Gebühren ab 1. September

Das Parken am Bahnhof kostet künftig

Die Parkplätze im Süden des Hersbrucker Bahnhofs rechts werden kostenpflichtig – für die Monatskarte sind 22 Euro fällig. Foto: J. Ruppert2015/07/5_2_1_2_20150703_PARKEN.jpg

HERSBRUCK – Trotz der Proteste von Bürgermeister Robert Ilg und der Stadträte scheint die Bahn nun ernst zu machen: Das Schienenunternehmen will wie angekündigt für das Parken im gesamten südlichen Bereich des Hersbrucker Bahnhof rechts ein Entgelt verlangen.

Die Stadt wurde von den Planungen bereits Anfang des Jahres in Kenntnis gesetzt. Der Bauausschuss hatte bereits scharf dagegen protestiert (wir berichteten unter dem Titel „Unverschämter Plan“). Offenbar ohne Erfolg, was mehrere aufgestellte Infotafeln mit Preislisten zeigen. Ab dem 1. September kosten die Parkscheine aus Automaten für die Stellflächen am Straßenrand vor dem Bahnhofsgebäude 50 Cent für jede halbe Stunde, bei einer Höchstdauer von zwei Stunden.

Auf dem Schotterareal, das sich bei Regen in eine Pfützenlandschaft verwandelt, müssen die Autofahrer pro Tag 1,20 Euro, pro Woche 8,40 Euro und pro Monat 22 Euro zahlen. Es ist möglich Dauerverträge über Stellflächen zu schließen. Die Bahn tritt in Hersbruck nicht selbst als Betreiber auf, sondern hat die Firma Contipark Parkgaragen mit dem Geschäftsmodell beauftragt. Das Unternehmen mit Zentrale in Berlin ist Branchenführer in Deutschland und bewirtschaftet Parkeinrichtungen „aus Eigentümersicht“.

Die sauber angelegten Parkplätze im Norden des Bahnhofs mit rund 160 Stellflächen sind nicht betroffen, da sie Hersbruck gehören oder zumindest in der Unterhaltslast der Stadt stehen.

Im Süden des Bahnhofs wird es künftig kein kostenloses Abstellen von Fahrzeugen mehr geben. Auch die Auffahrt nach der Nürnberger Straße ab der Spielhalle Casina gehört ins Konzept des „Bepreisens“.

Die Bahn schätzt die Zahl der künftig kostenpflichtigen Stellflächen auf den Schotterflächen bis zur Güterhalle auf rund 180. In einem Schreiben vom Januar an die Stadt kündigte die Bahn an, das ungepflegte Areal mit nicht näher umschriebenen „einfachen Befestigungsmaßnahmen“ verkehrssicher zu machen. Dies soll ab dem 10. August geschehen, was zu einer Sperrung führt.

Thema heute Abend

Bereits in der Stadtratssitzung vorgestern am Dienstag hat der Rathauschef auf die neueste Entwicklung hingewiesen. Die Stadt wurde nicht offiziell in Kenntnis gesetzt, sondern erfuhr über soziale Netzwerke von der Ankündigung. Der Bauausschuss wird sich in der Sitzung heute Abend ausführlicher mit dem Thema beschäftigen.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert