Kommandantentagung der Wehren

Retter auf hohem Niveau

Die Feuerwehrleute brauchen zur Rettung eingeklemmter Insassen aus Autos, wie hier im Juni 2017 nahe Hohenstadt, immer mehr Technikwissen und drücken deshalb fleißig die „Schulbank“. | Foto: J. Ruppert2017/12/8672132.jpg

HERSBRUCKER SCHWEIZ – Erneut haben die heimischen Feuerwehren einen sprunghaften Anstieg bei den Einsätzen verzeichnet. Heuer rückten sie über 900 Mal aus. „Die Einsatzkräfte sind ehrenamtlich tätig und beweisen vor Ort eine absolut beeindruckende Professionalität“, bescheinigte Landrat Kroder den Rettern vor über 100 Führungsleuten bei der Kommandantentagung.

Kreisbrandinspektor Holger Herrmann zählte einige besondere Missionen auf. So gab es einen Oldtimerbrand auf der Bundesstraße 14, einen Lkw in bedrohlicher Schräglage im Sittenbachtal, das August-Unwetter mit Hagel, das Feuer im Dachstuhl eines Anwesens beim Hersbrucker City-Park und einen Gefahrgutunfall auf der Autobahn A 6. Die Zunahme an Einsätzen führt Holger Herrmann auch auf neue Aufgaben und neue Technologien zurück.

„Wir halten uns gut“, kommentierte Holger Herrmann den Personalstand. Zwischen Neuhaus und Alfeld, zwischen Hartmannshof und Reichenschwand gibt es rund 1430 Feuerwehrmänner, fast 120 Feuerwehrfrauen und an die 250 Nachwuchsretter. Der Kreisbrandinspektor lobte die hohe Bereitschaft zu Aus- und Weiterbildung. Sorgen bereitet ihm, dass neue Fachgebiete wie zum Beispiel Biokraftwerke bei gleichem Personalstand höhere Belastungen des Einzelnen erfordern.

Im Jahr 2017 sticht als Ereignis die nächtliche Großübung bei Rupprechtstegen mit mehreren gleichzeitig simulierten Unglücken (Personenzug rammt Gefahrgut-Lkw, in der Nähe ein Autounfall) heraus. Landrat Armin Kroder war als Beobachter dabei und konnte sich vom ausgezeichneten Leistungsstand der rund 500 Teilnehmer von Polizei, THW, BRK, ASB, Bundeswehr und anderen überzeugen. „Das Szenario hat die Erkenntnis bestätigt: Alleine schafft es keiner“, meinte Martin Linz vom Roten Kreuz in seinem Grußwort.

Anschläge sind Thema
Kreisbrandrat Norbert Thiel will die Tragkraftspritzenanhänger durch kleinere Fahrzeuge ersetzen und somit die betroffenen Wehren „auf vier Räder stellen“. Als neues Thema bei den Rettern sprach er Terroreinsätze an. In einem solchen Fall werden wegen der großen Opferzahl auch die Floriansjünger gebraucht. Nicht nur Thiel freut sich auf die Jubiläumsfeste 125 Jahre Feuerwehr Kruppach am ersten Juniwochenende 2018 und 150 Jahre Feuerwehr Velden vom 8. bis zum 10. Juni 2018.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert