Pressekonferenz zum Gitarrenfestival

Die Mischung macht’s

Badi Assad ist eine der Frauen, die das „weibliche Element“ beim Gitarrenfestival 2018 verstärken werden. | Foto: PR2018/07/redweb_MG_1468.jpg

HERSBRUCK – Die Vorfreude auf die „schönen Tage, die vor uns liegen werden“, ist spürbar: Bei der Pressekonferenz stellten der künstlerische Leiter Johannes Tonio Kreusch und Bürgermeister Robert Ilg das Programm für das Gitarrenfestival von 11. bis 18. August vor. Auch die 19. Auflage wird wieder mit Vielseitigkeit punkten, so Kreusch.

Genau diese Abwechslung, der Austausch zwischen den Stilen, der für Kreusch ein so wichtiges, verbindendes Element ist, mache den Unterschied zu anderen ähnlichen Veranstaltungen aus, erklärte Kreusch. Und damit lasse sich auch ein Publikum, das nicht aus der Gitarrenwelt kommt, ansprechen, findet der künstlerische Leiter.

Die Zahlen, die Christof Rothkegel vom das Festival organisierenden Bürgerbüro vorlegte, unterstrichen diesen Eindruck: „Bei den Teilnehmern kommen wir an die Kapazitätsgrenzen der AOK“, des Festivalzentrums, in dem Vorträge und Workshops für Studenten und interessierte Laien sowie das Abschlusskonzert der Teilnehmer mit einer Uraufführung am Freitag, 17. August, um 16 Uhr stattfinden. Für Kreusch ist die „Hersbruck Musik Akademie“ der Schmelztiegel für die Musiker, da sie hier aus verschiedenen Bereichen wie richtigem Auftreten oder Üben, Jazzgitarre und mehr lernen können.

Beim Kartenvorverkauf machte Rothkegel „klare Favoriten“ aus. Dazu gehört das Eröffnungskonzert am 11. August um 19.30 Uhr in der Geru-Halle mit Badi Assad, Bobby Watson, „einer Saxophon-Legende“ (Kreusch), und dem Cornelius Claudio Kreusch Trio. Kreusch erwartet einen „sehr feurigen, intensiven Abend“.
Vier Hände, eine Gitarre

Vier Auftritte in einem Konzert

Ebenfalls hoch im Kurs bei den Kartenkäufern steht der Dienstag, 14. August, um 19.30 Uhr in der Geru-Halle, verriet Rothkegel. Mit Ana Vidociv, Scott Tennant, Bill Kanengiser und dem Duo Siqueira Lima, das – „unvorstellbar“ – zu zweit auf einem Instrument spielt, gibt es vier Auftritte in einem Konzert, stellte Kreusch fest.

Auf „Ausverkauft“ stehen auch die Zeichen für den Abschluss am Freitag, 17. August, um 19.30 Uhr in der Geru-Halle, so Rothkegel. Wenn der für Klezmer bekannte Giora Feidman gemeinsam mit dem Rastrelli Cello Quartet Hits der Beatles spielt, wartet laut Kreusch auf die Besucher ein „facettenreicher Abend“.
Allein schon an diesen drei Terminen wird ersichtlich, dass das „weibliche Element“ diesmal stärker vertreten ist und neben der Gitarre auch Klavier, Harfe oder Cello im Programm vorkommen. „Das soll die Offenheit des Festivals ausdrücken“, erklärte Kreusch, der immer auf der Suche nach Grenzen sei und die Herausforderungen in der Suche nach neuen Künstlern sowie in der Gestaltung des Spannungsbogen des Festivals sehe, wie er selbst sagte.

Ein Teil der diesjährigen Veranstaltung wird Kreusch selbst sein. Wie Ilg erzählte, hätten sich viele Besucher einen Auftritt des künstlerischen Leiters gewünscht, der vor drei Jahren zuletzt beim Festival auf der Bühne gestanden hatte. Gemeinsam mit seiner Frau Doris Orsan-Kreusch wird er am Sonntag, 12. August, um 19.30 Uhr in der Hersbrucker Stadtkirche ein extra für das Paar geschriebenes Tangowerk zum Besten geben. Schöpfer Maximo Diego Pujol, „einer der wichtigsten argentinischen Komponisten und Gitarristen“, wird selbst anwesend sein.

„Unglaubliche Technik“

„Unglaubliche Technik“ wird laut Kreusch am Montag, 13. August, um 19.30 Uhr in der Geru-Halle beim Joscho Stephan Trio zu bewundern sein. Im Doppelkonzert mit „Hands on Strings“ verbinden sich E- und klassische Gitarre.
Nicht nur hierbei, so Kreusch, sondern auch bei der Fingerstyle-Nacht am Mittwoch, 15. August, um 19.30 Uhr in der Geru-Halle werden die Gäste für ihren Kartenpreis auf ihre Kosten kommen. Denn es stehen mit Adam Rafferty, Don Ross und Petteri Sariola „drei ausgeprägte Künstler“ auf der Bühne.

Wer einen Hang zur klassischen Gitarre habe, sollte sich den Donnerstag, 16. August, um 19.30 Uhr im Dauphin Speed Event – traditionell gesponsert von der Raiffeisenbank Hersbruck, während die Sparkasse aus der Kulturstiftung Gelder fürs Festival bereitstellt – mit Alvaro Pierri nicht entgehen lassen, meinte Kreusch. Er sei der „Meister der leisen Töne“.

Fester Bestandteil des Festivals ist auch die Matinee mit den „Stars von Morgen“ am Sonntag, 12. August, um 10 Uhr in der Fackelmann Therme. Hier zeigen Stipendiaten unter anderem aus Mexiko und dem Iran, die vom Förderverein des Festivals unterstützt werden, so Rothkegel, was sie können. Er freue sich zudem auf das internationale Flair, das in der Woche in der Stadt wehe.

Ehrfürchtige Künstler

Bürgermeister Ilg, der auf das parallel zur Festivalwoche laufende Kunstprojekt „Kunst am Wasser“ aufmerksam machte, lobte die „tolle Mannschaft“ des Bürgerbüros für deren Einsatz und Organisation. Darin sieht Kreusch unter anderem die familiäre Atmosphäre begründet, die die Künstler hier so schätzen: „Da wird ein US-Künstler schon mal vom Bürgermeister gefahren und dabei ganz ehrfürchtig.“

Und plötzlich war man bei der Pressekonferenz in der Psorisol beim Jubiläum 2019 angelangt. Dass die Präsentation des Programms 2018 in der Klinik stattfand, erfüllte Chef Mario Pichler übrigens mit Stolz – aufgrund der wachsenden Bedeutung des Festivals. Nicht nur Landrat Armin Kroder sieht den Respekt zwischen Verwaltung, Kunst und Geldgebern als Erfolgsrezept. Auch Ilg betonte, dass man an den „gewachsenen Strukturen“ festhalten wolle. Dennoch ist er überzeugt, dass Kreusch zum 20-Jährigen Höhepunkte setzen werde

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch