Bauausschuss des Stadtrates

Hersbrucker Beamtenwohnhaus wird zum Baudenkmal

Das markante Wohngebäude mit seinen dem Neubarock entnommenen Gliederungselementen im Hersbrucker Lohweg wird in die Liste bayerischer Baudenkmäler aufgenommen. | Foto: J. Ruppert2018/06/P1280572.jpg

HERSBRUCK – „Eine fast schon palastartige Erscheinung innerhalb seines Umfelds“ heißt es im Schreiben des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. Die Fachleute in München umschreiben damit ein im Jahr 1924 errichtetes Beamtenwohnhaus im Lohweg am Rande der Hersbrucker Altstadt. Der Bauausschuss des Stadtrates billigt die Aufnahme des Gebäudes in die Denkmalliste. Weitere Themen waren störende Bäume in Weiher und ein teurer Steg.

Die Firma Maisel hat den Antrag gestellt, auf dem Schickedanz-Areal einen zweiten Komplex mit weiteren 24 Wohnungen zu bauen. Laut Bauträger sind rund 80 Prozent der Anlage schon verkauft. Mittlerweile haben die Erdarbeiten begonnen. Neben dem Nürnberger Tor soll sich das einstige Marinas Café in einen Telekommunikationsladen verwandeln. Das Gesuch wurde durchgewunken. Stadträtin Ulrike Eyrich mahnte bei der Außenwerbung und Innenbeleuchtung Fingerspitzengefühl an. „Für außen ist eine Satzung vorhanden, für innen nicht“, sagte Bürgermeister Robert Ilg.

Fußballkäfig kommt
„Endlich tut sich was“, dürften viele junge Kicker aufatmen. Der Fußballkäfig, der der DAV-Kletterhalle weichen musste, darf in der Pegnitzau am Chotieschauer Weg neu gebaut werden. Ulrike Eyrich wünscht Nachpflanzungen, falls für den neuen Käfig störende Bäume gefällt werden. Die Genehmigung durch das Landratsamt scheint nur mehr Formsache. Der Verein Emug (die Abkürzung steht für Europäische Moscheebau- und Unterstützungsgemeinschaft) baut das Bahnhofsgebäude links der Pegnitz in ein Klubheim mit Gebetsraum um.

Für den hinteren Bereich der einstigen Zimmerei am Eingang der Eichelgasse wird als neue Nutzung ohne genauere Angabe „Lager und Produktion“ gewünscht. Die PsoriSol-Klinik plant bekanntlich einen großen Erweiterungsbau auf der Turnhalleninsel. Erster Schritt ist der Abbruch eines Wohnhauses auf der Fläche.

Das dreigeschossige Gebäude im Lohweg gleich neben Polizei und Stadtkirche wird ein Baudenkmal. Der große Block zeigt, dass Hersbruck in den 1920er-Jahren eine hohe Bedeutung als Verwaltungssitz (Vermessungsamt, Forstamt, Finanzamt) hatte. Er dokumentiert aber auch nach Meinung der Fachleute in seiner Ausführung mit Mansardwalmdach, Zwerchhaus, großzügig bemessenen Wohnungen, dem Neubarock entnommenen Gliederungselementen und vornehmen Loggien zur Gartenseite höchst anschaulich den hohen Stellenwert des bayerischen Beamtentums.

Der Stadtjugendrat hat beantragt, dass beim öffentlichen Basketball- und Volleyballplatz gegenüber der Förderschule ein Steg über den angrenzenden Graben und Bänke errichtet werden. Für die Sitzgelegenheiten gab es einhellige Zustimmung. Nachdem der Bauhof derzeit aber keine Bänke vorrätig hat, würde sich die Stadt über Sponsoren freuen.

Bei der gewünschten Überquerung des Wassergrabens gab es eine Debatte. Stadtbaumeister Lothar Grimm legte Pläne mit Kostenschätzungen vor. Knackpunkt waren die Ausgaben von bis zu 20 000 Euro für eine Brücke. Iris Plattmeier fand, das sei zu viel Geld. Schließlich handelt es sich um Sportler und der jetzige Übergang befindet sich nur wenige Meter entfernt. „Die Spielunterbrechungen nerven“, lautete das Gegenargument von Irmgard Raum.

Norbert Thiel machte einen vermittelnden Vorschlag. „Es geht nur darum, einen Ball zu holen“, sagte er und empfahl einen einfachen Holzsteg. Ilg will diese Variante prüfen lassen. Für Großviehberg segnete der Ausschuss einen Tekturplan zur Bebauung eines Ortsrandes ohne Aussprache ab.

Bei einer Bürgerversammlung im Februar hat ein Anwohner aus dem Stadtteil Weiher darum gebeten, die vor etwa 30 Jahren entlang der Hinrich-Wichern-Straße gepflanzten Eichen wegen Beschattung, Asphaltschäden durch Wurzeln und Laubfall zu entfernen. „Es war ein gut gemeinter Wille, den Eichenhain dort fortzuführen. Der Platz ist für die Bäume aber nicht da“, unterstützte Ilg den Wunsch im Grundsatz. Allerdings schätzt das Stadtbauamt das Fällen und Ausbessern des Belags auf 25 000 Euro für jeweils drei Gehölze jährlich.

Nur acht Bäume?
„Ein stolzer Preis“, kritisierte Ulrike Eyrich und forderte, dass nur störende Bäume wegkommen. Konkreter wurde Wolfgang Geiger. „Von den 18 Bäumen passen nur acht nicht hin“, sagte er und fügte an: „Es wäre jammerschade, alle zu entfernen.“ Auch Norbert Thiel mahnte Augenmaß an. Robert Ilg stimmte dem zu. Alle Ausschussmitglieder beschlossen, ab 2019 jährlich bis zu drei der größten Eichen gegen Stadtbirne oder Ahorn auszutauschen.

Im Berichtwesen sagte Robert Ilg, dass am 1. Juli in der Hersbrucker Altstadt rund um das Rathaus ein Trödelmarkt stattfindet. Lothar Grimm informierte, dass die Kinderkrippe Hirtenbühl laut Schlussrechnungen billiger wird als angenommen. Mit den freien finanziellen Mitteln möchte die Stadt eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Tagesstätte bauen. Die Kohlendioxideinsparung durch diese umweltfreundliche Lösung bezifferte der Stadtbaumeister auf rund 6,5 Tonnen pro Jahr. Die Krippe ist seit letztem Oktober in Betrieb, in Kürze wird die Einweihungsfeier nachgeholt.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert