Hersbruck schläft nicht

Zusammenschluss der Hersbrucker Wirte: (Von links nach rechts) Oben: Reinhard (Zentral), Fred (Scharfes Eck), Gregori (Pilsbar Gregori am Unteren Markt), Bobby (Getränkemarkt Wasser Gleich), Torsten (La Bodega), Eugen (Treffpunkt Zirnbauer), Dominika (Boulevard), Roland (Holzwurm). Unten: Niko, Frank (Schnerpf`l) und Jürgen (Nachtschwärmer) wollen das Hersbrucker Nachtleben wachrütteln. Foto: A. Schneider2010/10/5_2_1_2_20101029_AKTUELL.jpg

HERSBRUCK — Die Hersbrucker Kneipen- und Gastwirte machen gemeinsame Sache. Unter dem Motto „Hersbruck schläft nicht“ haben sich zehn Gastronomen zusammengeschlossen, um für die Wochenenden ein Gegengewicht zum „Fortgeh-Tourismus“ nach Nürnberg zu setzen und ihr eigenes Angebot wieder ins örtliche Gedächtnis zu rufen.

„In Hersbruck ist was los. Es gibt ein breitgefächertes Angebot, jede Kneipe hat ihren Stil und da ist doch eigentlich für jeden Geschmack was dabei“, sagt Bobby Deinzer vom Getränkemarkt Wasser Gleich, der die Wirte ebenfalls bei ihrem Vorhaben unterstützt. Unrecht hat er damit nicht: Von den Sportsbars, in denen Fußballspiele und Box-Kämpfe gemeinschaftlich erlebt werden können, über den Bierkeller, in dem man bei Pils und Blondem einfach mal den Feierabend verquatschen kann, bis hin zu den Party-Kneipen, die oftmals Live-Bands und Motto-Partys bieten, ist alles dabei – auch Milchkaffee- und Cocktail-Trinker kommen voll auf ihre Kosten und auch das Essen ist abwechslungsreich und lecker.

Warum also in die Ferne schweifen, wenn das Gute doch vor der Haustür liegt? Roland Winkler vom Holzwurm, Niko Georgiadis vom Schnerpf`l, Reinhard Kratzer vom Zentral, Fred Schumann vom Scharfen Eck, Gregori Daniilidis von der gleichnamigen Pilsbar am Unteren Markt, Steffi Reznicek von der Rocklaube, Torsten Meczulat von La Bodega, Eugen Zirnbauer vom Treffpunkt Zirnbauer (ehemals Schlossklause), Dominika Lis vom Boulevard und Jürgen Pickel vom Nachtschwärmer wollen dieser Frage auf den Grund gehen. „Wir wollen gemeinsame Sache machen, was nicht ausschließt, dass wir auch unsere Unterschiede hervorheben“, erklärt Roland, der vor kurzem den Holzwurm unter dem früheren City-Kino übernommen hat.

Ein wichtiger Teil der Zusammenarbeit soll ein gemeinschaftlicher Werbeauftritt sein. Angedacht sind öffentliche Schaukästen in der Stadt, etwa in den ehemalige Aushängeflächen des City-Kinos, eine Info-Plattform im Internet, Plakate und eine monatliche Zeitungs-Anzeige, die einen genauen Überblick bieten soll, was in den jeweils kommenden vier Wochen los ist. „Das wird auch von den großen regionalen Brauereien in Hersbruck und Neuhaus unterstützt“, verrät Bobby.

Party-Spaß zu Halloween

„Jedes Wochenende ist was geboten, das muss einfach bekannter werden“, sagt Torsten von La Bodega. „Die Leute sollen auch wieder Rundgänge starten“, ergänzt Niko vom Schnerpf`l. Und Roland fügt hinzu: „Es muss ja keiner fünf Stunden in der gleichen Kneipe hocken, wir sind schließlich kollegial.“ Um die Lust auf eine Hersbrucker Kneipen-Tour zu steigern, sind stadtübergreifende Party-Wochenenden geplant.

Los geht es schon heute mit einem großen „Halloween-Spezial“: Das Boulevard startet am Freitag mit der Party „Zombie-Nation“: Als besonderer Gast bedient DJ Housemeister die Plattenteller und sorgt für musikalische Gruselstimmung. Am Samstag rocken die Lokal-Matadoren von Zhenil in der Rocklaube. Wer vorher dem Motto gemäß essen gehen will, bekommt am Freitag und Samstag im La Bodega eine feurige spanische Kürbissuppe. Und für den kleinen Hunger zwischendurch gibt es eine Flasche Wein des Monats — weiß oder rot — und einen Korb Brot mit Dip zum Sonderpreis.

Am Halloween-Sonntag selbst wird dann in fast allen beteiligten Kneipen und Gaststätten gefeiert. Richtige Grusel-Partys mit Spezial-Deko finden im Schnerpf`l, im Scharfen Eck und im Holzwurm statt. Im Holzwurm legt ab 18 Uhr DJ Matze auf. Wer schauderhaft maskiert unterwegs ist, bekommt überall einen Überraschungs-Begrüßungs-Drink. Das nächste Mottowochenende findet übrigens schon im November statt: Am Samstag nach Faschingsbeginn, am 13. November, soll in allen beteiligten Hersbruck Kneipen ein „Kappenabend“ gefeiert werden — mit Fachingsschlager und Maskerade.

Langfristig will die Wirte-Gemeinschaft auch Großveranstaltungen initiieren und sich daran beteiligen, so etwa den „Oktobär“ oder den „Nachtgiger“.

Aber auch drängende Probleme sollen in den monatlichen Treffen ein Thema sein. Dazu gehört zum Beispiel die Frage nach dem Rauchverbot und die daraus resultierende Lärmbelästigung für Kneipen-Anwohner. „Wir wollen konstruktive Lösungen finden, schließlich sollen sich alle hier wohl fühlen“, sagt Bobby.

N-Land Hersbrucker Zeitung
Hersbrucker Zeitung