Alex de Minaur (18) besiegte Tennis-Altstar Tommy Robredo

Jugend schlägt Erfahrung

Setzte sich in zwei Sätzen gegen den erfahrenen Tommy Robredo durch: Der junge Australier Alex de Minaur. | Foto: Bertram Wagner2017/11/Alex-De-Minaur-faceb-ATP-Challenger-Eckental-Foto-Bertram-Wagner.jpg

ECKENTAL — Der Vorjahresfinalist ist weiter: Alex de Minaur setzte sich im Achtelfinale des ATP Challengers in Eckental gegen Routinier Tommy Robredo durch. Für das deutsche Duo Dustin Brown und Maximilian Marterer war im Doppel-Viertelfinale Schluss.

Nach dem „Marathon“-Spieltag am Mittwoch mit zehn Stunden begann gestern der vierte Turniertag des Hauptfeldes beim Watertechnology Cup auch mit einem Tiebreak. Dabei entschied der an Nr. 7 gesetzte Pole Jerzy Janowicz (Nummer 138 der Weltrangliste) den ersten Durchgang gegen den Niederländer Igor Sijsling (2010 Gewinner in Eckental) knapp für sich und legte damit den Grundstein für den Einzug (6:3) ins heutige Viertelfinale, bei dem sein Gegner bereits seit Mittwochnachmittag feststeht. Es ist kein Geringerer als der topgesetzte Ruben Bemelmans, der vor drei Jahren im House of Sports gewann und auch im Doppel in diesem Jahr wieder erfolgreich ist und im Halbfinale steht.

Apropos Doppel, auch hier herrscht hohes ATP-Niveau. Schade für die vielen fränkischen Fans, dass das Duo Dustin Brown/ Maximilian Marterer gegen Sander Arends und Roman Jebavy (Nummer Zwei) nicht die sportliche Überraschung schaffte. Dabei lagen die Deutschen im Tiebreak des zweiten Satzes ein Mini-Break vorne, kassierten dann aber vier Punkte in Folge und verpassten somit den „Champions“-Tiebreak.

Damit bewahrheitete sich wieder einmal, dass zwei sehr gute Einzelspieler noch kein Spitzen-Doppel sind. Vor allem Brown wirkte in vielen Phasen zu ungeduldig. So können sich die beiden Asse auf die Einzelkonkurrenz konzentrieren, während das Augenmerk ihrer Bezwinger dem Doppelwettbewerb gilt, was ihnen deutlich anzumerken war. Diese niederländisch-tschechische Kombination gilt als Titelanwärter.

Ein Generationen-Duell der besonderen Art bescherte das Achtelfinale: Ein 18-Jähriger forderte einen 35-Jährigen heraus, der einst Stammgast in den Top Ten war und als beste Platzierung Nummer Fünf aufweist, oder anders ausgedrückt: Alex de Minaur gegen Tommy Robredo. Und die Luft im House of Sports scheint dem Youngster gut zu bekommen. Im Vorjahr spielte er sich durch die „Quali“, sorgte im Hauptfeld für viel Furore und wurde erst im Finale von Steve Darcis gestoppt.

Robredo, der seit 1998 im Profi-Geschäft ist und bereits über 13 Millionen Dollar an Preisgeld kassiert hat, liegt auf der ATP-Weltrangliste zwar über 30 Ränge vor dem Australier (151/183), musste aber von Beginn an bei jedem Service hart kämpfen, während der Jung-Profi (seit 2015) sich meist lockerer durchsetzte und mit präzisen Schlägen und Laufstärke überzeugte. Knapp 100 Minuten dauerte der interessante Schlagabtausch, den der in Spanien lebende Australier in zwei Sätzen gewann.

Am heutigen Freitag (Spielbeginn 12 Uhr) herrscht wieder Großkampftag im House of Sports: Vier Viertelfinals versprechen hochklassiges Tennis und Spannung beim 43 000 Euro-Challenger-Turnier, das im Gegensatz zum Vorjahr nicht vom „Favoritensterben“ geprägt ist. Bis zum späten Donnerstagnachmittag mussten mit Yannik Hanfmann und Lukas Lacko erst zwei der acht Gesetzten frühzeitig ihre Koffer packen.

Am Donnerstagnachmittag setzte sich Matthias Bachinger im deutschen Achtenfinale gegen Dustin Brown mit 6:0 und 6:4 durch. Zweiter Deutscher im Viertelfinale ist Maximilian Marterer. Der gebürtige Steiner besiegte den Italiener Simone Boletti in drei Sätzen (7:6, 6:7, 3:6).
Bertram Wagner

N-Land Pegnitz-Zeitung
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