Cook Ray’S Gone im „…na und!“

Soundgewaltiger Retro-Trip

Psychedelische Klangteppiche mit Didgeridoo und Halleffekten: Cook Ray’s Gone luden zum gepflegten Grooven ein. | Foto: S. Baderschneider2018/01/CookRaysGone-5309.jpg

HERSBRUCK – Bereits zum zweiten Mal gastierten Cook Ray’s Gone im „…na und!“ in Hersbruck. Das unverwechselbare Merkmal der aus der Region stammenden Band sind betörende Klangteppiche, ganz in der Tradition des Psychedelic Rock der späten 60er.

Gleich die Eröffnungsnummer setzte die Gangart für den Abend. Für den klangfüllenden Unterbau sorgte das Didgeridoo. Drummer Andi Maul und Bassist Harald Schukow setzten den Beat mal schläfrig, mal treibend, und die Gitarristen probierten aus, was dazu passt. Eingefangen wurde der entstehende Sound von der sicheren Stimme von Sänger Armin „Sasi“ Kratzer, die gleichermaßen mächtig, soft oder auch brüchig klingen kann.

Die Band verwandelt ihre selbst geschriebenen Songs souverän in ein geradezu überwältigendes Klangerlebnis und ist zuweilen so intensiv, dass man das Bedürfnis verspürt, die Schuhe auszuziehen und eine Räucherkerze anzuzünden.
Sie selbst bezeichnen sich als „gitarrenlastige Neo-Psychedelic-Rock-Band“, was eine zwar korrekte, aber doch eher grobe Einordnung in das Genre zu sein scheint. Seit 2014 spielen die Musiker, die aus „den unerforschlichen Wäldern östlich von Nürnberg kommen“, in dieser Formation zusammen.

Tief gehende Halleffekte

Die Band bedient sich in ihren melodiösen Songs großzügig gleich bei einer ganzen Reihe von Musikstilen des letzten Jahrhunderts. Hier ein bisschen tanzbarer Motown-Beat, da eine Prise Pink Floyd, Blues, Reggae, Texas Blues – wie virtuose Zitate blitzen sie in den Songs von Cook Ray’s Gones Repertoire durch und das, ohne den ganz eigenen Stil zu verwässern. Warme Klänge und die Stimme des Sängers werden mitunter durch tief gehende Halleffekte und Echos ergänzt, die zum allgemein psychedelischen Sound beitragen.

Nach der Pause wurde der kleine Konzertraum des „…na und!“ fast zu klein für Sound und Publikum — aber nur fast. Nicht verwunderlich, dass sie mit ihrer Klangfülle auch auf großen Bühnen wie beim Bardentreffen in Nürnberg oder im Erlanger E-Werk eine gute Show abliefern. Auch das Publikum hatte ausreichend Gelegenheit, sich gepflegt in Trance zu grooven und sich ganz einfach von der Musik treiben zu lassen.

SUSANNE BADERSCHNEIDER

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung