TV Hersbruck organisierte Streetballturnier

Ein Hauch von Freiplatz

Wo ist der Ball? Hersbrucks Anthony Woodson narrt seinen Gegenspieler von der Nürnberger „Derabie“. | Foto: Porta2017/06/8168590.jpeg

HERSBRUCK – Fans spektakulären Basketballs sind hier wieder voll auf ihre Kosten gekommen: Beim „La-Creme“-Streetballturnier des TV Hersbruck gab es alles zu sehen, was die uramerikanische Sportart so attraktiv macht. Einziger Wermutstropfen: Für das heimische Team „Beastmode“ war nach dem Sieg vor zwölf Monaten dieses Mal schon im Viertelfinale Endstation.

„Erfunden“ auf den Freiplätzen im Rucker Park, ist Streetball als eine „freie“ Variante des Basketballs schon lange Teil der Jugendkultur. Beim Spiel auf nur einen Korb liegt der Schwerpunkt auf trickreichen „Moves“ im Eins-gegen-Eins und krachenden Dunks.

Dynamische „Drives“ zum Korb, schnelle Dribblings und beinahe ansatzlose Distanzwürfe waren denn auch in der Hersbrucker Dreifach-Halle zu sehen.
Das Regelwerk beim Streetball ist denkbar einfach: gespielt wird drei gegen drei auf einen Korb, „normale“ Korberfolge zählen einen Punkt, für erfolgreiche Distanzwürfe von jenseits der 6,75 Meter entfernten „Dreierlinie“ werden zwei Zähler notiert. Wer punktet, bleibt weiter in Ballbesitz. „Make it, take it“, heißt dieses Prinzip, wie Organisator Roland Weber vom TV Hersbruck erklärt. Die einzelne Partien dauern zehn Minuten, außer eine Mannschaft hat schon vorher 21 Punkte auf dem Zettel stehen.

Beinahe diebisch freute sich Roland Weber über den im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gestiegenen Zuspruch: Gleich 14 Teams (2016: neun) aus München, Rosenheim, Regensburg, Vilseck und der Metropolregion Nürnberg reisten nach Hersbruck an – allesamt Vereinsbasketballer, die mindestens in der Bezirksoberliga auf Korbjagd gehen.
Für das Heimteam „Beastmode“ begann das Unternehmen Titelverteidigung verheißungsvoll – Anthony Woodson, Paul Nzeocha, Alex Schug und Illija Rybyy gewannen fünf ihrer sieben Vorrundenbegegnungen in Gruppe A und zogen souverän in die K.o-Spiele ein. Dort folgte allerdings gleich im Viertelfinale mit einem knappen 15:19 gegen den späteren Dritten „Pljeskavica“ aus Nürnberg das frühzeitige Aus.

Ohne Niederlage
Als Nachfolger des TV-Quartetts ging der 200-Euro-Siegerscheck so an die „Fleischpeitschen“. Die Korbjäger des Regionalliga-Dritten VfL Treuchtlingen schickten im Finale das Nürnberger Team „Les Chacrusel“ mit 19:14 vom Court und blieben als einzige Mannschaft ohne Niederlage.
Ein, wenn nicht der Höhepunkt des Tages war der Dunkingcontest, den wie schon vor Jahresfrist der Rosenheimer Salu Tadi zu seinen Gunsten entschied – die drei Juroren hielten nach seinen beiden spektakulären „Stopfern“ jeweils dreimal die Maximalpunktzahl von 10 in die Höhe. Mit 44 Zählern folgten die beiden Hersbrucker Alex Schug und Paul Nzeocha gleichauf auf den Plätzen zwei und drei, Vierter wurde der Rothenburger Sebastian Brehm mit 42 Punkten.

Als „Dankeschön“ präsentierte Salu Tadi alias „Mr. Hangtime“ – wie sich der 27-jährige, mit 1,85 Meter verhältnismäßig klein gewachsene Profi-Dunker nennt – noch einen kleinen Leckerbissen: Der zweimalige Gewinner des Dunkingwettbewerbs beim Allstargame der Basketballbundesliga (BBL) sprang über einen deutlich größeren „Assistenten“, nahm ihm dabei den hochgehaltenen Ball aus den Händen und stopfte diesen von oben durch die in 3,05 Meter Höhe hängende Reuse.

N-Land Klaus Porta
Klaus Porta