Streuobstinitiative Hersbrucker Alb sucht Sponsoren

Über 200 Apfelsorten in der Flasche

Vereinsmitglied Gregor Scheidel, Regionalmanagerin Christina Reinhardt, der künftige Geschäftsführer Renato Pasalic und Ottmar Fischer, Vorsitzender der Streuobstinitiative (von links), wollen heimische Bio-Streuobstprodukte auf den Markt bringen. Los geht's mit zwei verschiedenen Apfel-Schorlen. | Foto: K. Bub2017/04/8064341.jpeg

HERSBRUCK – Die Streuobstinitiative Hersbrucker Alb geht neue Wege: Der Verein gründet eine Vermarktungsgesellschaft, um die eigenen Bioprodukte wie etwa Apfelschorlen an die Frau und den Mann zu bringen. Was jetzt noch fehlt, sind Sponsoren und Unterstützer.

Mit ihrer Apfelschorle — 60 Prozent Fruchtanteil aus alten Sorten von den heimischen Streuobstwiesen, biozertifiziert natürlich — will der Verein noch Ende Mai in die Läden. Zwei Varianten soll es von „Pom 200“ geben: eine naturtrübe Apfel-Schorle und eine klare Apfel-Schorle mit einem Hauch von Bergamotte. Der Name „Pom 200“ spielt dabei auf die über 200 alten Apfelsorten an, die auf der Streuobstwiese am Ortsende von Hersbruck wachsen und die quasi in Saftform in den 0,33 Liter-Fläschchen stecken. Genau genommen seien es sogar an die 280, erklärt der Vereinsvorsitzende Ottmar Fischer.

Zum fairen Preis
Warum die Streuobstinitiative jetzt über eine Vermarktungsgesellschaft unter die Unternehmer gehen will, ist schnell erklärt: Der Verein will die Artenvielfalt erhalten. Aber wie könne er jemanden überzeugen, Apfelbäume zu pflanzen, wenn derjenige gar nicht weiß, wo er hinterher mit der ganzen Ernte hin soll, sagt Fischer. „Wir zahlen ihm einen fairen Preis dafür“, erklärt er weiter. Dadurch habe er eine Perspektive und einen Anreiz, die alten Apfelsorten auch wirklich zu hegen und zu pflegen. „Eine runde Sache“, findet Fischer. Unterstützung bekommt die Streuobstinitiative dabei vom Landkreis Nürnberger Land und der Öko-Modellregion Nürnberg, Nürnberger Land und Roth.

17 Tonnen Äpfel hat der Verein für sein Apfelschorlenprojekt bereits verarbeitet. Rund 30 000 Flaschen „Pom 200“ stehen nun zum Verkauf bereit. Dennoch: Die Streuobstinitiative könnte weitere Obstlieferanten gut gebrauchen, denn erst ab rund 50 Tonnen trage sich das neue Unternehmen, erklärt Renato Pasalic, der Geschäftsführer in spe. Allerdings müssen sich die Lieferanten bio-zertifizieren. Pasalic, der selbst eine Streuobstwiese mit rund 80 Bäumen bewirtschaftet, habe die Zertifizierung erst im vergangenen Jahr durchlaufen. Es sei zwar mit Kosten verbunden, aber kein allzu großer Aufwand, sagt er.

Markteinführung im Mai
Ende Mai soll nun die offizielle Markteinführung von „Pom 200“ bei Ebl Naturkost in Röthenbach sein. Bislang liefen die ganzen Vorbereitungen zur Vermarktung ehrenamtlich ab, doch Marketing, Produktentwicklung, Herstellung und Transport — das sei auf Dauer ehrenamtlich nicht zu stemmen, erklärt Ottmar Fischer. Auch deshalb die Unternehmensgründung. Bis sich die Vermarktungsgesellschaft allerdings von alleine trägt, braucht der Verein Sponsoren und Unterstützer, die dem Projekt aus den Startlöchern helfen und für einen finanziellen Anschub sorgen.

Wer spenden möchte, kann dies unter dem Stichwort „Pom 200“ auf das Konto der Streuobstinitiative Hersbrucker Alb bei der Raiffeisenbank Hersbruck tun, IBAN: DE 41 7606 1482 0002 5251 60.

N-Land Katja Bub
Katja Bub