Die Fassade bröckelt

Junges Eckentaler Gymnasium ist schon ein Sanierungsfall

Ärgerlich für den Landkreis Erlangen-Höchstadt: Das erst vor 18 Jahren gebaute Eckentaler Gymnasium braucht dringend eine drei Millionen Euro teure Fassadensanierung. | Foto: Johnston2017/11/Eckenta-Gymnasium-fassade.jpg

ECKENTAL — Als eine „sehr unerfreuliche Angelegenheit“ hat Landrat Alexander Tritthart Punkt 3 auf der Agenda des Kreisbauausschusses von Erlangen-Höchstadt bezeichnet: Gymnasium Eckental; Sanierung der Fassade stand da lapidar in den Sitzungsunterlagen. Der Missmut des Landrats rührt daher, dass das Gymnasium Eckental vor gerade mal 18 Jahren fertiggestellt wurde. Und schon wird eine aufwendige Fassadensanierung in Höhe von fast drei Millionen Euro notwendig.

Die Schäden waren im Zuge der Bauunterhaltsmaßnahmen im Frühjahr festgestellt worden. Daraufhin gab der Landkreis ein Schadensgutachten in Auftrag. Die Analyse der Fassadenelemente aus Faserzementplatten an der Längsseite ergab, dass die Fertigpaneele an der Außenhaut Brüche und Risse zeigten. Bei der Entnahme einer Platte wurde zudem festgestellt, dass diese im unteren Bereich komplett durchfeuchtet war. Das Gutachten stellte zudem fest, dass bei der hinterlüfteten Fassade Risse, abgebrochene Eckbereiche und fehlende Nieten zu bemängeln sind.

Kein Schadenersatz

Gleichwohl ergab eine baujuristische Prüfung, dass Schadensersatz­ansprüche gegenüber dem damaligen Architekturbüro und/oder der bauausführenden Firma wohl keine Aussicht auf Erfolg hätten. Dieter Ulm vom gleichnamigen Ingenieurbüro wurde daher mit der Ausarbeitung eines Sanierungskonzeptes beauftragt.

Das Ergebnis: An den Längsseiten muss die gesamte Fassade demontiert werden; die Pfosten-Riegel-Fassade wird ohne Wetterschale neu errichtet, zudem erhält die Fassade eine neue Unterkonstruktion, Stahlblech- und Alupaneele ersetzen den Faserzement. Die optisch veränderte Ansicht ist laut Dieter Ulm mit dem Architekten abgesprochen. Auch an den Giebelseiten wird die gesamte Fassade abgebaut. Die Sanierung kann in fünf Bauabschnitte untergliedert werden.

Mit dem ersten Bauabschnitt will der Landkreis 2018 beginnen und danach die Schäden sukzessive abarbeiten. Alexander Tritthart merkte an, dass man daran sehe, dass nicht immer die hochgelobten Wettbewerbssieger die besten Bauten erstellten, sondern dass man manchmal „besser auf Einfaches und Bewährtes zurückgreifen würde“. Dem widersprach allerdings Grünen-Rat Lutz Bräutigam: „Auch eine architektonisch ansprechende Fassade kann nachhaltig gebaut werden“.

N-Land Pegnitz-Zeitung
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