Jörg Teuchert bei „1000 Kilometern von Hockenheim“

Zweiter beim Langstreckenklassiker

Sehr gute Zweite: Das Team MGM Racing Performance mit Tim Holtz, Michael Galinski und Jörg Teuchert (v. links). | Foto: privat2018/04/Hockenheim.jpeg

HOCKENHEIM – Mit Rang zwei beim Langstreckenklassiker „1000 Kilometer von Hockenheim“ hat Jörg Teuchert einmal mehr seine nach wie vor große Klasse auf dem Motorrad unter Beweis gestellt. Nach knapp sieben Stunden fehlten dem Hersbrucker und seinen beiden Teamgefährten Michael Galinksi und Tim Holtz gerade einmal eine Runde zum wie schon 2017 siegreichen „Profiteam“ Pepe-Tuning um Philipp Gengelbach.

„Hat scho basst“, kommentierte Teuchert die starke Vorstellung bei der Ausdauerprüfung auf dem 4,5 Kilometer langen Grand Prix-Kurs mit für ihn typischem Understatement. Während er und seine beiden Kollegen im Team „MGM Racing Performance“ – neben seinem früheren Teamchef Michael Galinski (59) noch der 18-jährige „Benjamin“ Tim Holtz – mit verhältnismäßig normalem Aufwand an den Start gingen, verfügten die im deutschen Langstreckencup antretenden Sieger über „tiptop vorbereitetes Material“, so der Hersbrucker, der sich 2015 mit Galinski und Toni Heiler selbst schon in die lange Siegerliste des Rennklassikers eingetragen hatte.

„Ich habe null Euro für meine Reifen investiert, bin auf gebrauchten Pneus unterwegs gewesen“, erzählt Teuchert, das Gewinnerteam sei dagegen zu jedem der meist 19 oder 20 Runden währenden „Stints“ auf nagelneuen Gummis aus der Box gerollt. „Da war klar, dass wir keinen Blumentopf gewinnen können“, sagt der Supersport-Weltmeister des Jahres 2000 und viermalige internationale Deutsche Meister der Supersport- und Superbikeklasse.

Viele Unterbrechungen

Obwohl der Hersbrucker im von mehreren Abbrüchen unterbrochenen Zeittraining am Vormittag zunächst noch einen Funktionscheck an seiner von Galinski eigens für den Renneinsatz „aufgemotzten“ Yamaha R 1 – ähnlich dem Arbeitsgerät, mit dem er anno 2006 und 2009 die IDM Superbike gewann – durchführen musste, statt sofort auf die Zeitenjagd zu gehen, sprang für „MGM Racing Performance“ Startplatz sechs heraus.

Nach einem nicht ganz optimalen Le Mans-Start (Teuchert: „Mein Moped sprang nicht gleich an.“) kämpfte sich der 48-jährige Hersbrucker zügig auf den dritten Platz vor, ehe er in die Box rollte und den Transponder wie einen „Staffelstab“ an Youngster Holtz weiterreichte.

Als dann nach mehr als zwei Stunden Rennzeit das Team MCA Racing einige technische Probleme bekam, „erbten“ Teuchert und Co. Platz zwei, den sie dann bis zum Ende nach insgesamt 218 Runden nicht mehr hergaben. „Mit Gewalt hätte ich sicher auch die Jungs von Pepe-Tuning noch einmal angreifen können“, sagte Teuchert der HZ, „aber für uns ging es in erster Linie darum, Spaß am Motorrad fahren zu haben und den Tag zu genießen – was uns bei bestem Wetter und den vielen Fans auch gelungen ist.“

„Schee war’s“

Sein Fazit „schee war’s“ wurde dann allerdings noch kräftig getrübt, lag durch den Tod der Dänin Julie Brondum Mortensen doch ein dunkler Schatten über der Traditionsveranstaltung. Die erfahrene Langstreckenfahrerin war im Training in der Einfahrt zur Parabolika schwer gestürzt und später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen.

Die Kunde machte am Nachmittag im Fahrerlager die Runde und sorgte dort für Bestürzung – auch bei Jörg Teuchert: „Das gehört im Motorradrennsport – leider, leider – dazu und kommt immer mal wieder vor“, sagte er.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta