Saisoneröffnung im Strudelbad

Therme reagiert auf maue Nachfrage

Das beheizte Becken im Strudelbad ist zwar noch eine Baustelle, die Arbeiten an der „Edelstahlwanne“ nähern sich aber langsam dem Ende. | Foto: J. Ruppert2018/05/Strudelbad2.jpeg

HERSBRUCK – Offenbar hat es sich herumgesprochen, dass wichtige Bereiche des Strudelbades noch eine Baustelle sind. Bei der Saisoneröffnung warteten nur vier Gäste , dass sich die Pforten öffneten. Derzeit lädt nur das „kalte“ Becken zum Planschen ein. Arbeiter werkeln noch emsig an der neuen Edelstahlverkleidung des „warmen“ Bassins. Bis Mitte Juni dürfte alles in Betrieb gehen. Nun haben die Verantwortlichen reagiert: Bis zum Ende der Pfingstferien ist der Eintritt ins Erlebnisbad frei.

Wie mehrfach berichtet, möchte der Hersbrucker Stadtrat einen Schlussstrich unter das Dauerproblem mit den abfallenden Fliesen im beheizten Bassin des Strudelbades ziehen. Deshalb wurde im Herbst beschlossen, dass eine Edelstahlverkleidung eingebaut werden soll. Im Winter konnte damit nicht begonnen werden. Denn die Bleche erfordern Schweißarbeiten, die nur ohne Regen und bei Plustemperaturen möglich sind.

Lange Zeit hofften die Verantwortlichen um Bürgermeister Robert Ilg und Verwaltungschef Karlheinz Wölfel auf mildes Wetter. So hätte die etwa 800 000 Euro teure Sanierung früh im Jahr beginnen können. Petrus spielte da aber nicht mit: Der März war eisig mit spätem Schneefall. Deshalb können Schwimmer zur Zeit nur ins 50-Meter-Bassin. Sämtliche Liegewiesen, Insel, Kinderspielplatz und Beachvolleyballfeld mit Kaolin-Sand sind (teils über Umwege) erreichbar.

Dass im Strudelbad Arbeiten stattfinden, ist unübersehbar. Der Weg vom Eingang bis zum kühlen Nass führt an Sand- und Splitthügeln vorbei. Absperrgitter versperren den Zugang zu etlichen Zonen. Auf die Dachterrasse mit dem Kiosk können die Besucher über die Treppe innen in der Badhalle hochgehen. Der normalerweise malerische Ausblick von dort lohnt sich im Moment kaum.

Becken liegt höher

Feiner Kies bedeckt den Boden des beheizten Bassins, die Stahlwände sehen fertig aus, die Zugänge im Süden eher nicht. „Das Becken liegt durch die Edelstahlverkleidung und die darunter verlaufenden Leitungen sowie Drainagen rund 40 Zentimeter höher“, erklärt Hersbrucks Verwaltungschef Karlheinz Wölfel eine Neuerung. Der Rand von der Überlaufrinne zum Pflaster erhält eine gestufte Steinverblendung.

Die Fläche der Stahlwanne ist ungefähr 25 Quadratmeter kleiner als vorher. Das liegt daran, dass der Strömungskanal aus bautechnischen Gründen weggefallen ist. Mittlerweile sind fast alle Rohre angeschlossen. Damit können als Nächstes die Bodenbleche geschweißt werden. Die neuen Zugänge – ein Strandeinsteig mit Rampe und wie gewohnt eine Treppe – sind schon gut zu erkennen. Zusätzliche Attraktionen wie ein Wasserigel und eine Wasserwand dürften die Herzen der Strudelbadfans höher schlagen lassen.

Spätestens am 15. Juni möchte Karlheinz Wölfel die warmen Becken in Betrieb nehmen. Bis dahin müssen auch die Probeläufe abgeschlossen sein. Die Investition schlägt sich in einer Preiserhöhung für die Saison- und Zehnerkarten nieder. Trotzdem bleibt das Hersbrucker Strudelbad bei den Eintrittsgebühren im Vergleich zu den Nachbareinrichtungen im mittleren Bereich. Als Entschädigung für den gestaffelten Start in diesem Jahr bekommen die Saisonkartenkäufer einen Gutschein für die Thermenwelt als 
„Bonbon“.

Nachlass auf alle Tarife

Auf den Unmut der Besucher wegen der Einschränkungen haben die Verantwortlichen der Fackelmanntherme nun auch reagiert: Sie haben beschlossen, das Tor zum Sport- und Erlebnisbad vorerst bis zum Ende der Pfingstferien für Freibadbesucher zu öffnen. Hiermit sollen vor allem Familien mit kleinen Kindern bei feinsten Sommerwetterverhältnissen glücklicher gestimmt werden.
Außerdem gibt es bis zum Abschluss der Bauphase auf alle Tarife des Strudelbads einen Euro Nachlass. Danach gelten die regulären Preise. Beim Kauf von Saisonkarten vor der Fertigstellung des Umbaus wird weiterhin als kleine Entschädigung ein Gutschein für die Thermenwelt on top ausgehändigt.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert