Eberwein spielte im Kick

Volksmusik mit Pep

Matthias Klimmer, Stefan Lang, Max Seefelder und Marlene Eberwein (von links) sorgten mit viel Spielfreude für einen unbeschwerten Abend im Citykino. | Foto: S. Baderschneider2018/10/Eberwein-6917.jpeg

HERSBRUCK – Mit traditionellem und selbst verfasstem Liedgut und mindestens einem Augenzwinkern spielte sich die Gruppe „Eberwein“ in die Herzen des Publikums im Kick. Vor dem nicht ganz voll besetzten Saal des City Kinos servierten Marlene Eberwein (trotz ihres gebrochenen Fußes), Matthias Klimmer, Stefan Lang und Max Seefelder einen beschwingten Stilmix mit hohem Volksmusik-Anteil.

„Bairischer Kammersound“ stand im Programm – eine Ankündigung, die das crossover-verwöhnte Hersbrucker Publikum natürlich neugierig machte. Und das Besondere an dem Repertoire ist tatsächlich die liebevolle Unbekümmertheit, mit der die vier Künstler alle Vorurteile gegenüber der alpenländischen Volksmusik konsequent ignorieren und in der Kombination mit anderen Musikrichtungen eine frische und abwechslungsreiche Variante zaubern.

Der Zwiefache, ein paar Gstanzln und ein Lied über die Brotsuppn wurden ganz standesgemäß vorgetragen und doch mit ein bisschen „Lifting“ auf eine ganz eigene Ebene gehoben.
Da schleicht sich der Jazz in die Polka, das Männlein im Walde kommt ungewohnt verträumt-beschwingt daher und der altbekannten Hymne auf den Bayerischen Wald „Mia san vom Woid dahoam“ steht auch ein Bossa Nova als Unterbau gut.

Harfe bis Klarinette

Harfe, Kontrabass, Trompete, Klarinette und eine ganze Reihe weiterer Instrumente brachte die Gruppe mit auf die Bühne und bewies, dass die Kombination Virtuosität und Experimentierfreude niemals langweilig wird. Mindestens ebenso markant wie die Harfe war die Klarinette von Matthias Klimmer, die für reichlich Klezmer-Feeling im „bairischen Kammersound“ sorgte.

Eines der herausragenden Stücke des Abends war die von Max Seefelder verfasste Hommage an Giora Feidman „Grüaß di Gott, Giora!“, die dem Klarinetten-Großmeister so gut gefällt, dass er sie auf seine CD „The Spirit of Klezmer“ aufgenommen hat.
Teils mit traditionellen Liedern, teils mit selbst geschriebenen Songs gestalteten die vier einen unbeschwerten Abend für das Publikum. Die Freude an der Musik und am Musizieren war ihnen dabei deutlich anzumerken und diese Freude sprang nahtlos in den Zuschauerraum über.

N-Land Susanne Baderschneider
Susanne Baderschneider