Volleyballerinnen des TV Hersbruck schlagen TC Höchstadt

Nervenstärke entscheidet Titelkrimi

Routinier Karin Brunner (Nr. 11, hier beobachtet von Svenja Schramm, links) entnervte die Höchstädterinnen mit gut getimten Blocks im Lauf des Spiels mehr und mehr. | Foto: K. Porta2018/03/DSC_5498.jpeg

HERSBRUCK – Die Volleyballerinnen des TV Hersbruck sind am Ziel ihrer Träume: In einem über weite Strecken hochklassigen und an Spannung kaum zu überbietenden Duell haben sie den einzig verbliebenen Titelkonkurrenten TC Höchstadt mit 3:1 bezwungen und sich am letzten Spieltag den Titel in der Kreisliga Nord und die damit verbundene direkte Rückkehr in die Bezirksklasse gesichert.

„Wir haben heute alles zeigen müssen“, sagte ein sichtlich geschaffter und vor Glück strahlender TV-Trainer Hans Tuchscherer nach dem fast zweistündigen Krimi vor eigenem Publikum. Die Ausgangssituation war nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel in Höchstadt vor einer Woche und dem zwar engen, aber doch souveränen 3:0 (25:23, 25:20, 25:23) gegen den TV Erlangen II in der ersten Begegnung des Doppelspieltages klar: Gewinnt Hersbruck mit 3:0 oder 3:1, ist der TV Meister, holen sich die Gäste zwei Sätze, wäre der Traum vom direkten Aufstieg in die Bezirksklasse geplatzt – und der Gang durch die Unwägbarkeiten der Relegation nötig.

Prompt war den beiden überragenden Mannschaften der aktuellen Spielzeit in der Kreisliga Nord die große Nervenanspannung deutlich anzumerken – auf Hersbrucker Seite äußerte sich das in vielen wackligen Annahmen und etlichen zu lang geratenen oder ungenauen Angriffschlägen. Höchstadt fand, angetrieben von der stark auftrumpfenden Sonja Jonas, dann eher zum eigenen Spiel und zog Mitte des ersten Satzes zunächst auf 10:13 davon. Zwar kamen die TV-Damen noch einmal auf 17:18 heran, dann aber gelangen den Gästen drei Punkte hintereinander und eine Vorentscheidung war gefallen: Höchstadt gewann den ersten Durchgang schließlich mit 25:21 – und Hersbruck stand mit dem Rücken zur Wand.

„Entscheidendes Detail“

In der kurzen Pause vor dem zweiten Satz schwor Tuchscherer seine Schützlinge darauf ein, sich bei der Annahme noch besser zu konzentrieren, um den Druck der Höchstädterinnen nicht zu groß werden zu lassen – „das war heute das entscheidende Detail“, so der Hersbrucker Trainerfuchs nach der nervenaufreibenden Begegnung. Und so ging sein Team noch einen Tick entschlossener zu Werke als zuvor.

Stellerin Birgit Schubert verteilte jetzt die Bälle geschickt auf ihre schlagstarken und trickreichen Angreiferinnen Susi Korschinsky, Karin Brunner, Svenja Schramm oder die bayernliga-erfahrene Sabrina Mayer, Sabine Kuberna brachte den TC mit platzierten Angaben wiederholt mächtig in Schwierigkeiten, und Libera Christine Kanstein leitete mit guten Annahmen einen Angriff nach dem anderen ein. Fast durchgängig in Führung, erarbeiteten sich die Hersbruckerinnen so schließlich vier Satzbälle. Allerdings spielten ihnen die Nerven plötzlich einen Streich und Höchstadt erkämpfte sich seinerseits beim 24:25 die überhaupt erst zweite Führung dieses Durchgangs und damit den Satzball – der Traum vom direkten Aufstieg war urplötzlich in weite Ferne gerückt.

„Herzstück“ sorgte für Ausgleich

Doch das Tuchscherer-Team bewies in dieser kniffligen Situation Charakter: Mit unbändigem Einsatz blockte Karin Brunner zwei wuchtige Angriffsversuche der Gäste, ehe Susi Korschinsky mit einem Heber über den gegnerischen Block wieder den Ausgleich herstellte. Sabrina Mayer, das zwar angeschlagene, aber in allen kritischen Phasen gewohnt zuverlässige „Herzstück“ der TV-Mannschaft, und ein zu lang geratener Angriff der Gäste sorgten danach für den so dringend benötigten Satzausgleich (27:25).

Zugleich der letztlich entscheidende „Wirkungstreffer“: Höchstadt, das jetzt mit Caroline Böckl auch seine erfahrenste Akteurin aufs Feld schickte, hatte im dritten Satz nur eine kurze gute Phase, als die Gäste nach dem 12:6 des TV noch einmal auf 12:11 verkürzten.

Doch die vor allem über die Außenposition immer wieder erfolgreiche Svenja Schramm beendete diese „Rallye“, und die wie immer geschlossen auftretenden Hersbruckerinnen dominierten den Rest des Satzes wieder nach Belieben (25:18).
Daran änderte sich auch im vierten Akt des Titeldramas nicht allzu viel: Zwar erwischten die Gäste einen deutlich besseren Start und führten schnell mit 5:2, dann aber übernahmen wieder Mayer, Brunner und Co. das Kommando, markierten acht der nächsten neun Punkte und liefen danach im Angriff erst so richtig heiß: Über 14:11, 17:12 und 21:14 blockten, schmetterten und lobten sich die Tuchscherer-Schützlinge – lautstark angefeuert von den rund 50 Fans auf der Tribüne in der Dreifachturnhalle – gegen die mehr und mehr aufsteckenden Gäste souverän zu vier Matchbällen.

Und im Unterschied zu Durchgang zwei fackelten die TV-Mädels keine Sekunde – verwandelten gleich den ersten davon und ließen anschließend ihren Gefühlen bei einem ausgelassenen „Aufstiegstänzchen“ mit Erfolgstrainer Hans Tuchscherer freien Lauf.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta