Helfer kümmern sich seit Freitagnacht um drei illegal eingeschleuste Hunde

Hersbrucker Tierheim päppelt Welpen auf

Drei kleinen Hundewelpen aus der Slowakei in der Quarantänestation des Tierheims Hersbruck. Foto: L. Hufnagl2015/12/6900410.jpg

HERBSRUCK – Ende mit Schrecken oder Schrecken ohne Ende? Seit der Nacht zum Freitag beherbergt das Tierheim Hersbruck drei illegal eingeschleuste Hundewelpen aus Osteuropa, die von der Polizei an der Grenze zu Österreich entdeckt und sichergestellt wurden. Die völlig geschwächten Tiere sollten zudem wieder in die Herkunftsländer abgeschoben werden.

Bei einer Grenzkontrolle von zwei Transportern in Bad Reichenhall an der österreichischen Grenze stießen Polizisten in der Nacht von Donnerstag auf Freitag auf insgesamt 217 geschmuggelte Hundewelpen. Einer der beiden Transporter wollte vermutlich von Ungarn nach Spanien, der andere kam aus der Slowakei mit unbekanntem Ziel.

Abgesehen von den zirka vier bis fünf Wochen alten Hundebabys wurden auch 50 Zebrafinken und 20 Schildkröten konfisziert. Die völlig geschwächten Tiere wurden in einer nächtlichen Rettungsaktion auf alle Mitgliedstierheime des Landesverbandes im Deutschen Tierschutzbund – darunter das Tierheim Hersbruck – aufgeteilt.

Seitdem kümmert sich das Tierheim Hersbruck 24 Stunden am Tag um seine drei neuen Schützlinge aus der Slowakei auf der Quarantänestation. „Im Moment laufen noch verschiedene Untersuchungen, da wir weder über das Krankheitsbild der Welpen, noch darüber, ob sie geimpft sind, etwas wissen“, berichtete die Vorsitzende des Tierheims, Martina Höng. Das gesamte Personal und auch Ehrenamtliche setzen alles daran, die Hundebabys gesund zu pflegen und bestmöglich zu sozialisieren. „Der Gesundheitszustand ist zwar kritisch, aber es ist nicht so, dass keine Chance besteht, alle gut durchzubringen“, so Höng.

Eigentlich ein guter Ausgang der Geschichte – bis der Deutsche Tierschutzbund am Dienstag erklärte, dass das Tierseuchenreferat des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft in Bonn beschlossen hat, die Transporte aus Ungarn und der Slowakei dorthin zurückzuschicken. Aus Tierschutzsicht ist das undenkbar für die kranken, geschwächten Tiere. Dennoch möchte die verantwortliche Umweltministerin Ulrike Scharf von der CSU den Rücktransport organisieren und gibt hierfür als Grund an, dass man sicherstellen müsse, dass die bayerischen Tierheime weiter auch andere Tiere aufnehmen können.

Auch die drei Welpen aus Hersbruck sind davon betroffen. Die Meldung über den bevorstehenden Abtransport löste bei allen Beteiligten tiefes Entsetzen aus. „Es zerreißt uns das Herz“, sagte Höng. „Wir können es einfach nicht verstehen. Wenn sie uns jetzt weggenommen werden, macht das jegliche Mühe, die wir investiert haben, zunichte. Der Gesundheitszustand der Tiere lässt einen Transport einfach nicht zu.“

Am frühen Abend dann eine Wende, die die Mitarbeiter des Tierheims sicher aufatmen lässt: Laut dem Deutschen Tierschutzbund lenkte das Bayerische Umweltministerium ein – die Welpen dürfen nun doch in den Tierheimen bleiben.

Lisa Hufnagl

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung