Kirchweih endet heute

In Osternohe geht‘s ab

Es brauchte schon einiges an Muskelkraft, um den 27 Meter hohen Kirwabaum in die Senkrechte zu befördern. | Foto: Schuster2018/05/kirchweih-osternohe-us-baumaufstellen.jpg

OSTERNOHE — Eine der ersten Kirchweihen im PZ-Gebiet begann am Pfingstsonntag in Osternohe. Über 60 Kirwaboum und -madler organisierten und halfen tatkräftig mit und freuten sich darüber, dass die Gäste nur so zum Festzelt beim Feuerwehrhaus strömten.

Beim Aufstellen des Kirwabaums bewiesen die jungen Burschen am Samstagnachmittag, dass sie über reichlich Muskelschmalz verfügen. Das Kommando beim Aufstellen hatte Frank Wittmann. Die rund 27 Meter hohe und 42 Jahre alte Fichte hatten die Kirwaburschen aus dem Staatswald vom Hienberg geholt – spendiert von den Bayerischen Staatsforsten. In der Vorbereitung hatten die Kirwamadler zwei große Kränze gebunden, die nun in luftiger Höhe mit den rot-weißen Bänden hängen.

Heide Greysinger, die seit 54 Jahren in Osternohe zu Hause ist, hat das Aufstellen am Samstag zum ersten Mal beobachtet. „Bisher hatte ich nie Zeit gefunden, aber ich war schon beeindruckt, was unsere Kirwaboum da leisten – es ist ja auch nicht ganz ungefährlich“, sagte sie.

Die Kirchweih unter dem diesjährigen Motto „Kirwa is‘ wie a Baustelln“ startete am Sonntag mit dem Weißwurstfrühschoppen, zunächst umrahmt von den Liedern des Gesangvereins Osternohe, bevor Barney auf seiner „Quetschn“ zünftige Kirwamusik aufspielte.

Daniel Taufer von den Kirwaboum begrüßte am Abend die Gäste und Ehrengäste sowie die Kirwaboum aus der Umgebung, die zahlreich zur 44. Kirwa erschienen waren, und dankte den Sponsoren. Bürgermeister Frank Pitterlein erledigte das Anzapfen des ersten Bierfasses routiniert mit zwei Schlägen. Die Neumarkter Band „Moosbüffel“ heizte die Stimmung mit Hits aus der Alpenrockszene, wie „Brenna tuats guat“ oder „Haberfeldtreiber“ schnell an, sodass einige bald das Tanzbein schwangen.

Besucher strömten zum Zelt

Im Zelt und insbesondere an der Bar drängten sich die vorwiegend jüngeren Gäste. Ein Durchkommen war fast unmöglich. Aber auch auf der gesperrten Straße vor dem Festplatz in der Ortsmitte standen Besucher in Gruppen dicht an dicht. Und nicht nur Sabrina Silbermann aus Leinburg war da beeindruckt, was die jungen Kirwaleut‘ hier für ein Fest auf die Beine stellen.

Am Sonntagabend platzte nicht nur das Zelt aus allen Nähten, auch davor drängten sich die Gäste. | Foto: Schuster2018/05/kirchweih-osternohe-us-abends-party.jpg

Der Osternoher Peter Stütz sorgte mit seinem Food-Truck „Bar-Bee-Q“ bereits im dritten Jahr für das leibliche Wohl. Seit 15 Jahren schon ist Reinhold Singer aus Weißenohe bei der Kirchweih mit seinem Fischstand vertreten. Viele Osternoher freuen sich schon vorher auf die Fischbrötchen und Makrelen.

Woher das Wort Kirchweih im Ursprung stammt, daran erinnerten traditionsgemäß die Kirwamadler und -boum mit der Teilnahme am Kirchweihgottesdienst am Pfingstmontag. Im Anschluss traf man sich wieder vor dem Kirchweihzelt, wo der Osternoher Posaunenchor spielte. Die jüngsten Gäste konnten zwischen Schiffschaukel und Schießbude sowie anderen Buden gefahrlos auf der gesperrten Dorfstraße herum toben.

Am Abend folgte dann das Baum­austanzen als Highlight. Im Anschluss stand „5 Star“, eine Band aus Oberfranken auf der Bühne. Partyrock, Charts, Stimmungsmusik aber auch Klassiker der Musikgeschichte hatten sie im Repertoire.

Die Anwohner sind stolz auf ihre Osternoher Kirchweih. So auch Andreas Deininger, der in der Nähe des Festzelts wohnt. „Ohne Kirwa würde mir etwas fehlen“, sagt er. Ihn und auch die anderen Nachbarn stört die Kirwa nicht. „Wir wissen um die laute Musik, die alljährlich um Pfingsten aus dem Zelt dröhnt“, so der allgemeine Tenor der Anwohner.

Der letzte Kirchweihtag am heutigen Dienstag startet um 10 Uhr mit dem Rettich-Frühschoppen. Ab 15.30 Uhr steht das Eilwagenfahren auf dem Programm und am Abend wird mit der Band „Fake Point“ noch einmal der Bär los sein – das haben die Kirwachefs, Daniel Taufer, Florian Wittmann und Maximilian Loos, fest versprochen.

N-Land Udo Schuster
Udo Schuster