Vorschau Bezirksliga Nord

Hersbrucks Coach warnt vor den Scherau-Kickern

Die SpVgg Diepersdorf – hier ein Zweikampf zwischen Philipp Lahner und Gästeakteur Philipp Bauerfeld – hofft in Hersbruck auf ein besseres Ergebnis als im Hinspiel, als man glatt mit 0:4 die Segel gestrichen hat. | Foto: Keilholz2018/11/DSC04257-1.jpg

LEINBURG – Während sich die Fußballer des 1.FC Hersbruck nach dem Kreisderby der Bezirksliga Nord gegen die SpVgg Diepersdorf über den Gang in die Winterpause freuen dürfen, hält der Spielplan für die Scherau-Fußballer am Samstag in einer Woche noch die brisante Kellerpartie beim TV 48 Erlangen parat.

Bei der SpVgg ist man bemüht, die Vorkommnisse beim letzten Heimspiel gegen Buckenhofen nicht allzu hoch zu hängen. „Jeder hat einmal einen schlechten Tag, ich will nicht auf dem Schiedsrichter rumhacken“, so Co-Trainer Andy Reuß, der vom jungen Unparteiischen Jonas Lux (23) nach zwei Gelben Karten innerhalb von 120 Sekunden bereits nach weniger als einer halben Stunde vorzeitig zum Duschen geschickt worden war.

Allerdings moniert der Co-Trainer, dass dieser darüber hinaus eine Reihe von strittigen Szenen gegen seine Elf gepfiffen habe. So sei auch der Elfmeter, der zur Entscheidung geführt habe, diskussionswürdig gewesen und bei der Roten Karte für den kurz zuvor eingewechselten Danny Keil in der Schlussminute wegen Foulspiels – dies war die erste Rote Karte für die SpVgg in dieser Saison – hätte es nach Ansicht von Reuß „mit etwas mehr Fingerspitzengefühl“ gereicht, es bei einer Gelben Karte zu belassen.

SpVgg hat Moral gezeigt

Was Co-Trainer Reuß und der abstiegsbedrohten SpVgg vor dem schweren Gang zum 1.FC Hersbruck Hoffnung macht, ist die Tatsache, dass die dezimierte Elf Moral gezeigt und in Unterzahl zum 1:1 ausgeglichen hat. Dass dann ein fraglicher Elfmeter die Entscheidung gegen seine Elf bedeutet hat, „ist bitter, aber damit müssen wir leben“, so Reuß.

Zwar nimmt die SpVgg beim letztjährigen Vizemeister die Rolle des Underdogs ein. Co-Trainer Reuß und Daniel Wolf, der in dieser Woche wohlbehalten von einem zweiwöchigen USA-Aufenthalt zurückgekommen ist, wollen mit ihrer Elf den einen oder anderen Nadelstich setzen und hoffen auf mehr Fortüne als im letzten Heimspiel gegen Buckenhofen. Daniel Wolf: „Wir müssen und wollen einfach unsere Chance nutzen und versuchen, aus Hersbruck etwas mitzunehmen“.

Neben Spielertrainer Wolf hofft man im Lager der SpVgg, dass auch Alexander Stengel, der vor Wochenfrist nach fast zwölfwöchiger Verletzungspause ein vielversprechendes Comeback gegeben hat, wieder mitwirken kann. Der Kapitän war allerdings, nachdem er gegen Buckenhofen durchgespielt hat, an seinem operierten Knie nicht schmerzfrei. Ein Fragezeichen steht darüber hinaus über dem Einsatz von Tobias Beß, womit ein wichtiger Mann im Spielaufbau ersetzt werden müsste.

Hersbruck hat Krise überwunden

Hersbruck, in der Vorrunde in der Scherau glatter 4:0-Sieger, hat allerdings auch im Rückspiel die Favoritenrolle inne. Der Vizemeister der vergangenen Saison legte mit vier Siegen einen perfekten Saisonstart hin, war dann aber ab Mitte September in eine Krise geschlittert. Nach einer Durststrecke mit fünf Niederlagen am Stück und den Absturz an den Rand der Abstiegszone hat sich das von Stefan Erhardt, der in der dritten Saison in Hersbruck das Trainerzepter in der Hand hat, allerdings wieder gefangen.

Mit zuletzt vier Siegen und 16 Punkten aus den letzten sechs Spielen ist es gelungen, die Bilanz wieder ins Positive zu drehen. Aktuell steht der 1.FCH mit 33 Punkten auf Rang sieben, wobei der Vizemeister bei sechs Zählern Rückstand auf den 1.FC Kalchreuth – dieser hat in einem Nachholspiel unter der Woche bei Bayern Kickers Nürnberg (0:0) zwei Punkte liegen lassen – Platz zwei sicher noch längst nicht abgeschrieben hat.

Der überraschende Punktgewinn der Bayern Kickers, die sich mit sieben Punkten in den letzten drei Spielen im Tabellenkeller etwas Luft verschaffen konnten und – bei allerdings drei Spielen mehr – mit 20 Zählern auf dem Relegationsrang stehen, verschärft auf der Gegenseite die Lage der Diepersdorfer.

FC-Trainer Erhardt warnt allerdings davor, die Diepersdorfer an ihrem Tabellenstand zu messen: „So ein Gegner, der unten drin steht, bekommt entweder kein Bein auf den Boden oder kann dir alles abfordern“. Trotzdem ist der Club-Coach optimistisch: „Ich glaube schon, dass wir in der Lage sind, die drei Punkte bei uns zu behalten“. Dieser ist ansonsten froh, dass das 40. Punktspiel in diesem Jahr das letzte ist.

N-Land Manfred Keilholz
Manfred Keilholz