Eröffnung im April

Die Fackelmann-Welt in Altensittenbach ist im Entstehen

Verena Kern, Communication Manager Fackelmann Brands, steht dort, wo bis April die Koch- und Backschule im ersten Stock der Fackelmann-Welt in Altensittenbach entstehen soll. | Foto: A. Pitsch2018/11/IMG_4140.jpg

ALTENSITTENBACH – Passen Einkauf, Erlebnis, Eventcharakter und Tourismus zusammen? Wie man das alles unter einen Hut bekommt, will die neue Fackelmann-Welt in der Nürnberger Straße ab April beweisen. Noch lässt die Baustelle keine Hinweise auf das kommende Einkaufserlebnis zu.

Luftiger durch die große, durchgehende Fensterfront, loftiger und industriemäßiger soll das markante Gebäude des ehemaligen Zink werden, erklärt Verena Kern, Communication Manager Fackelmann Brands, mit leuchtenden Augen. Nicht nur sie ist mit Feuereifer bei diesem Premierenprojekt des Hersbrucker Haushaltswaren- und Badmöbelherstellers dabei. „Das ganz Haus ist begeistert und sehr viele helfen aktiv mit.“

Denn: Das Haus aus den 60ern gehört Fackelmann schon länger, nur fehlte die Lösung zur Nutzung. „Wir liefern ja eigentlich in den Einzelhandel, jetzt bauen wir selbst erstmals so etwas auf“, sagt Kern. Da die Online-Konkurrenz groß ist, müsse das Konzept einen Mehrwert für den Kunden bieten: „Wenn jemand zum Einkaufen raus geht, wünscht er Beratung, will er sich wohlfühlen, sich Inspirationen holen. Die Fackelmann-Welt soll Lust aufs Shoppen machen.“

Und wie? Wer zum Haupteingang hereinkommt, kann sich links der Kassen- samt Quengelzone sämtliche Badezimmermöbel der Firma Fackelmann ansehen; auch Produkte der Fachmarke „Lanzet“ soll es geben. Die Bauwelt Franken wird ein komplettes Bad aufbauen, damit der Kunde einen noch besseren Eindruck von den Gestaltungsmöglichkeiten bekommt.

Rechts vom Eingang sollen Themenwelten rund um Haushalt und Kochen entstehen. „Wir haben dazu ein eigenes, neues Möblierungskonzept erarbeitet, sprich die Möbel teils selbst entworfen. Die fertigen wir auch selbst und greifen dazu auf bestehende Dekore zurück“, verrät Kern stolz. In diesen Fackelmann-Regalen sollen die Produkte nach Stichworten wie Würzen, Schöpfen, Zubereiten oder Genießen geordnet sein, so Kern.

Und auch diese Etage versieht die Planung mit einer Prise Erlebnis: Gegenüber des Eingangs soll eine Rotunde mit Kino und interaktiven Schautafeln ihren Platz finden. „Wir wollen die Familien- und Unternehmensgeschichte erzählen und unsere Marken vorstellen – und zwar unter anderem in einem neuen Unternehmensfilm“, informiert Kern und stapft schon die Treppen – ein Aufzug ist ebenfalls vorhanden – nach oben.

Dort im Obergeschoss will Fackelmann einen Teil der insgesamt 1500 Quadratmeter aktuell noch nicht verbauen: „Das wollen wir uns für die Zukunft offen halten.“ Der Rest der Fläche wird sich in den kommenden Monaten in eine Koch- und Backschule mit den entsprechenden Backprodukten von Zenker und Dr. Oetker verwandeln. „Hier wollen wir erklären können, welche Backform zum Beispiel die richtige für einen ist“ – schließlich gibt es zig Beschichtungen, Silikonformen und so weiter, begründet Kern. Hinter einem Sitzbereich vor den Fenstern ist eine große Küche mit acht Backöfen, Dampfgarer, Schubladen zum Tellerwärmen, Spülraum, Vakuumierer und zwei Kochinseln geplant. „Das ist schon jetzt mein Lieblingsbereich“, meint Kern, während sie zwischen weißen, kahlen Wänden steht.

Diese Idee entstammte dem Event-Gedanken, der Möglichkeit, damit ein „touristisches Konzept“ anzubieten. So hat laut Kern schon jetzt eine Gruppe Landfrauen einen Aufenthalt in der Fackelmann-Welt samt Unternehmensbesichtigung gebucht. „Die Nachfrage ist da.“ In der Küche können Kochkurse als Firmenevent oder Geburtstagsfeier veranstaltet werden, Fackelmann selbst möchte offene Kochkurse zu diversen Themen anbieten.

Produkte in Aktion
„Bei Kekse verzieren, weihnachtlichen Torten, Super Food oder Barbecue können wir zeigen, wie unsere Produkte in Aktion sind.“ Auch eine Backaktion für Kinder oder Kochen für Schulklassen in Kombination mit einem Vortrag seien denkbar, so Kern. Über der Eventfläche wird sich künftig ein Lager erstrecken. Der andere Bereich des Dachgeschosses könnte Meeting- oder Yogaraum oder Fotostudio werden, sinniert Kern. „Gerade auch mit der Küche unten können wir hier selbst Inhalte für uns produzieren.“

Derzeit ist von den Plänen, die nach dem Löffler-Neubau eine weitere Aufwertung für den Ortsteil bedeuten, noch nichts zu erahnen. Wie Kern berichtet, wurde das vergangene halbe Jahr entrümpelt, es wurden Elektrik, Heizung, Sanitär, Lüftung und Klimaanlage neu gemacht. „Wir haben das Gebäude von Grund auf saniert.“ Die Waschbetonfassade wurde neu gedämmt und teils repariert, „obwohl die Bausubstanz insgesamt recht gut ist“. Die Außenhaut zieren graue Platten – für „eine moderne Wirkung“.

An der kurzen Hausseite sowie im Hof will Fackelmann weitere Parkplätze schaffen, denn die Tiefgarage ist für die Mitarbeiter gedacht, so Kern. Der Schnäppchenmarkt wird übrigens bleiben, aber er soll in einem zweiten Schritt aufgehübscht werden. Einzige Änderung: „Zu ihm kommt man auch nur über den Haupteingang – ganz nach Ikea-Prinzip“, scherzt Kern.

Dieses Großprojekt sei durchaus eine spannende Herausforderung für Fackelmann, ist bei Kern zwischen den Zeilen zu hören. Aber: „Wir wollen dafür alles rauskitzeln, Präsenz in und Verbundenheit mit Hersbruck zeigen und präsentieren, was wir können“ – mehr als nur Zahnstocher. Und das passend zu 100 Jahren Fackelmann im kommenden Jahr.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch