Auf geht es zu den Märzenbechern

Bei der Wanderung auf den Spuren der Märzenbecher kommt man am Tetzelschloss in Kirchensittenbach vorbei. Foto: A. Geng2011/02/Wandertipp3.jpg

ALGERSDORF – Immer wieder werde ich gefragt, wo bei uns die Märzenbecher blühen. Seit einiger Zeit führt der Fernwanderweg „Fränkischer Gebirgsweg“ dort vorbei und dann kann ich den Fleck also auch verraten. Diese frühen Frühlingsboten, die sich in den Gärten heute schon zeigen blühen im Wald oberhalb von Algersdorf gegen Mitte März.

Start und Ziel: Kirchensittenbach. Weg und Zeit: ca. 3 ½ Stunden und 11 km. Einkehrmöglichkeiten: in Hohenstein, Stöppach und Kirchensittenbach. Parken: Am Erlenweg nahe dem Schul- und Sportgelände. Buslinie: 302 Hersbruck-Algersdorf.

Jetzt sind viele Wald- und Feldwege noch nass und matschig, deshalb führt die vorgeschlagene Wanderung teils auch auf festen Wegen. Der Talwanderung über Dietershofen folgt ein kurzer Aufstieg und nasser Weg zum „Märzenbecherwald“. Danach geht es hinauf zur Burg Hohenstein, dem Wahrzeichen unserer Hersbrucker Schweiz und zurück ins Sittenbachtal.
Von der Ortsmitte folgen wir dem „Fränkischen Gebirgsweg“ im Erlenweg bis zum Parkplatz unterhalb der Schule. Hier verlassen wir die Markierung, umgehen den Parkplatz rechts oder links und wandern ohne Zeichen an den Sportplätzen vorbei durch Weidewiesen nach Dietershofen. Dort geht es über die Brücke, gleich wieder links über den Sittenbach und mit der Straße kurz am Moosbach (Morsbrunner Bach) entlang. Gegenüber dem Haus Nr. 17 geht es, wieder mit dem Fränkischen Gebirgsweg, zwischen Haus Nr. 11 und Scheune durch hinaus in die freie Flur. Auf geschottertem Weg geht es an Obstbäumen vorbei durch die Wiesen nahe dem Sittenbach. Bald auf grasigem Weg an der Scheune vorbei auf den Jagdanstand. Danach sehen wir schon am Wald das große Sichtzeichen und dort beginnt der Aufstieg.

Oberhalb des zerfurchten Fahrweges führt der Pfad durch den Hochwald und durch einen Graben, den das jährliche Schmelzwasser geschaffen hat, steil aufwärts. Oben folgen wir dem ebenen Waldfahrweg rechts am Fichtenwald vorbei bis zu einer Wiesen-Lichtung. Hier gehen wir unterhalb der Baumbuschreihe entlang und dann links aufwärts, den Wald zur Rechten. Noch bevor die Wiese endet, steigen wir auf einem Pfad rechts im Wald hoch und wandern dann oben am Waldrand entlang. Bitte auf dem Weg bleiben! Schon hier können uns die ersten großen Schneeglöckchen, die bei uns „Märzenbecher“ heißen, begrüßen.

Während wir hier am Waldrand weiter gehen können wir am Weg und rechts im abfallenden Hangwald das weiß-grüne Blütenmeer dieser in unseren Wäldern selten vorkommenden Frühlingsboten bewundern, deren Blütezeit oft schon Ende Februar beginnt.

Auch nach dem Schild bleiben wir noch am Wald und gehen dann rechts unterhalb der Baumgruppe an der Wiese entlang zur nahen Straße. Dort stoßen wir auf weitere Zeichen und folgen mit schönem Burgblick, der Straße abwärts nach Algersdorf. In Algersdorf geht es den Sittenbach und links bis zum Mühlengelände, dann rechts hoch zur Straße Hormersdorf-Kirchensittenbach. Die Straße kreuzen wir vorsichtig schräg nach links und steigen dann hoch in den Wald. Nach dem Quellbrunnen trennen sich die Wege, die alle nach Hohenstein führen. Wir gehen hier mit dem roten Kreuz links steigen im Graben und dann neben dem Graben steil hoch.

Unten im Tal steht die „Obermühle“, wo der Tyrann gelebt haben soll, der seine Kinder zum Vatermord trieb, an den heute noch Roman und Film „Via Mala“ (mit Mario Adorf) erinnern.

