Klinikum stärkt Standort Lauf

Grüneberg bestätigt Aus für Hersbrucker Haus

Dr. Thomas Grüneberg (Mitte) ist nun Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land, hier zusammen mit seinem Vorgänger Dr. Michael Hitzschke (rechts) und Dr. Alfred Estelmann (links), Vorstand des Nürnberger Klinikums. Sie stehen vor dem Neubau am Laufer Krankenhaus. | Foto: K. Bub2017/08/8296984.jpeg

LAUF – Der neue Geschäftsführer der Krankenhäuser Nürnberger Land (KNL) GmbH ist seit gestern im Amt: Dr. Thomas Grüneberg. Sein Vorgänger Dr. Michael Hitzschke ist nun Standortmanager im Nürnberger Südklinikum. An der geplanten Schließung des Hersbrucker Krankenhauses ändert der Personalwechsel nichts. „Die Würfel sind gefallen“, machte Dr. Alfred Estelmann, Vorstand des Klinikums Nürnberg, erneut unmissverständlich deutlich.

„Uns tut die Entscheidung sehr weh, aber wir haben keine Chance das Krankenhaus Hersbruck zu erhalten“, sagte Estelmann bei der Pressekonferenz im Laufer Krankenhaus, die eigentlich der Vorstellung des neuen Geschäftsführers Thomas Grüneberg galt. Der ist Internist und Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Nephrologie, daneben noch Master of Business Administration. Seit 2010 war er am Klinikum Nürnberg Bereichsmanager für elf Kliniken, das Eltern-Kind-Zentrum und das Herz-Gefäß-Zentrum.

Seine Marschrichtung als neuer Geschäftsführer der KNL GmbH ist klar: die medizinische Versorgung im Nürnberger Land sicherstellen, den Standort Lauf erhalten und in der Notfallversorgung stärken sowie die gesetzten Schwerpunkte für Patienten attraktiv machen und etablieren.

Mehr Zusammenarbeit
Wie er das tun will? Die Krankenhäuser Nürnberger Land näher ans Klinikum Nürnberg heranführen, so dass die KNL GmbH auch mehr als Tochter wahrgenommen werde, erklärt Grüneberg. Kurzum: eine engere Zusammenarbeit mit dem großen Partner in Nürnberg aufbauen, sich gegenseitig personell aushelfen, beispielsweise durch Rotationen oder Hospitationen. Das gelte nicht nur für das „zarte Pflänzchen“ der Geburtshilfe in Lauf, sondern auch für andere Fachbereiche. Auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten sowie dem Gesundheitsnetz Franken Jura will Grüneberg weiter vorantreiben.

Dass der Wechsel in der Führungsspitze gerade jetzt erfolgte, habe mit den Umstrukturierungen im Klinikum Nürnberg zu tun, so Estelmann. Zum einen werde Hitzschke, der in den vergangenen Jahren etliche Bauprojekte in der KNL GmbH leitete, am Südklinikum gebraucht, wo nun bauliche Veränderungen anstehen. Zum anderen werde der Vorstand des Nürnberger Klinikums neu organisiert. Estelmann selbst gehe Ende des Monats in Ruhestand. Der neue Vorstand soll dann, ohne gleich Umbesetzungen organisieren zu müssen, im September seine Arbeit aufnehmen können.

Am verkündeten Aus für das Hersbrucker Krankenhaus ändert das alles nichts. Im Krankenhausnavigator der AOK im Internet werde das Haus bei Notfällen schon gar nicht mehr aufgeführt, erklärte Estelmann. Die steigenden Anforderungen an eine Notfallversorgung seien hier nicht zu erfüllen. Vielmehr gehe es nun darum, den Umzug der Betten von Hersbruck nach Lauf auf gesunde Beine zu stellen. So werde bereits jetzt der Logistikbereich in Lauf fit gemacht. Zudem habe die KNL GmbH für das Krankenhaus Lauf einen Mehrbedarf von 48 Betten in der Landesplanung angemeldet. Die Weichen für die Schließung des Hersbrucker Hauses und die Verlagerung nach Lauf seien gestellt. Jetzt gelte es auszuloten, was in Hersbruck künftig möglich und sinnvoll sei, so Estelmann.

Dr. Michael Hitzschke machte dabei deutlich, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gebe werde und an die Belegärzte das Angebot signalisiert worden sei, mit nach Lauf umzuziehen. Es sei durchaus eine Erfolgsgeschichte, dass die KNL GmbH das Hersbrucker Krankenhaus allen Unkenrufen zum Trotz so lange habe halten können.

N-Land Katja Bub
Katja Bub