Der Boden des ehemaligen Fackelmann-Geländes ist belastet

Ein Abriss mit Hindernissen

Auch dieses Gebäude auf dem Fackelmann-Gelände an der Nürnberger Straße kommt unter die Abrissbirne. Foto: J. Ruppert2014/09/5_2_1_2_20140913_ABBRUCH.jpg

HERSBRUCK – Seit Jahren liegt das Fackelmann-Gelände an der Nürnberger Straße brach. In Kürze wird sich etwas tun: Norbert Fackelmann will das Gelände wiederbeleben. Doch davor steht der Abriss einiger Gebäude – und ein großer Erdaustausch. Denn: Bis 1972 stand dort das alte Gaswerk. Und so gut wie überall, wo Gaswerke stehen oder standen, ist die Erde verunreinigt – auch in Hersbruck.

In diesem Werk wurde einst auf Grundlage von Steinkohle Gas hergestellt. Die Gasproduktion wirft Nebenprodukte ab: Gaswerksteer, so genannter Steinkohleteer, Gasreinigermasse, Ammoniakwasser, Kondensate oder Waschflüssigkeiten. Unter den besonders relevanten Schadstoffen, die sich dabei im Boden oder im Trinkwasser ansammeln können und Umwelt und Gesundheit schädigen können, sind auch Öl, Phenole, eine bestimmte Schwermetallsorte und Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK).

Diese Belastungen sind typisch für ehemalige Gaswerkstandorte. Eine Bodenuntersuchung hat ergeben, dass Grenzwerte auch in Hersbruck überhöht sind. „Praktisch haben wir da immer einen Altlast“, so Rainer Ketterle, Abteilungsleiter Nürnberger Land im Wasserwirtschaftsamt in Nürnberg. „Das Gelände ist belastet, wir müssen sanieren, das heißt, wir müssen den Boden austauschen.“

Wie das allerdings vonstatten gehen soll, ist noch nicht ganz klar, denn die Maßnahme hängt von der zukünftigen Nutzung ab. Ketteler: „Käme hier eine Wohnbebauung hin, wären die Anforderungen höher, sprich, der Aushub tiefer, als beispielsweise bei einem Parkplatz, der versiegelt werden würde.“

Das Grundwasser ist ebenfalls untersucht worden. Ergebnis: In einer Stelle wurden die wasserlöslichen PAK gefunden. „Das ist jedoch nicht dramatisch“, so Ketteler. „Das Gutachten weist zwar eine Grenzwertüberschreitung aus, aber es gibt viele Standorte, in denen wesentlich mehr PAK gemessen werden.“

Norbert Fackelmann selbst weiß noch nicht, was er mit dem Grundstück anfangen möchte. Noch ist für ihn alles drin, vom Seniorenstift („Wenn ich einen Betreiber finde“) über Gewerbe bis hin zur Wohnbebauung. Über die finanziellen Aspekte hinsichtlich der Sanierung muss er sich wohl keine Gedanken machen, denn: Der sogenannte Rechtsnachfolger des Gaswerks ist die heutige RWE, die für die Kosten der Sanierung aufkommen müsste.

Fackelmann bittet nun erst einmal die Nachbarn der Nürnberger Straße 55 um Verständnis: Ab Mitte September wird es laut beim Abriss – diese Arbeiten, ausgeführt von einer Hersbrucker Fachfirma, werden rund vier Wochen dauern.

N-Land Susanne Will
Susanne Will