Bilder aus Kindertagen

Das größte Bild misst stolze 1,80 mal 2,60 Meter: Walter Bauer (Mitte) erklärt den Galeristinnen Astrid Scholz und Judith Schönhöfer (li. ) seine Technik. Burgherr Georg Maul und Ehefrau Gertraud sowie der amtierende Schäufelekönig hören zu. Foto: A. Schneider2011/06/Bauer.jpg

HERSBRUCK – Der Blick auf Burg Hohenstein hat sich Walter Bauer eingeprägt — eine intensive Erinnerung aus den Kinder- und Jugendjahren. In der Scholz Galerie hat der PowerPainter der imposanten Felsburg, die stets weithin im fränkischen Jura zu erkennen ist, nun ein Denkmal gesetzt.

„Ich bin eigentlich mitten im Herzen von Nürnberg, in der Hans-Sachs-Gasse, groß geworden. Aber da meine Mutter von den Kriegserlebnissen noch traumatisiert war, haben wir ein zweites Standbein außerhalb gesucht und 1966 in Entmersberg, westlich von Hohenstein, gefunden“, berichtet Bauer von seiner ersten Begegnung mit dem mittelalterlichen Gemäuer, das ihn bis heute so nachhaltig beeindruckt. Bei gutem wie schlechtem Wetter lockt ihn die Burg: „Ich habe in unserem Garten ein Fernrohr so aufgestellt, dass ich sogar bei Nebel Sicht auf die Burg habe“, verrät der Künstler.

Die Verbundenheit zum Sittenbachtal schlägt sich auch in Bauers Künstler-Biographie nieder. Nur so kam etwa der Kontakt mit der Künstlerin Anna M. Scholz zustande, die als Galeristin später auch seine Werk-Kataloge verlegte. Deshalb hat sich in die aktuelle Ausstellung „Rund um den Hohenstein“ auch ein aussagekräftiges Portrait der inzwischen verstorbenen Scholz Galerie Betreiberin geschlichen. Eine Verbeugung vor der Gönnerin.

Alle übrigen Bilder widmen sich in verschiedenen Facetten und Blickwinkeln der Burg Hohenstein und ihrem überwältigenden Rundblick. Ein echter Blickfang ist das größte Bild der Schau: Hinter einem Kornfeld, gespickt mit kräftig-roten Mohnblüten, erhebt sich majestätisch der steil aufstrebende Dolomitfels mit der Burg. Beeindruckende 1,80 mal 2,60 Meter misst die Leinwand. „Das ist das größt-mögliche Format, das in die Scholz-Galerie hineingeht“, erzählt Bauer augenzwinkernd. Er hat die Möglichkeiten extra ausgemessen, ehe es mit dem Malen losging. „Am Liebsten würde ich alle meine Bilder so großformatig malen, doch die wenigsten Leute haben Platz für solche Bilder“, so Bauer bedauernd. Darum bietet seine Ausstellung auch vielerlei Formate an: Seit März sind so an die 35 Arbeiten entstanden, 15 davon zeigt die Scholz Galerie noch bis zum 29. Juni, darunter auch drei- und vierteilige Bildserien.

Seinem Stil, dem „PowerPainting“, bleibt Bauer auch hier treu. Dabei bringt er in mehreren Schichten Ölfarbe auf die Leinwand. „An mancher Stelle ist die Farbe dann so dick, dass sie mehrere Monate trocknen muss“, verrät der Künstler. Aber gerade so entsteht ein ganz eigenes Raumgefühl von Nähe und Distanzen. Bauer, der in seinen Tierbildern auch immer wieder Zweideutiges verpackt, hat diesmal nur eine klare Message — „meine Liebe zur Region“. Die Botschaft kommt an, nicht zuletzt bei Schäufelekönig Waldemar Bogner sowie Georg und Gertraud Maul vom „Verschönerungsverein Hohenstein“: „Manches Bild ist fast schon Hohenstein in der Toskana“, schwärmt der „Burgherr“ Maul. Anna Schneider

Die Ausstellung „Rund um den Hohenstein“ ist in der Scholz Galerie, Hintere Schulgasse 1, jeweils sonntags 14 bis 16 Uhr und nach Vereinbarung zu sehen. Das Werkgespräch findet am Mittwoch, 20 Juli, 19 Uhr, statt.

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