Mitgliederversammlung

Hersbrucker Kino-Verein braucht neue Räumlichkeiten

Als die „Lichtspielfreunde“ vor knapp acht Jahren ihren ersten Film zeigten, war das City Kino rappelvoll. Nun beginnt für den Verein die Suche nach einer neuen Spielstätte. | Foto: HZ-Archiv2019/01/5_2_1_2_20110316_KINO-800x533.jpeg

HERSBRUCK – Was passiert mit dem Kinoleben in Hersbruck? Das fragt sich wohl so mancher, seitdem City Kino-Besitzerin Hedwig Bäumler den „Lichtspielfreunden“ zum Jahresende gekündigt hatte. „Wir wollen weitermachen“ lautet die klare Botschaft des Vereins, die sich bei dessen Mitgliederversammlung herauskristallisiert hat.

Aber: „Das Vorhaben steht und fällt mit dem Raum“, sagt Vorsitzender Herbert Schlittenbauer. Der sollte 60 bis 100 Quadratmeter haben, mindestens drei Meter hoch sein, in Innenstadtnähe liegen sowie über Toilette und Heizung verfügen. Zwei Varianten können sich die Lichtspielfreunde dann dort vorstellen: entweder das Wiederbeleben des bereits gewohnten Programmkinos oder nur einmal im Monat die Vorführung eines besonderen Films für „das treue Publikum, das sich in den acht Jahren aufgebaut hat“.

Nicht nur, weil diese Menschen aus Hersbruck, dem Umland, aus Lauf und sogar Nürnberg die Vereinsmitglieder immer wieder auf die Zukunft des „letzten Kinos im Nürnberger Land“ angesprochen hatten, will der Verein mit seinen 56 Männern und Frauen weitermachen. „Wir haben nach wie vor den Willen und die Energie, ein Kino-Leben in Hersbruck zu betreiben“, packt Schlittenbauer die interne Stimmung in Worte.

Falsche Worte
Rund 20 000 Besucher kamen in den vergangenen fast acht Jahren zu den „Lichtspielfreunden“, hat Schlittenbauer nachgerechnet. Auch deshalb fiel der Rückblick auf die Zeit im City Kino bei der Mitgliederversammlung positiv aus: „Es war eine Win-Win-Situation, dass wir das Projekt zusammen mit Familie Bäumler starten konnten“, findet Schlittenbauer – trotz der Unstimmigkeiten zwischen Verein und Hedwig Bäumler in den vergangenen Monaten.

Letztere war bei der Versammlung von ihrer Kündigung zurückgerudert. „Ich hatte mich falsch ausgedrückt und wollte den Verein nicht hinauswerfen, sondern nur selbst mit der Kino-Organisation nichts mehr zu tun haben“, erklärt Bäumler der HZ. Sie signalisierte Gesprächsbereitschaft in Sachen Rückkehr und Mietvorstellungen. Doch trotz vermittelnder Worte einer Dame aus dem Vorstand entschied sich die Versammlung bei einer Abstimmung mehrheitlich für einen „Schlussstrich“ unters City Kino, so Schlittenbauer.

Da aber das technische Equipment vorhanden ist und die Filmvorführer laut Aussage von Schlittenbauer weitermachen wollen, startet nun die Suche nach neuen Räumlichkeiten. Für die nötige Audioanlage bekommen die „Lichtspielfreunde“ Unterstützung vom Kick. „Dieser Zusammenhalt ist toll, das hatten wir auch teilweise schon bei der zu Konzerten passenden Filmen.“

Dass der Verein den Neuaufbau eines Kinos hinbekommt, davon ist Schlittenbauer überzeugt, zumal sich im Zuge der Neuwahlen die Personalsituation in der Führungsriege – Posten waren aufgrund von Erkrankungen unbesetzt – entspannt habe: „Wenn sich da jeder einbringt, ist das realisierbar.“ Schlittenbauer bleibt nach Willen der Mitglieder weitere zwei Jahre der Vorsitzende. „Wir befinden uns in stürmischen Zeiten und da geht der Kapitän nicht von Bord.“ Er hofft aber, dass in dieser Zeit ein jüngerer Nachfolger gefunden wird: „Die Jungen müssen erkennen, welche Bedeutung ein anspruchsvolles Kino mit Qualität vor Ort hat.“

Schlittenbauers „Vize“ ist nach wie vor Ursula Salewski. Neu als Kassier ist Wolfgang Plattmeier dabei; Uwe Jacobsen wird seine technischen Fähigkeiten einbringen. Die „Lichtspielfreunde“ hoffen, dass sie bis Mai oder Juni einen festen Ort gefunden haben und mit einer der beiden Varianten starten können. Sollte das nicht klappen, wären auch Einzelvorstellungen an besonderen Spielstätten vorstellbar.

Teil der Lebensqualität
„Wir wollen keine Vereinsleiche werden“, stellt Schlittenbauer klar. Ein Programmkino wäre dann nicht möglich, aber der Verein würde so in Erinnerung bleiben, denkt der Vorsitzende und schickt noch Appell und persönliche Überzeugung in einem nach: „Um die Lebensqualität in Hersbruck zu erhalten, ist ein Kino nötig.“

Wer einen Raum für die „Lichtspielfreunde“ hat, meldet sich unter info@lick-hersbruck.de

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch