HC Hersbruck schlägt Forchheim II

Unbändiger Siegeswille

Zog dem Forchheimer Halblinks mit leidenschaftlichem Abwehreinsatz den Zahn und steuerte auch noch vier Treffer zum klaren Heimsieg bei: Jannis Kohl. | Foto: Porta2018/10/DSC_8112.jpeg

HERSBRUCK – „Jetzt hat er keine Lust mehr auf Jannis“, kommentierte Philip Kellner trocken während der zweiten Halbzeit den Wechsel des Forchheimer Halblinks Tobias Hallmann in den halbrechten Rückraum. In beeindruckender Weise hatte ihn der gerade 18 Jahre alt gewordene Jannis Kohl in den ersten 30 Minuten aus dem Spiel genommen. Nach dem klaren 33:21-Sieg der Handballer des HC Hersbruck gegen die Forchheimer „Zweite“ herrschte Freude bei Spielern, Funktionären und treuen Anhängern. Ein neuer Geist herrscht in der Mannschaft, getrieben nicht zuletzt vom unbändigen Siegeswillen der aufgerückten A-Jugendlichen.

Dabei gab es vor dem Spiel das eine oder andere Fragezeichen: Der derzeit glänzend aufgelegte Jonathan Fabry fehlte krankheitsbedingt, dazu auch Fabian Raum. Marco Schmidt, bislang treffsicherster Schütze der Einheimischen, konnte krankheitsbedingt unter der Woche ebenfalls nur wenig trainieren, ein Einsatz war bis Freitag gar nicht sicher. Erst nach dem Abschlusstraining gab er grünes Licht, wohl wissend, dass er sich bei der starken Bank die eine oder andere Erholungspause würde nehmen können.

Konzentriert gingen die ersten sechs das Spiel an. Trainer Axel Dannhäuser schenkte erneut den Jungspielern Elias Thiel, Oscar Dannhäuser und Kohl das Vertrauen, dazu Philipp Zinner auf Rechtsaußen, Schmidt auf der Königsposition Halblinks und Leon Utz auf Linksaußen. Ab der ersten Sekunde begann die Abwehr vor Torhüter Konstantin Stein an zu liefern. Die vielen Einheiten „Mann gegen Mann“ zahlten sich in der Defensive, aber auch im Angriff direkt aus. Der erste Strafwurf wurde gezogen und Schmidt verwandelte humorlos zum 1:0 für den HC. Als nur kurz danach Zinner einen Risikopass der Gäste abfing, seine Schnelligkeit ausspielte und bei seinem Abschluss in den rechten Winkel auch noch das Tornetz beschädigte, war zu spüren: Die Mannschaft ist mehr als hellwach.

Geschickter Regisseur

Schnell war ein 3-Tore-Vorsprung herausgespielt, die Abwehr agierte hart, aber fair gegen die Angreifer – ein Beleg hierfür ist, dass der HC während des gesamten Spiels mit lediglich einer Zeitstrafe belegt wurde. Immer wieder traf Schmidt, der nach einiger Zeit in Manndeckung genommen wurde. Das sind die Momente des Oscar Dannhäuser, der den freien Platz auf der Platte bestens zu nutzen weiß und den Ball dann auf die Außenpositionen bringt. Nach seinen ersten fünf Toren nahm sich Schmidt seine Auszeit, bislang immer noch ohne Fehlwurf. Der ins Spiel kommende Eric Gast übernahm nahtlos und der HC schraubte das Ergebnis auf ein beruhigendes 19:10 zur Halbzeit.

„Nicht locker lassen, die werden es nochmal wissen wollen“, mahnte Axel Dannhäuser in der Pause. Er behielt zwar recht, Forchheim bemühte sich redlich, glänzte bisweilen mit Sperre/Absetzen-Abläufen, aber Hersbruck geriet während der gesamten zweiten Halbzeit nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis. Dafür waren Biss und Wille des gesamten Teams viel zu groß. Es gelang dem Trainer sogar, noch die eine oder andere Alternative im Angriff auszuprobieren, um für die anstehenden zum Teil sehr schweren Spiele Optionen in petto zu haben.

Beeindruckende Statistiken

Am Ende stellte Hersbruck beim 33:21-Sieg einige beeindruckende Statistiken auf. Das Durchschnittsalter der ersten sechs betrug exakt 21 Jahre, dabei ist allerdings festzuhalten, dass Marco Schmidt „bereits“ 25 Jahre ist. Der traf zwölfmal und hatte dabei eine Trefferquote von unglaublichen 100 Prozent bei einer aktiven Spielzeit von 35 Minuten. Getroffen hat erneut jeder Feldspieler, erfreulicherweise auch Linkshänder Samuel Weiher von der Rechtsaußenposition – eine weitere spannende Alternative im Kader.

Jetzt hat der HC Hersbruck einen echten Gradmesser vor der Brust: Der ebenfalls noch verlustpunktfreie BOL-Absteiger HG im TV Amberg ist am Samstag (19 Uhr) in eigener Halle mit Sicherheit mehr als gewillt, die „Schwarzweißen“ einzubremsen. „Das wird ein Kampfspiel“, sagt Oscar Dannhäuser, der sich wie seine Nebenleute auf die große Herausforderung freut.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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