Inhaber des Citykinos gestorben

Oskar Bäumler †: Große Rolle für Hersbrucker Kino

Große Filmrollen faszinierten Oskar Bäumler schon als jungen Mann und begleiteten ihn bis zu seinem Tod. | Foto: privat2018/11/DSC_2111OskarBa.jpg

HERSBRUCK – Sie haben seit den 70ern das cineastische Leben in Hersbruck geprägt: Hedwig und Oskar Bäumler, Inhaber und zeitweise Betreiber von City Kino und Bar „Holzwurm“ in der Braugasse 14. Am Dienstag ist nun Oskar Bäumler im Alter von 86 Jahren verstorben.

Die Kinogeschichte der Bäumlers begann im Frühjahr 1972 im Saal des ehemaligen „Hotel zur Post“. Nach dem Aus zweier anderer Lichtspielhäuser (siehe zum Thema) kreierten sie gerade in der Zeit, als „sämtliche Kinos zu Supermärkten wurden“, wie sich Hedwig Bäumler erinnert, eine neue Form von Kino – die Filmdiskothek.

Erst gab es Komödie, Drama und Co., dann konnte geraucht, getrunken und getanzt werden. „Die Leute konnten sitzen bleiben“ – und das führte zum Erfolg, an den anfangs keiner geglaubt hatte, außer die Bäumlers selbst. „Kino war einfach sein Leben und Gastro war auch seins“, beschreibt Bäumler ihren Mann. Vermutlich gefielen ihm der Kontakt zu den Menschen und die Filme an sich, denkt sie. Schon als junger Bursche verbrachte der gelernte Radio- und TV-Techniker als Platzanweiser und Filmvorführer seine Zeit in Lichtspielhäusern: „Ein eigenes Kino war immer sein Traum.“ Als sich abzeichnete, dass Bäumlers aus dem Hotel raus mussten, sorgten sie vor.

Ab Januar 1982 betrieben die Bäumlers ihr Lichtspieltheater im ehemaligen Raiffeisenlagerhaus in der Braugasse, das sie gekauft und umgebaut hatten. Im Prinzip behielten sie ihr altes Konzept bei, nur dass sie den eigenen Barbetrieb ein Jahr später ins Untergeschoss in die Kellerkneipe „Holzwurm“ verlagerten und vom Kinosaal trennten.

Kino wurde zur Bühne

1989 war Schluss mit der Filmdisco. Zuvor hatte das „eingespielte Team“ sich mit den Aufgaben in beiden Häusern abgewechselt, dann machten sie alles zusammen, blickt Bäumler zurück. Als Anfang der 2000er der Fortbestand des Kinos gefährdet war, zog zunächst das Kick ein und verwandelte die Leinwand in eine Bühne für Musik und Kabarett. Das soll auch weiterhin so bleiben. „Da sperre ich für die Musiker auf und schenke aus.“ Beim Kino will sie sich aber zurückziehen; übernehmen die Lichtspielfreunde Organisation und Abrechnung nicht komplett, wird es wohl ab Januar kein Kinoprogramm mehr geben.

Vor knapp acht Jahren ließen die Lichtspielfreunde das alte Filmflair im letzten Kino der Stadt wieder aufleben und ergänzten mit dem einzigen Programmkino im Landkreis das Kulturangebot Hersbrucks – Oskar Bäumler sei Dank.
Das betont Lick-Vorsitzender Herbert Schlittenbauer: „Er stellte sein Kino für unsere Initiative zur Verfügung. Dank der engen Zusammenarbeit von Lick und Familie Bäumler erinnern sich die Kinobegeisterten aus Hersbruck und Umgebung gerne an viele unterhaltsame und anregende Filmabende.“

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch