Rolf Markmann aus Speikern fotografiert alte Wagen

Historische Rennautos im Fokus

Rolf Markmann mit einem seiner Fotobücher.2017/08/markmann-speikern-fotos.jpg

SPEIKERN — Historische Rennautos aus den Vorkriegsjahren sind die große Leidenschaft von Rolf Markmann aus Speikern. Doch er sitzt nicht etwa selbst hinterm Steuer, er nennt auch keines der sündhaft teuren Modelle sein Eigen: Markmann fotografiert die Wagen und reist dafür zu den verschiedensten Rennen quer durch Europa. Aktuell werden seine Fotos in Schwabach gezeigt, ab Ende Oktober sogar in Berlin.

Etwa fünf Mal im Jahr packt der 59-Jährige seine Koffer und folgt dem Ruf von Bugatti, Mercedes, Maserati, Alfa Romeo und Co. Dann reist er mit Bekannten, von denen einige selbst Oldtimer besitzen, zu historischen Autorennen, etwa zum Grand Prix Historique nach Monaco oder zum Goodwood Revival nach Südengland. Mit seiner Kamera, einer Canon EOS 5D Mark III, kommt er den Fahrzeugen ganz nah, die zumeist in den Dreißiger Jahren gebaut wurden und von denen einige bis zu fünf Millionen Euro wert sind. „Unter einer Million ist da keiner dabei. Aber übers Geld wird auf solchen Veranstaltungen nicht gesprochen“, sagt Markmann.

Vor dem legendären „Hotel de Paris“ in Monaco entstand dieses Rennmotiv. Rolf Markmann darf mit seiner Kamera direkt an die Strecke. | Foto: Markmann2017/08/markmann-monaco-hotel-de-paris.jpg

Entpannter als bei Formel1

Überhaupt geht es deutlich entspannter zu, als etwa in der Formel 1. „Ich darf mit meiner Kamera eigentlich überall hin“, erzählt der Speikerner. So lichtete er zum Beispiel etliche Rennautos in Monaco direkt vor dem legendären „Hotel de Paris“ ab. Gerade einmal 20 Sekunden langsamer als die modernen Formel 1-Flitzer seien die „Oldies“ pro Runde unterwegs, „die fahren am Limit“. Allerdings dauern die Rennen selten länger als eine halbe Stunde. „Mehr halten auch die Fahrer nicht durch“, meint Rolf Markmann schmunzelnd, schließlich seien darunter „viele grauhaarige Herren“. Die Rennfahrerlegende Stirling Moss oder den ehemaligen Formel 1-Piloten Jochen Maas hat Rolf Markmann in Monaco bereits getroffen.

Auch Besucher sind „retro“

Noch mehr als die Rennen im Fürstentum hat es Markmann aber das Goodwood Revival angetan. Denn dort sind nicht nur die Autos „retro“, auch Besucher und Personal werfen sich komplett in historische Outfits. Für den passionierten Fotografen, der eigentlich Zahntechniker von Beruf ist, bieten sich in dieser Kulisse jede Menge dankbare Motive. „Da herrscht ein ganz besonderes Flair.“ Die Leidenschaft fürs Fotografieren hatte Rolf Markmann nach eigenem Bekunden schon immer, das Rennfieber entbrannte bei ihm, als ihn der Onkel mit zu Autorennen nahm.

Kurz vor dem Start beim Goodwood Revival in Südengland: Auch Besucher und Helfer sind hier historisch gewandet. | Foto: Markmann2017/08/markmann-goodwood-start.jpg

Aus den Bildern, die er von den Veranstaltungen mitbringt (zuletzt war er bei den Nürburgring Classics), erstellt Markmann großformatige Hochglanz-Fotobücher. Seine erste und gleich sehr erfolgreiche Ausstellung hatte er kürzlich in Hammerbach bei Herzogenaurach. Zwölf Fotos verkaufte der Speikerner, pro Bild gingen 50 Euro an den guten Zweck, für die Feser-Kinderstiftung. Aktuell stellt er in Schwabach bei der Steuerberatungsgesellschaft Günzel aus. Und ab 28. Oktober darf er seine Fotos in Berlin zeigen.

N-Land Stefanie Buchner-Freiberger
Stefanie Buchner-Freiberger