Röthenbach feiert Kirchweih

Im Zickzackkurs zur Kirchweiheröffnung

Dagmar Scholz vom Vereinskartell, Blumenkönigin Anna-Lena Neuner und Bürgermeister Klaus Hacker (von links) stoßen beim Bieranstich an. | Foto: Brinek2017/08/rothenbach-kirchweih-blumenfest-bieranstich-hacker-haala-neuner-bri.jpg

RÖTHENBACH — Die Stadtkapelle hat die fünf Kirchweihtage in Röthenbach am Freitagabend mit dem traditionellem Standkonzert vor dem Rathaus eröffnet. Der anschließende Festzug zum Kirchweihplatz musste allerdings auf den letzten Metern einen Zickzackkurs einschlagen.

Wegen der Terroranschläge mit Lastwagen gelten auch in Röthenbach besondere Sicherheitsvorkehrungen. Die Kommune hat den Festplatz am Alten Kirchenweg mit zwei Barrieren aus schweren Sandsäcken gesichert, an welchen die Stadtkapelle und die Teilnehmer des sich anschließenden Festzugs erst einmal vorbeimarschieren mussten.

Zuvor hatten sich etliche Röthenbacher, Ehrengäste und Delegationen aus den beiden Partnergemeinden Bad Gleichenberg und Les Clayes-sous-Bois vor dem Rathaus eingefunden, um dem Standkonzert zu lauschen. Der Marsch zum Festzelt zu schneidigen Klängen der Stadtkapelle wurde von vielen Schaulustigen mit spontanem Applaus begleitet.

Vor dem Bieranstich schlängelte sich ein Festzug vom Friedrichsplatz zum Zelt, angeführt wie immer von der Stadtkapelle. | Foto: Brinek2017/08/standkonzert-kirchweih-stadtkapelle-rothenbach-blumenfest-bri.jpg

Nach der Begrüßung der Ehrengäste im Festzelt verkündete Bürgermeister Klaus Hacker die von vielen erwartete Botschaft: „Die Blumen für das Blumenfest sind eingetroffen und von bester Qualität.“ Denn die Hauptattraktion am Röthenbacher Kirchweihwochenende sei der Blumenfestzug am Sonntagnachmittag. Die schönsten Eindrücke vom Blumenfest gibt es in unserer Bildergalerie

Bieranstich in freundlicher Atmosphäre

Gemeinsam mit Anna-Lena Neuner, der Blumenkönigin, und Dagmar Scholz, der Vorsitzen­den des Vereinskartells, schritt der Bürgermeister zur Tat. Souverän zapfte er das erste Fass der diesjährigen Kirchweih an. Festwirt Karlheinz Leider hatte eine freundliche Atmosphäre im Zelt geschaffen.

Stephan Weber vom Bierlieferanten, der Brauerei Wolfshöhe, nahm die Gelegenheit wahr, um den Gästen zu versichern, dass sein Bier in Ordnung sei. Es könne bedenkenlos getrunken werden. Dafür verbürge er sich. Wolfshöher hatte, wie von der Pegnitz-Zeitung berichtet, am Wochenende zuvor etliche Biersorten sowie Wasser in 0,5-Liter-Flaschen zurückgerufen. Laut Landratsamt konnte der Betrieb nicht nachweisen, dass keine Fremdkörper oder Schadstoffe in den Flaschen waren. Inzwischen wird in einer anderen Brauerei abgefüllt.

Hacker wünschte den Festgästen einen harmonischen Verlauf aller Veranstaltungen, gutes Kirchweihwetter und viel Freude mit den „Frankenrebellen“. Die Stimmung war bestens und der Eröffnungsabend somit ein verheißungsvoller Auftakt für die weiteren vier „tollen Tage“ in Röthenbach.

Spaß und gute Laune beim Rentner- und Seniorennachmittag

Auch dieses Mal war der Seniorennachmittag auf der Röthenbacher Kirchweih wieder ein Renner. Für viele ältere Einwohner ist der Dienstagnachmittag bei der Röthenbacher Kirchweih ein Höhepunkt im Jahreskalender und entsprechend herzlich fielen die Begrüßungen der früheren Arbeitskollegen oder Bekannten aus. Wobei man öfter die nicht unbedingt galante Frage hörte: „Ja gibt’s denn Dich a nu?“. Bei einem Bierchen und Brezen ließen die Besucher alte Zeiten wiederaufleben.

Das Röthenbacher Kirchweihfestzelt war bereits gegen 14 Uhr gut gefüllt und das Freibier und die Brezen fanden reißenden Absatz. Die Stadt Röthenbach spendierte auch in diesem Jahr jeder Seniorin und jedem Senior eine Halbe und das Vereinskartell stiftete die Brezen dazu. Für besonders durstige Kehlen wurden weitere Getränke zum Sonderpreis angeboten und auch großer Hunger konnte zu Vorzugspreisen gestillt werden.

Die beiden Musiker der „Langenzenner Pflaumen“ sorgten mit alten Schlagern und eigenen „fränkisch“ umgedichteten Texten für das entsprechende Wohlfühlambiente. In Anlehnung an das Lied von der „Fleischereifachverkäuferin“ von Michl Müller, dem bekannten Humoristen aus der Fränkischen Fastnacht in Veitshöchheim, sangen die beiden zum Beispiel „Gib zum Abschied noch a Scheibe Gelbwurst ….“ und trafen damit genau den Humor der älteren Herrschaften.

Beachtlich war auch, dass über 80 Bewohner des Alten- und Pflegeheims „St. Michael“ mit ihren Betreuern bei der Veranstaltung vertreten waren, wovon einige sogar ein Tänzchen wagten. Röthenbachs Bürgermeister Klaus Hacker brachte es auf den Punkt, als er behauptete: „Unsere älteren Mitbewohner kommen gerne zu diesem Nachmittag. Das ist für sie eine willkommene Abwechslung. Genauso gerne kommen wir von der Stadt um ihnen ein bisschen Freude zu bereiten.“

 

N-Land Hans Brinek
Hans Brinek