Fackelmann-Therme baut an

Panorama-Sauna mit Blick auf die Pegnitz

Hinter dem vorhandenen Freibecken der Therme wird 2013 die Saunalandschaft erweitert. In einen zweigeschossigen Neubau Richtung Pegnitz entsteht eine „Panorama-Sauna“ mit Ruheraum und Dachterrasse. Auch die Physiotherapie Hentes erweitert hier. Durch einen Schwimmkanal gelangt man aus dem Bau heraus direkt in einen Schwimmteich und zu einer Felsendusche im Freien.2012/11/5_2_1_2_20121117_THERME.jpg

HERSBRUCK – Das Angebot in der ganzen Region an Thermen und neuen Bädern wächst. Doch die Fackelmann-Therme in Hersbruck will trotzdem ihr Angebot für Sauna, Wellness und Physiotherapie mit einem Neubau am Fluss ausweiten. Hersbrucker Heilwasser sprudelt auch bald aus dem Brunnen. Ein Stehenbleiben gibt es nicht, versprechen Bürgermeister Robert Ilg und Sponsor Alexander Fackelmann.

Woher der Anlass zu so viel Optimismus? Zum einen ging ein jahrelanger Rechtsstreit mit dem Architekten Thomas Glöckner durch einen Vergleich zu Ende, die Stadt erhielt einen guten Teil ihrer Forderungen für schon geleistete Reparaturen (siehe weiteren Bericht Seite 2 oben) und kann dieses Geld neu investieren. Zum andern streckt Sponsor Fackelmann seine bis 2015 versprochenen Mittel vor. Und auch die schon bisher in der Therme mitarbeitende Physiotherapie Hentes hat Interesse an neuen Angeboten im Saunabereich.

Die Hersbrucker Therme, so Bürgermeister und Sponsor in einem gemeinsamen Gespräch mit der Hersbrucker Zeitung, will sich stärker in Richtung Wellness und Gesundheit positionieren. Denn die sprichwörtliche „eierlegende Wollmilchsau“, die verschiedenste Angebote unter einem Dach versammelt, könne nicht wirklich funktionieren. Ilg: „Die Sauna liegt mit den Besucherzahlen über unseren Erwartungen. Und unser großes Plus ist die Lage in einer malerischen Flusslandschaft.“ Daraus folgt: Zu den im Freien schon vorhandenen Kelo-Blockhaus-, Bach- und Erdsaunen kommt nächstes Jahr ein zweigeschossiger Neubau Richtung Pegnitz. Die „Panorama-Sauna“ wird „einen hohen sechsstelligen Betrag“ kosten. Beim Schwitzen, im Ruheraum, auf der Außen- und der Dachterrasse können die Besucher in die Flussauen schauen. Die umgekehrte Blickrichtung (von Spaziergängern) wird man durch geschickte Bepflanzung einschränken.

In dem Neubau, für den Stadtbaumeister Lothar Grimm schon mal eine Lageskizze am Fluss gezeichnet hat, will Eckard Hentes auch seine physiotherapeutischen und Wellness-Angebote aus der Therme erweitern. Vorteil für Saunagäste: Sie müssen nicht mehr die Kleidung wechseln, um zur Physiotherapie zu kommen. Durch einen Schwimmkanal gelingt man aus dem Bau heraus direkt in einen Schwimmteich und zu einer Felsendusche im Freien.

Ebenfalls im nächsten Jahr entsteht der Trinkbrunnen, der das staatlich anerkannte Hersbrucker Heilwasser (Mineralgehalt 14,2 Gramm pro Liter) auch zur inneren Anwendung anbietet. Dazu wird entweder der vorhandene Außensteg am Eingang der Therme im ersten Stock überdacht. Oder der Brunnen kommt in den vorhandenen Eingangsbereich.

Die Hersbrucker Therme hatte bekanntlich Ende 2011 den Vertrag mit einer Münchner Betreibergesellschaft beendet und die Leitung direkt in die Hände des Rathaus-Geschäftsführers Karlheinz Wölfel gelegt. Seither geht man auch in der Werbung stärker regionale Wege. Sponsor Alexander Fackelmann vermittelte den 1. FCN als exklusiven Werbepartner. Das heißt: Bei Club-Heimspielen, auf der FCN-Homepage und mit Angeboten für Stadion-Dauerkartenbesitzer wird in die Hersbrucker Therme gelockt. Auch die Nürnberger Ice Tigers werben für Hersbruck. Dazu kommen Spots in den regionalen Radios, im Kino und Werbung im Nürnberger Straßenbild über die Stadtreklame.

Bürgermeister Ilg denkt auch selbstbewusst daran, die Werbung im Nürnberger Land zu intensivieren. Schließlich sei die Therme „das zentrale Wellness-Angebot des Landkreises“. Das neue Landkreis-Logo prangt auch auf dem neuesten Thermen-Prospekt. Titel: „Fackelmann-Therme, meine Vitalquelle im Nürnberger Land.“ Schließlich ließen sich auch die Hersbrucker selbst verstärkt umwerben. Die letztes Jahr verteilten Eintrittsgutscheine für alle Bürger wurden zu einem Drittel auch eingelöst.

Sehr verschwiegen werden Stadt und Sponsor, wenn es um Geldsummen geht. Über die Höhe seiner jährlichen Zuwendungen, die er jetzt bis 2015 auf einen Batzen vorstreckt, will Alexander Fackelmann nicht reden. Auch bei der Einigung zwischen Stadt und Architekt Glöckner bewahren beide Seiten Stillschweigen. Das Geld, das die Stadt jetzt bekam, reicht jedenfalls, um neben den neuen Plänen an der Schwimmhalle noch die Ostfassade zu sanieren.

N-Land Walter Grzesiek
Walter Grzesiek