Blues- und Soulrevival im Citykino

Von wegen verstaubt

Julia Fischer brachte mit ihrer Jules Band Soul und Blues auf die Bühne des Kick. | Foto: S. Baderschneider2017/12/JulesBand-5280.jpg

HERSBRUCK – Außerhalb des offiziellen Programms lud das Kick zu einem Doppelkonzert mit Jules Band und dem Hannes Stegmeier Trio ein. Damit traten gleich zwei regionale Bands auf und brachten Soul, Funk und Blues und einer Menge tanzbarer Musik ins Citykino.

Julia Fischer, die dem Hersbrucker Publikum schon mit ihrer Formation The Rose & Crown bekannt ist, eröffnete den Abend mit feinstem Bluesrock und Soul. Die gebürtige Artelshofenerin gründete das Projekt Jules Band gemeinsam mit Jakob Giese (Gitarre), Bertram Bergner und dem Drummer Christof Stahl, der schon bei The Rose & Crown mit von der Partie war.

Obwohl die Vier erst seit Kurzem zusammen spielen, haben sie bereits eine eigene CD im Gepäck. Das Repertoire besteht aus eingängigen selbst geschriebenen Songs, die von Fischers klarer, sanfter Soulstimme dominiert werden. Professionell und emo-tional, aber nie routiniert klingen die Stücke und der großzügige Einsatz der Hammond Orgel beweist, dass weder der Blues noch seine Instrumente Staub angesetzt haben.

Vom Wippen zum Tanzen

Trotz Bestuhlung wurde das Publikum schon nach kurzer Zeit unruhig, viele wippten im Takt, auch wenn sich (noch) niemand auf die kleine Tanzfläche vor der Bühne traute. Der Knoten platzte erst, nachdem Jules Band das Publikum ausreichend „vorgewärmt“ hatte und der zweite Gig des Abends die Bühne einnahm. Das Hannes Stegmeier Trio kam mit Verstärkung. In der Rumpfbesetzung des Trios zupft der Laufer Hannes Stegmeier den Bass und singt, Eric Flach spielt die E-Gitarre und Dominik Bach sorgt am Schlagzeug für Tempo.

Unterstützt von dem Herzogenauracher Trompeter Lars Töpperwien und der Jazz-Sängerin Barbara Hofbauer kann man über den Auftritt nur eines sagen: Das hat Spaß gemacht. Kaum dem Schülerbandalter entwachsen, bringt das Trio Blues- und Funksongs mit frischen Interpretationen und so viel Schwung auf die Bühne, dass man sich nur darüber freuen kann, dass sich die Jugend von heute immer noch mit der Musik ihrer Großeltern beschäftigt. Von ihrem Alter sollte man sich aber nicht täuschen lassen, das Trio spielt bereits seit 2013 in dieser Kombination zusammen.

Verbeugung vor den „Großen“

Der Blues wirkt bei ihnen auch nicht melancholisch, sondern eher cool und happy. Manche Interpretation klingt fast ein bisschen respektlos und ist doch jedes Mal eine Verbeugung vor den großen Meistern: Claptons „Old Love“, B.B. Kings „When Love Came to Town“ oder „Angel of Mercy“ von Johnny Lang gehören zu den Songs im Repertoire.

Das i-Tüpfelchen lieferte Gastsängerin Barbara Hofbauer, die mit ihrer wandelbaren Stimme den Songs mal im Duett mit Stegmeier, mal solo eine überraschende Tiefe verlieh. Das Publikum hielt es dann auch endgültig nicht mehr auf den Plätzen und vor der Bühne wurde ausgiebig getanzt.                                         Susanne Baderschneider

N-Land Hersbrucker Zeitung
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