Bald geht es durchs Unterholz, dann führt der Fahrweg am Lichtungsrand weiter aufwärts in den Buchenhochwald mit dem mächtigen Felsmassiv. Die nahe Autobahn macht sich durch Verkehrsgeräusche bemerkbar und schließlich endet der Wald. Wir sind in Hohenstein zu Füßen der malerischen Burg. Vor dem Gasthaus „zur Felsburg“ beginnt der Aufstieg zur Burg. Ist sie geöffnet, steht es am Zaun, ansonsten gibt es den Schlüssel im „Kramerlädla“ neben dem Gasthaus. Der Aufstieg lohnt schon wegen der umfassenden Aussicht. Nach dem ersten Tor steht rechts das ehemalige Pflegamtsgebäude und darüber, auf senkrecht aufragenden Dolomitfelsen die eigentliche Burg. Der Treppensteig führt links zu den Aussichtsfelsen und rechts  zum Burgeingang. Nach dem Durchgang kommen wir an der Kapelle vorbei in den Innenhof mit schönen Aussichtpunkten und zur sog. Ritterstube, mit alten Burgansichten und Wappen. Im Hauptgebäude führt eine schmale Treppe hoch zum Aussichtstürmchen. Anstelle des ehemaligen Bergfrieds steht heute nur noch das Glockentürmchen.

Nach dem Burgbesuch führt uns der MD-Weg die Straße abwärts bis zum Haus Nr. 14 (Schweineausleger), dann rechts ab (kurz auch Blaustrich) auf den Feldweg und in respektvollem Abstand von der Straße geht es durch Felder, an Obstbäumen entlang.

Am letzten Kirschbaum führt der mit Blaustrich markierte Obstangerweg geradeaus. Wir gehen links zur Straße und mit der Straße (bitte links gehen) im Bogen abwärts. Dann kreuzen wir vorsichtig die Umgehungsstraße und folgen der Straße geradeaus aufwärts. Etwa 600 Meter müssen wir jetzt auf der wenig befahrenen Straße in Richtung Stöppach durch den Hochwald wandern. Dann biegt die Straße links ab in die Ackerlichtung und wir steigen rechts neben der Lichtung auf geschottertem Fahrweg hoch zum Wald. Dann wandern wir auf bequemem Waldweg weiter, rechts Steilabfall.

Nach ca. 600 Meter nähern wir uns einer Lichtung. Hier, an der Wegkreuzung gehen wir links an der Kiefernzwiesel (Zwilling) vorbei und am rechten Fichtenwald entlang. Es geht es noch einmal kurz in den Wald, dann links herum und rechts hinaus auf die Felder. Mit herrlichem Blick auf das vor uns in einer Geländemulde liegende Juradorf Stöppach und die mit Waldmützen bestückte Albhochfläche bis zu den Höhen südlich von Hersbruck, geht es weiter. Der Feldweg schlängelt sich abwärts durch die Felder und führt dann an Obstbäumen vorbei nach Stöppach. Nicht abwärts zur Straße gehen!

Am Ort verlassen wir die bisherigen Markierungen, lassen das Dorf links unterhalb liegen und gehen mit Blaupunkt und dem Fränkischen Gebirgsweg, der hier aus Hersbruck kommt geradeaus, rechts am Trafohaus vorbei. Draußen in den Feldern biegt der Weg nach rechts und bei der Gabelung an den Feldhecken nehmen wir den rechten Weg geradeaus durch die freie Flur an Feldhecken entlang. Dann geht es kurz rechts und am Ackerende links allmählich abwärts zum großen Sichtzeichen an den Sträuchern vor dem unteren Wald.
Nach der zweiten Feldheckenzeile gehen wir rechts zum Wald und im Wald auf breitem holprigem Weg steil abwärts. Auf halber Höhe stoßen wir an einen Fahrweg und den blauen Strich des von Hohenstein kommenden Obstangerweges und gehen mit beiden Zeichen links.

Am Wendekreis können wir rechts oder links gehen und bald wandern wir auf ebenem Pfad durch den Hochwald unterhalb des Steilhanges mit dem mächtigen „Wachtfels“ entlang. Noch vor dem Schild „Wasserschutzgebiet“ biegt der Pfad rechts herum führt steil (rutschig) abwärts zu den Obstwiesen.
Der Wald endet und mit Blick auf Dietershofen und Moorsbrunn (oben) geht es durch die Streuobstwiesen hinunter nach Kirchensittenbach. Am Rathaus vorbei kommen wir zum Landgasthof Postwirt und zur Ortsmitte oder zum Parkplatz.

Kirchensittenbach ist der Hauptort des Sittenbachtales mit schönem Ensemble, Wehrkirche mit Torhaus und Frühmesserhaus. Im Gotteshaus erinnert das Hochgrab unter der Herrschaftsempore und der Grabstein mit Stammbaum nahe der Sakristeitüre an die Zeit als hier die Tetzel und später die Stromer residierten. Das von  Ziegeln gedeckter Mauer umgebene Schloss mit viergeschossigem Herrenhaus, Gesindehäusern, Scheunen und Stallungen gehört heute der „Jobst-Friedrich-Tetzel-Stiftung.

N-Land Albert Geng
Albert Geng