Hersbrucker Hirtentag am 6. Januar

Kamelritt am „Obersten“

Robert Vogel wird bei der Eröffnung mit seinem „Vogelhorn“ den Hersbrucker Hirtenruf hören lassen.2018/01/hirtentag.jpg

HERSBRUCK – Am „Obersten“, wie der 6. Januar hier auch genannt wird, fand in früheren Zeiten das Treffen der dienstbaren Rinder-Hirten über viele Jahrzehnte in Hersbruck statt. Mit dem lauten „Patschen“ der fränkischen Ringelpeitschen erfuhren bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts die Bürger lautstark von dieser Zusammenkunft. Das Hirtenmuseum erinnert mit dem Traditionsfest am kommenden Samstag zum 45. Mal an diese Ursprünge.

Um 11 Uhr eröffnet Bürgermeister Robert Ilg das Fest – musikalisch unterstützt durch den Hersbrucker Hirtenruf von Robert Vogel auf seinem originellen „Vogelhorn“, und mit „Patschen“-Vorführungen von Hermann Schmitt, dem Sohn des letzten Stadthirten, und von Thomas Geiger. Außerdem begrüßen die Sternsinger mit dem Brauch des Segen-Schreibens die Besucher. Dieses Jahr engagieren sich die Kinder an der weltweit größten Aktion: „Kinder sammeln für Kinder“ an Dreikönig.

Von 10 bis 17 Uhr können die Besucher, begleitet von traditionellen Volksmusikklängen, gemütlich durch einen vielfältigen Markt schlendern und auch spannenden Geschichten vom Alltag der Hirten lauschen.

Neben den drei heiligen Botschaftern gehören Kamele unbedingt zu Dreikönig – auch dieses Jahr besuchen die anpassungsfähigen Tiere den Hirtentag. Wer schon immer einmal auf einem Kamel reiten wollte, den tragen sie gelassen und erhaben durch den Museumsgarten.

Von Kunsthandwerkern und Händlern werden aufwendig hergestellte Arbeiten präsentiert: Goldschmiedearbeiten und Schmuck aus Silberbesteck, handgewickelte Unikate aus Murano-Glas, Reliefsteine sowie Gartenkeramik. Unentbehrlich in der kalten Zeit sind Lammfell und Wollprodukte, handgestrickte Socken, sowie Hüte, Mützen und Schals.

Die Gäste finden Spezialitäten wie feine Marmeladen, Käse, geräucherte Fische, Liköre, und manche Handwerker lassen sich bei Vorführungen gern über die Schulter schauen. Der Glasstadel macht Station mit einer mobilen Glaswerkstatt und lädt Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene ein, den Sonnenstrahl einzufangen.

Auf der Straße vor dem Museum knallen die Peitschen um 11 und 14 Uhr. Leiser, aber nicht weniger spannend wird es im Haupthaus im zweiten Stock in der Hirten-Abteilung: Um 12 Uhr gibt es einen kurzen geschichtlichen Vortrag zur Kultur der Hirten und um 15 Uhr erzählt Rainer Wölfel vom Naturschutzzentrum Wengleinpark Aktuelles über Kuh-Hirten und Hutanger im 21. Jahrhundert.

Zur Stärkung gibt es aus der Museumsküche deftige Speisen, warme Getränke und feine Kuchen sowie traditionell frisch gebackenes Festtagsgebäck aus der Pfanne.

Die Eintrittspreise betragen für Erwachsene vier Euro, für Familien acht Euro, ermäßigt 1,50 Euro.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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