„Rallye Wiesbaden“ startet in Eschenfelden

Rallye-Linns auf großer Ausfahrt

Horst Linn senior geht mit seinem Beifahrer Gottfried Sommerauer in diesem Skoda 120 S Rallye aus dem Jahr 1974 an den Start der „Rallye Wiesbaden“. | Foto: privat2017/05/8136887.jpeg

HERSBRUCK – Einen Leckerbissen bekommen Liebhaber alter Rennwagen und automobiler Klassiker am Donnerstag, 25. Mai, mit dem Start der 40. „Rallye Wiesbaden“ serviert. Ab 14 Uhr gehen am „Speedtreibhaus“ in Eschenfelden 31 Teams auf die insgesamt 1100 Kilometer lange Strecke – darunter mit Horst Linn sen. und Rudolf Linn auch wieder zwei Lokalmatadore.

Bei der vom Wiesbadener Automobilclubs im AvD organisierten „Wiesbaden“, wie sie bei den Teilnehmern in Anlehnung an die „Monte“ (Rallye Monte Carlo) genannt wird, handelt es sich um eine sportliche Rallye für historische Fahrzeuge bis Baujahr 1986. In zweieinhalb Tagen sind dabei 1100 Kilometern mit 23 Sonderprüfungen zu bewältigen. Seit 1968 werden sie vorwiegend auf den Straßen rund um die Stadt Klatovy in Tschechien ausgetragen.

Der Start erfolgt wie im vergangenen Jahr in Eschenfelden. Dort hat Horst Linn senior, ein begeisterter Rallyefahrer und schon in den Siebziger Jahren Teilnehmer der Rallye Wiesbaden, sich ein Museum mit historischen Rallyefahrzeugen aufgebaut. Genau das richtige Ambiente also für den Auftakt. Starten wird Linn senior mit seinem Beifahrer Gottfried Sommerauer in einem Skoda 120 S Rallye Baujahr 1974 vor einem weiteren Team aus der Region, Andy Götz/ Rudolf Linn vom AC Hersbruck in einem Porsche 911 Carrera von 1987. Die beiden Teams starten für das Team Speedtreibhaus aus Eschenfelden.

Bevor sie und die übrigen 29 Teams dann im ersten Etappenziel Pilsen ein Bier trinken können, müssen auf den ersten 260 Kilometern sieben Wertungsprüfungen auf Sollzeit absolviert werden.

Am zweiten Tag fällt auf den Straßen rund um die Kreisstadt Klatovy und auf einem abgesperrten Rundkurs am Ortsrand mit Sicherheit schon eine Vorentscheidung um den Gesamtsieg. Auf den engen, kurvenreichen und teilweise maroden Straßen ist viel fahrerisches Können verlangt, um auch bei wenig Verkehr die vorgegebenen Sollzeiten zu erreichen. Ein besonderes Highlight erwartet die Teams am Abend in Rötz im Bayerischen Wald, wo der zweimalige Rallyeweltmeister und Gesamtsieger der „Wiesbaden“ von 1971, Walter Röhrl, die Teilnehmer in Empfang nimmt.
Am Samstag geht es dann vornehmlich auf gut ausgebauten Nebenstraßen auf die letzten 460 Kilometer zum Ziel am Kurhaus in Wiesbaden, wo die ersten Fahrzeuge gegen 17.15 Uhr erwartet werden.

Interessant wird sein, ob sich die Vorjahressieger Detlef Brauweiler und Heidy Loeff-Brauweiler auf ihrem Porsche 911 SC (Baujahr 1983) gegen die Zweitplatzierten von 2016, Barbara Ziegler/Franziska May, die heuer mit einem Ford Escort Mark 1 von 1968 an den Start gehen, und den Rest des Teilnehmerfeldes durchsetzen können.
Motorsportfreunde können vor dem Start wieder eine ganze Reihe von automobilen „Schmuckstückchen“ bewundern – von einem Alfa Romeo GT über einen Ford Escort RS 2000 MK II und verschiedene Boliden aus dem Hause Porsche bis zu einem MGB aus dem Jahr 1964, dem ältesten Fahrzeug im Feld.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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