HZ-Veranstaltung am 27. Dezember

Walter Költsch ist der Co-Versteigerer beim „Markt der langen Gsichter“

Walter Költsch (vorne) mit seinen liebsten Fortbewegungsmitteln: Fahrrad und Klappboot (im Anhänger), hier auf den Lofoten in Norwegen. | Foto: privat2018/12/1.jpg

HERSBRUCK – An ein richtig blödes Geschenk kann er sich nicht erinnern, der Glückliche. Weihnachten ist für Walter Költsch immer mit einem guten Gefühl verbunden. Die schöne Tradition endet normalerweise für ihn am zweiten Festtag, dieses Jahr geht er mit der HZ in die Verlängerung: beim „Markt der langen Gsichter“ am 27. Dezember. Dann ist der „fränkische Indiana Jones“ ab 17.30 Uhr der prominente Co-Versteigerer neben Götz Reichel.

Die Filmvorträge des 58-jährigen Egensbachers über seine Abenteuerreisen sind im nördlichen Nürnberger Land schon fast Kult, vor allem in Lauf, aber auch in Hohenstadt oder demnächst Offenhausen. Auf dem selbst gebauten Floß durch Alaska oder auch mit seinen liebsten Transportmitteln Mountainbike und Kanu oder Faltboot durch Island oder Schweden und Norwegen — es soll einige Fans geben, die alle gesehen haben, den einen oder anderen sogar mehrmals. Neun Filme hat er im Angebot, Tibet war seine höchste Radtour, die 16 000 Kilometer mit dem Lkw quer durch Afrika seine längste dokumentierte Reise.

Walter Költsch ist ja auch kein Baedeker-Nachbeter, sondern plaudert zum Film frei von der Leber weg von den eigenen Nöten und Anstrengungen, aber auch sehr viel von den Genießermomenten im Leben eines landschaftsverliebten Weltenbummlers.

Er nennt sich verrückt, ist aber so normal und nahbar, dass alleine damit seine Beliebtheit zu erklären wäre. Aber da ist auch noch das unterhaltsame kleine Drama in seinen Vorträgen, das er selbst indirekt perfekt beschreibt: „Wir sind (fast) nie nass geworden, uns hat’s nie richtig gefroren, nichts ist schief gegangen, und vor allem: Uns ist nie das Bier ausgegangen! So einen Film will doch kein Mensch sehen von mir.“ Sogar diese vermeintliche Anti-Werbung für seinen Film „Ecuador mit Galapagos“ funktioniert. Denn auch diese einzige Pauschalreise, über die er einen Vortrag hält, ist durchaus gefragt beim Publikum.

Der langjährige Rückersdorfer liebt die weite Welt und die Hersbrucker Schweiz mit ihren wilden Flecken und vielen Möglichkeiten. Aber wenn ihn das Fernweh packt und die Fitness mitspielt, dann nimmt er schon mal große Anstrengungen in Kauf, nämlich kraftraubende Strapazen, Bürokratie-Schikanen, Kälte, Fehlschläge. In 95 Ländern war er bisher, seine großen Träume hat er sich erfüllt. Jetzt würde ihn noch Neukaledonien reizen („Paddeln in der Wärme wäre mal was anderes.“). Eigentlich sind aber Skandinavien oder gleich Alaska seine Favoriten. „Das ist meine Landschaft, das Hügelige, das Wasser, die Wälder.“ Und dafür leidet er dann auch mal bereitwillig („Davon wollen die Leute hören.“).

Der Running Gag bei seinen Vorträgen ist denn auch die Belohnung für die Plackerei, die erfüllte oder unerfüllte Sehnsucht nach einem Feierabendbier im Zelt. Der hart erarbeitete und zelebrierte Genuss im Film ist dann für ihn wie für den Zuschauer fast wie Weihnachten — ohne unliebsame Geschenke natürlich.

Termine: „Markt der langen Gsichter“, Unterer Markt in Hersbruck (kein Filmvortrag); 20. Januar „Tibet – Mit dem Mountainbike über das Dach der Welt“, 2. Februar „Iskaldur – Mit Kajak und Fahrrad durch Island“, 3. Februar „Afrika – 16 000 Kilometer mit dem LKW“ (alle PZ-Kulturraum in Lauf), 9. Februar „Ecuador und Galapagos“ im Saalbau Hupfer in Offenhausen. Mehr Info: https://walters-verrueckte-reisen.de

N-Land Michael Scholz
Michael Scholz