Aktion in der Pfeiffer Medienfabrik

U 18-Wahl ist am Freitag

Klaus Neunhoeffer. | Foto: M. Scholz2017/09/8393851.jpg

HERSBRUCK – Hier hat die Jugend das Wort: Bei der U 18-Wahl am 15. September dürfen Kinder und Jugendliche wählen. Dabei machen sie ihr Kreuzchen auf den gleichen Wahlzetteln wie gut eine Woche später die Erwachsenen. Die Ergebnisse zählen natürlich nicht zum offiziellen Bundestagswahlergebnis. Die Pfeiffer Medienfabrik beteiligt sich an der bundesweiten Aktion und stellt in ihren Räumen in der Nürnberger Straße 7 in Hersbruck eine Wahlurne auf. Doch hat die Jugend von heute überhaupt noch Interesse an Politik? Die HZ sprach darüber mit PPG-Chef Klaus Neunhoeffer.

Was halten Sie von der U 18-Wahl?
Klaus Neunhoeffer: Es ist ein spannendes Projekt. Das Wahlergebnis sollte aber nicht nur dazu dienen, unter soziologischen Gesichtspunkten einen Blick auf die heutige Jugend zu werfen. Wir sollten die Abstimmung der Kinder und Jugendlichen und ihre Meinung auch wirklich ernst nehmen.

Aber hat die Jugend von heute überhaupt noch Interesse an Politik?
Die eine Jugend gibt es gar nicht. Die Jugendlichen heutzutage sind in unterschiedlichen Lebenswelten unterwegs. Ich beobachte allerdings durchaus, dass ein politisches Interesse da ist, wenngleich weniger an Parteien als vielmehr an Themen.

Woran machen Sie das fest?
An unserer Schule gibt es meines Wissens wenig Schüler, die in einer Jugendorganisation einer Partei aktiv sind. Die Schüler sind eher projektorientiert. Da gibt es eine enorme Bereitschaft, sich zu engagieren. Zum Beispiel in der Flüchtlingshilfe, ob es nun in der Fahrradwerkstatt oder der Hausaufgabenbetreuung ist.

So läuft die Wahl

Wahlberechtigt sind alle Kinder und Jugendlichen, die jünger als 18 Jahre sind – unabhängig davon, ob sie einen deutschen Pass besitzen oder nicht.
Hinter der U 18-Wahl steht ein Netzwerk aus öffentlichen und freien Trägern, darunter das Deutsche Kinderhilfswerk, der Bundesjugendring und viele Jugendverbände. Gefördert wird die U 18-Wahl vom Bundesfamilienministerium und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Für die Macher sind letztendlich zwei Dinge entscheidend: Sie wollen bei Kindern und Jugendlichen das Interesse an Politik und sozialem Engagement wecken. Außerdem soll die U 18-Wahl „für die Öffentlichkeit sichtbar machen, dass Kinder und Jugendliche natürlich eine Meinung und eigene politische Themen haben, die gehört und aufgegriffen werden sollten“.

In Hersbruck befindet sich das Wahllokal in den neuen Räumen der Pfeiffer Medienfabrik im Erdgeschoss des Pfeiffer Medienhauses in der Nürnberger Straße 7. Es ist am Freitag von 9 bis 15 Uhr geöffnet. Auf die Jugendlichen warten hier neben den Wahlunterlagen auch coole Beats und ein Getränk.
Weitere Infos gibt’s im Internet auf www.u18.org.

N-Land Katja Bub
Katja Bub