Jahresbilanz der Firma Fackelmann

Viele Wege sollen zum Einkaufserlebnis führen

Firmenchef Alexander Fackelmann erläutert auf der Baustelle in Altensittenbach die Investitionen am Stammsitz. | Foto: A. Pitsch2019/02/IMG_4404.jpg

HERSBRUCK – „Das Ladengeschäft wird nie sterben, es leidet derzeit nur“, sagt Alexander Fackelmann. Um wieder näher an den Kunden zu kommen, wird der weltweit größte Hersteller von Küchenhelfern nicht nur im April sein Aushängeschild, die Fackelmann-Welt in Altensittenbach, eröffnen; er setzt damit weiterhin auf ein mehrgleisiges Einkaufssystem, wie bei der Jahrespressekonferenz zu erfahren war. Wohl auch dank des Ausbaus dieser Strategie verzeichnete Fackelmann erneut ein Umsatzplus von einem Prozent.

„Die Kunden befinden sich im Wandel und darauf müssen wir uns einstellen“, betonte Alexander Fackelmann, Chef des Hersbrucker Haushaltswaren- und Badmöbelherstellers. Während die Arbeiter im Erdgeschoss der Baustelle „Fackelmann-Welt“ im Rohbau des Kino-Rondells vesperten, berichtete Fackelmann zwischen grünen Bierbänken und vor einer entstehenden riesigen Küchenzeile im ersten Stock, dass sein Unternehmen in Sachen Online-Handel noch „Nachholbedarf“ habe.

Doch allein von Online-Handel hält Fackelmann weiterhin nichts. Er möchte den Kunden auf allen Kanälen, also „Omni-Channel“, bedienen: Dieser soll vor Ort ein „Touch and feel“-Erlebnis haben, online bestellen und bei Händler wie Hersteller, die er als Partner sieht, reklamieren können sowie hier wie dort Hilfe bekommen. Abholen vor Ort oder Lieferung nach Hause, beides soll möglich sein.

Mit diesem Konzept hofft Fackelmann, vor allem „junge Menschen über Blogger, Influencer und Social Media einzufangen und in den Laden zu bringen“. „Wir wollen damit keine Druck- oder Konkurrenzsituation zum Handel kreieren“, macht Fackelmann klar. Fackelmann sieht die Fackelmann-Welt, die bei einem Tag der offenen Tür mit Verkostungen und Shows am 6. April zu besichtigen sein wird, unter anderem als „Know-how-Zentrum für Badmöbel.“

In den Umbau des früheren Möbel-Zink floss ein Teil der 1,1 Millionen Euro an Investitionen für Hersbruck. Zudem wurden damit am Stammsitz neue Spritzgussmaschinen und Sechs-Achs-Roboter angeschafft, ein neues Bearbeitungszentrum in der Möbelproduktion eingerichtet und das digitale Warenwirtschaftssystem weiter optimiert. „Jetzt können wir sämtliche Möbelkombinationen erfassen.“

In Zeiten des „Strukturwandels“ mit drohendem Brexit und der Schließung der Filiale in der Türkei ist Fackelmann „weniger Umsatz, aber mehr Gewinn“ am Ende der Rechnung lieber. Daher verzichtete er bei der Tochter „Zenker“ auf „eingefahrene Discounter-Geschäfte“ – und damit Umsatz, der bei Tochter „Dr. Oetker“ 2018 um 27 Prozent gestiegen war. Für 2019 strebt der Firmenchef ein Umsatzplus von vier Prozent an.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch