5. Begegnungscup in Hersbruck

Köpfchen im Finale

Die Altensittenbacher (links in grau-rot) schauen sich das Spiel zwischen Milli Görüs (grün-weiß) und den Deportivo Domingos an, rechts am Organisationstisch sitzt Ingbert Hautsch. | Foto: J. Ruppert2018/02/B2.jpeg

HERSBRUCK (jr) – Durch ein Traumtor hat Berat Gülden acht Sekunden vor Schluss den Begegnungscup entschieden. Sein Treffer bescherte dem türkischen Fußballteam Milli Görüs Hersbruck den Finalsieg im Match mit der Katholischen Pfarrgemeinde. Schirmherr Robert Ilg freute sich über das Ausrufezeichen gegen Fremdenfeindlichkeit: „Es sind Momente wie diese, die einen Bürgermeister stolz machen.“

„Turniermotor“ Ingbert Hautsch stellte in der Hersbrucker Dreifachturnhalle die zwölf Mannschaften kurz vor. So konnte er am besten darauf hinweisen, worum es bei dem Turnier mit dem verbindenden Element Fußball hauptsächlich geht: um das Miteinander von Menschen aus verschiedenen Kulturen und Religionen. Unter der Bezeichnung United Refugees gingen Asylbewerber aus Happurg und Hersbruck ins Rennen. Die International Stars stammten von vier Nationen: Iran, Afghanistan, Albanien und Deutschland.

Ebenfalls aus vielen Himmelsrichtungen kamen die Spieler des FC Real Hersbruck und Deportivo Domingos. Weitere Teilnehmer waren schon alte Hasen beim Begegnungscup: die Stadt- und Johanneskirche, die Hersbrucker Katholiken, die Hilfsorganisation Oase und drei Gruppen mit türkischen Wurzeln: Ditib, Milli Görüs (IGMG) und der Türkisch-Deutsche Elternverein.

Besonders hieß Ingbert Hautsch den SV Altensittenbach willkommen. Der Verein bietet seit dem letzten Sommer Inklusionsfußball. Dementsprechend durften in den SVA-Reihen auch Spieler mit Handicap auflaufen.

„Erfolgsgeschichte geht weiter“

„Die Erfolgsgeschichte des Begegnungscups geht weiter“, beglückwünschte Robert Ilg die Organisatoren. „Es ist eine tolle Hersbrucker Geschichte, die gern kopiert werden darf.“ Das Stadtoberhaupt überbrachte auch die Grüße des an Grippe erkrankten Landrats Armin Kroder. Dekan Stefan Alexander von der Katholischen Kirche erinnerte an Krieg und Gewalt in manchen Teilen der Erde und sagte mit Blick auf den Begegnungscup: „Es geht auch anders.“ Sein evangelischer Amtskollege Werner Thiessen lobte die Idee als eine Art kleine WM.

Den fußballerischen Auftakt bildete die Gruppe-A-Partie zwischen dem SV Altensittenbach I und dem FC Real Hersbruck. Beide Kontrahenten verpassten aber die Endrunde. Diese erreichten Milli Görüs und die Katholische Pfarrgemeinde – allerdings mit sehr unterschiedlichen Spielweisen: Während die türkische Mannschaft durch Athletik glänzte, setzten die christlichen Oldies auf Kombinationen und ließen zumeist die Gegner laufen.

In der Gruppe B dominierte Titelverteidiger TDE Hersbruck. Ditib Hersbruck hielt als Zweiter die International Stars und die in der Abwehr zu anfällige Stadt-/Johanneskirche knapp auf Distanz. Als Schiedsrichter sorgten Ingbert Hautsch, Kemal Sapkaya zusammen mit den Hersbrucker Stadträten Jürgen Amann und Friedrich Biegel für einen nahezu reibungslosen Ablauf.

Sieg dank Hinterkopf

In den Halbfinals bezwang Milli Görüs dank guten Endspurts Ditib 4:0 und die Katholiken den Türkisch-Deutschen Elternverein nach einem 2:2 im Neunmeterschießen 5:3. Tayyip Kara brachte Milli Görüs im Endspiel nach einem Bilderbuchangriff in Front. Josef Acs glückte der Ausgleich, als er eine Hereingabe von rechts am langen Eck verwandelte. Alle rechneten schon mit einer Entscheidung vom ominösen Punkt. Da verlängerte Berat Gülden eine abgefälschte Bogenlampe mit dem Hinterkopf zum Siegtor.

In den Neunmeterentscheidungen um die Plätze gab es ein ziemliches Fehlschussfestival. Den Fairnesspokal erhielt der SVA II. Weiterer Gewinner war die Lebenshilfe Nürnberger Land. Etliche heimische Firmen hatten den Begegnungscup gesponsert. Geschäftsführer und Landtagsabgeordneter Norbert Dünkel dankte für den Spendenscheck von über 3500 Euro. Damit wird das Lebenshilfe-Projekt „Gewo“ (Gesundheit und Wohlbefinden) mit zusätzlichen Geräten unterstützt.
Im Rahmenprogramm des Cups zeigten die Altensittenbacher Minis die Fußballvariante Funiño. Ein Suchspiel erleichterte das Knüpfen des ersten Kontakts unter den großen Kickern.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert