Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung

Hohe Auszeichnung für Stromerstiftung

Die behutsame Restaurierung des Burg-Ensembles durch die Stromer‘sche Stiftung wird mit dem Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung belohnt. 20.000 Euro ist der Wert. | Foto: Spandler2017/07/burg-gruensberg2.jpg

GRÜNSBERG – Die Stromer‘sche Kulturgut-, Denkmal- und Naturstiftung unter der Federführung von Rotraut von Stromer-Baumbauer wird in diesem Jahr durch den seit 1986 bestehenden Denkmalpreis der Hypo-Kulturstiftung ausgezeichnet.

Der Preis wird für zivilgesellschaftliches Engagement in der Denkmalpflege in Bayern vergeben. Die Stromersche Stiftung ist einer von zwei Preisträgern, die aus 50 Objekten von der Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr.-Ing. Uta Hassler für vorbildliches konservatorisches Engagement ausgewählt wurde und dafür eine Preissumme von 20.000 Euro erhält.

Die Burg Grünsberg gehört zu den herausragenden Kulturdenkmälern Mittelfrankens und ist ein Musterbeispiel sorgfältiger konservatorischer Aktivitäten über einen langen Zeitraum hinweg: Die Anlage spiegelt gesamtdeutsche Kulturgeschichte wider, das Ensemble besitzt überragende kulturhistorische Bedeutung und ist in seltener Vollständigkeit erhalten geblieben.

1231 erstmals erwähnt

Die Burganlage südwestlich von Altdorf wurde in staufischer Zeit erbaut und 1231 erstmals urkundlich erwähnt. Sie ist seit dem 16. Jahrhundert Sitz Nürnberger Patrizier, mit der Gebäudegruppierung mit innerem und äußerem Burghof wurden Idealvorstellungen mittelalterlicher Burgen weitergeführt. Zerstörungen, Wiederaufbauten und Erweiterungen haben die heutige Baugestalt geformt: Bei der Einnahme durch Nürnberg 1504 wurde der Palas stark beschädigt und nur notdürftig repariert, der Wiederaufbau erfolgte bis 1561 in Formen der Renaissance.

Zwischen 1717 und 1720 erfuhr der Palas eine Barockisierung mit hervorragendem Stuck von Donati Polli und Kreuzstockfenstern mit Venezianer Tellerscheiben. Die reiche historische Ausstattung ist geschlossen erhalten. Seit 1750 befindet sich das Schloss im Besitz der Familie Stromer von Reichenbach. 1993 wurde die Burganlage mit dem gesamten historischen Inventar in eine Familienstiftung überführt, die Stromer´sche Kulturgut-, Denkmal- und Naturstiftung.

Rotraut von Stromer-Baumbauer, die ihre Kindheit in der Burg verbrachte, führt das familiäre Erbe fort. Sie ist heute federführend in der Stiftung tätig. Sie kümmert sich seit vielen Jahren kontinuierlich um die Instandhaltung, obgleich die finanzielle Belastung dabei bis an die Grenzen des Möglichen geht. Öffentliche Fördergelder boten Unterstützung.

Generalsanierung in drei Abschnitten

Seit 1997 erfolgte die Generalsanierung in drei Abschnitten: 1. Bauabschnitt (1997-2002) 2. Bauabschnitt (2005-2009) 3. Bauabschnitt (2015 bis Frühjahr 2017).

Die Familie Stromer und viele ehrenamtliche Helfer arbeiten an der Wiederherstellung und Pflege vieler Bauteile und der Außenanlagen. Aktuell ist die Sanierung der barocken Quellfassung der Sophienquelle geplant. Die Burg ist öffentlich zugänglich für Konzerte und Führungen.

Die Hypo-Kulturstiftung vergibt den Denkmalpreis heuer zum 32. Mal für besonderes privates Engagement zum Erhalt wichtiger kultureller Werte. Nebean der Stromer‘schen Kulturstiftung wurde Elisabeth von Elmenau für das Haus Bullachberg in Schwangau, Landkreis Ostallgäu, ausgezeichnet. „In diesem Jahr seien besonders Objekte beeindruckend gewesen, die sich durch langjähriges Engagement der Eigentümer und pflegerische Konzepte auszeichnen“, stellte Uta Hassler fest. In den beiden honorierten Fällen sei auf Ertragsmaximierung durch Vermarktung verzichtet worden.

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