Hersbrucker Sparkurs

Hirtenmuseum nur noch wochenends

Die Öffnungszeiten des Hersbrucker Hirtenmuseums werden verkürzt, die beliebten Feste mit passender Musik bleiben. | Foto: Jürgen Ruppert2017/11/Himu.jpg

HERSBRUCK – Für die vielen Freunde des Hirtenmuseums ist es eine unerfreuliche Nachricht: Ab dem Januar hat das Hersbrucker Vorzeigeobjekt nur mehr am Wochenende von Freitag bis Sonntag geöffnet.

Der Grund für die Reduzierung sind ganz einfach Sparmaßnahmen. Hersbruck hat einen hohen Schuldenstand und muss einige seiner sogenannten freiwilligen Leistungen zurückschrauben. „Es war ein Abwägungsprozess“, sagte Bürgermeister Robert Ilg im Kulturausschuss des Stadtrates und sprach zugleich von einem „schmerzlichen Schnitt“. Die erneute Strukturhilfe des Freistaates von 800  000 Euro bedeutet aber, dass Hersbruck bei der Konsolidierung seiner Verbindlichkeiten mitarbeiten muss.

Der Rathauschef wies aber auch ausdrücklich darauf hin, dass dies nicht das Aus für das Hirtenmuseum bedeutet. „Andere Gemeinden drehen den Schlüssel um und ihre Einrichtung bleibt zu“, sagte er. Genau das möchten die Verantwortlichen vermeiden. Nach einem Luftholen soll die in Deutschland einmalige Attraktion wieder vorangebracht werden.

Die beliebten Feste – Hirtentag, Mittelalterliches Schaffest, Sardischer Abend und Handwerkermarkt – sind für das Jahr 2018 fest geplant und haben konkrete Termine.

Museumsleiterin Ingrid Pflaum machte in der Sitzung aus ihrer Enttäuschung über die Entscheidung kein Hehl: „Eine bittere Pille.“ Sie beschrieb die Reaktionen auf die Nachricht seitens der Besucher von „erschüttert“ bis „entsetzt“. Sie sprach ihrem rund 15-köpfigen Team ein dickes Lob für außergewöhnliches Engagement aus. Denn die Neben- und Ehrenamtlichen haben zum positiven Bild des Hauses enorm viel beigetragen.Gemeinsam wird nun ausgelotet, was von den vielfältigen Museumsangeboten noch beibehalten werden kann.

Das Holzofenbacken an den Donnerstagen muss nach dem derzeitigen Stand der Dinge entfallen. Die Fachkraft hat an den verbliebenen Öffnungstagen schlicht keine Zeit. Stadtrat Armin Steinbauer möchte diese Attraktion „nicht sterben lassen“. Er übergab an Ingrid Pflaum vier Adressen von Holzofenbäckern, die eventuell samstags den Service fortführen. Außerdem ist Steinbauer bereit, beim Backen hin und wieder mit hinzulangen. Robert Ilg schloss sich dem spontan an.

Als einzige Sonderausstellung gibt es 2018 Arkadische Landnahmen des Künstlers Peter Kees. Das Projekt gab die Inspiration zu einem weiteren Vorhaben mit der Bezeichnung „Bibliothek Arkadiens – Hirtendichtung als Idylle und Utopie“. Es kann aber nur durchgeführt werden, wenn das Bundes-Landwirtschaftsministerium Fördermittel bereitstellt.

Heuer gibt es im Hirtenmuseum noch eine Veranstaltung: das Adventssingen der Sängervereinigung Hersbruck am 17. Dezember.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert