„Silberfilm“ gewinnt bei „Start social“

„Lebensqualität schaffen“

Nach der ersten Vorführung eines „Silberfilms“ im Hersbrucker City Kino zeugte das Lächeln vieler Besucher von dessen Erfolg. | Foto: privat2017/10/8465660.jpg

HERSBRUCK/HARTENSTEIN – Ein Kinoerlebnis schaffen, an dem auch Menschen mit Demenz oder Pflegebedarf teilhaben können — dieser Aufgabe hat sich das „Silberfilm“- Projekt aus Hartenstein verschrieben. Seit dem Start Anfang des Jahres hat das Team um Sabine Distler einige Filmveranstaltungen in Hersbruck und Nürnberg auf die Beine gestellt und nun sogar bei einem bundesweiten Wettbewerb gewonnen.

„Nicht nur die Gesellschaft, auch das Kinopublikum wird immer älter. Daran muss das Programm angepasst werden“, erläutert Sabine Distler vom „Curatorium Altern gestalten“, dem Projektträger des „Silberfilms“. Seit Beginn des Jahres organisiert sie mit ihrem Team im City Kino Hersbruck und im Filmhaus Nürnberg Vorführungen für demente oder pflegebedürftige Menschen. So soll ein neues Kinoformat entstehen. Weil das Projekt in dieser Form bisher einzigartig in Deutschland ist, musste das Silberfilm-Team bei Null beginnen und konnte sich nicht auf Erfahrungswerte stützen. Vor allem deshalb ist Distler stolz, dass die Aktion so läuft wie geplant und die Filmvorführungen bisher immer großen Zulauf fanden. Auch Herbert Schlittenbauer von den Lichtspielfreunden Herbruck freut sich über den Erfolg.

„Die Gesellschaft wird älter, aber wir können die sich daraus ergebenden Chancen nicht wirklich nutzen. Die Strukturen dafür müssen erst entstehen. Der Silberfilm ist ein Schritt, um mehr Lebensqualität zu schaffen“, betont Schlittenbauer. Ein Gewinn bei dem bundesweiten Wettbewerb „Start social“ bestätigt den Erfolg: Der Verein fördert soziale Engagements in ganz Deutschland. Jährlich werden 100 Initiativen ausgewählt, die ein dreimonatiges professionelles Coaching erhalten.

„Mit dem Coaching wollen wir unser Projekt breiter aufstellen“, erklärt Distler. Die Fachmänner bewerten auch das Potenzial und die Zusammenarbeit. Wer sich gut schlägt, hat die Aussicht auf ein weiteres Coaching. Das Silberfilm-Projekt hat sich aber auch von selbst weiterentwickelt und wird sich im kommenden Jahr auch über die mittelfränkische Grenze hinaus wagen.

Der nächste „Silberfilm“ läuft am kommenden Donnerstag um 15 Uhr im City Kino: In „Picknick mit Bären“ stürzt sich ein pensionierter Reiseschriftsteller ein letztes Mal in ein Abenteuer und will den Appalachian Trail bezwingen. Ein unterhaltsamer Kampf gegen die Natur und das Alter beginnt.

Der Streifen eigne sich gut für die Zielgruppe, weil er „viel Landschaft, wenig Aufregung, einen chronologischen Handlungsstrang und wenige Darsteller enthält“, erklärt Distler. Die Filme sind trotzdem für alle Menschen offen und sollen einen inklusiven Charakter haben. „Einfach mal mit der Oma ins Kino gehen“, fasst sie zusammen.

N-Land Marina Wildner
Marina Wildner