Alte Autoreifen als Sitzmöbel

Kunstaktion im Hersbrucker Gymnasium

Jan Körbes (links) zeigt den Schülern und ihrem Kunstlehrer Ulf Geer (stehend), an welchen Stellen sich die alten Reifen von Hand schneiden lassen. | Foto: privat2017/07/8247542.jpg

HERSBRUCK – Alte Autoreifen als bequeme Sitzgelegenheit? Das geht, wie der Berliner Künstler, Architekt und Designer Jan Körbes zeigte, der am PPG mit Elftklässlern ein ungewöhnliches Kunstprojekt auf die Beine stellte.

Auf die Schüler warteten dabei ausgediente Autoreifen. Die sollten die Jungs und Mädels getreu der Philosophie der Gruppe „Refunc“, der auch Jan Körbes angehört, zu einer neuen Funktion verhelfen, sie also „refunktionalisieren“. In diesem Fall war die Idee, eine Sitzgelegenheit aus den alten Autoreifen zu machen.

Eine Frage des Materials
Am Beginn stand die intensive Aneignung von Materialwissen und den Bearbeitungsmöglichkeiten. Mit der Zusammensetzung aus unterschiedlichen Materialien — von Gummi über Stahl in Form von Kabeln oder Matten bis zu synthetischen Materialien wie Kevlar- oder Nylongewebe — können die ausgedienten Reifen zum Beispiel nur an bestimmten Stellen von Hand geschnitten werden.

Körbes, der mit seiner Tochter in Berlin auf 14 Quadratmetern in einem umgebauten Futtersilo lebt, stellte zunächst den „Autoreifen-Sitz-Klassiker“ vor, den seine Gruppe in jahrelanger Arbeit entwickelt und optimiert hatte. Die Schüler experimentierten schließlich einen Tag lang, um ihre eigenen Formen zu finden.  Weil die so entstandenen Sessel wetterfest sind, landen sie nun im „grünen Klassenzimmer“ und in den öffentlichen Räumen der Schule, wie etwa im Pausenhof.

N-Land Katja Bub
Katja Bub