde noch in der Planungsphase.

Das Gemeindeentwicklungskonzept, eine Art Fahrplan für die nächsten 15 bis 20 Jahre, wird im Frühjahr vorgestellt. Danach wird der Gemeinderat eine Prioritätenliste erstellen mit den Maßnahmen, die als erste durchgeführt werden können.
Klaus Albrecht hob in den Versammlungen immer wieder auch das ehrenamtliche Engagement vor allem in den Vereinen und die Spendenbereitschaft hervor, ohne die viele Dinge in der Gemeinde nicht möglich wären.

Voll des Lobes war er auch für die Ortsfeuerwehren und die neu gegründete Jugendfeuerwehr mit bereits 18 Mitgliedern. Für die Kinder und die Jugend soll es im nächsten Jahr ein Ferienprogramm geben, das Vereine oder Firmen gestalten. Interessenten, die einen oder mehrere Programmpunkte anbieten könnten, sollen sich bei der Gemeindeverwaltung melden.

Aber es gibt natürlich auch einige Dinge zu bemängeln. Leidige Themen sind Abfälle, die neben die Glascontainer gestellt oder gleich in Wald und Flur illegal entsorgt werden, sowie Hundekot auf Sport- und Spielplätzen und entlang des Radwegs. Auch dieser selbst war immer wieder ein Thema. Wann er denn endlich bis Hersbruck fortgeführt werde? Albrecht will hier ebenso weiter am Ball bleiben wie beim seit Jahren dringend geforderten Ausbau der Staatsstraße durchs Sittenbachtal.

Weiter bat der Bürgermeister darum, keine Feuchttücher in die Toilette zu werfen. Diese seien regelrechte „Pumpenkiller“ an der Kläranlage. Und er bat auch um Verständnis, wenn bei Schneefall der Räumdienst nicht sofort überall sein kann.

N-Land Elke Bodendörfer
Elke Bodendörfer