Bauvorhaben in Altensittenbach

Bürgerinitiative kontra Plastikfabrik

So könnte der Erweiterungsbau von Geru-Plast aussehen. | Foto: Geru-Plast2019/01/0338_001.jpeg

HERSBRUCK  – Wie aus Sitzungsunterlagen des Hersbrucker Bauausschusses im vergangenen Jahr bekannt wurde, möchte die Firma Geru-Plast am Standort – Ortsausgang von Altensittenbach – erweitern. Gegen dieses Vorhaben hat sich nun die Bürgerinitiative „Unteres Sittenbachtal“ gegründet.

Die Gewerbesteuer, die ein wachsender Betrieb wie die Firma Geru-Plast ins klamme Stadtsäckel fließen lässt, liegt an der Wurzel der Entscheidungen, die den Bauausschuss dazu brachten, dem Vorhaben zuzustimmen. „Würde man eine Stadt auf dem Reißbrett planen, hätte man an dieser Stelle wohl niemals ein Gewerbe angesiedelt“, gab Bürgermeister Robert Ilg bei einer Aussprache mit der BI unumwunden zu, wies aber auf seine politische Verantwortung hin, der Stadt eine gewisse finanzielle Bewegungsfreiheit zu sichern. Auch die Existenzsicherung der betroffenen Arbeiterfamilien lägen ihm am Herzen.

Die Lage der Beschäftigten und das Gewerbesteuer-Dilemma sind den Gegnern durchaus bewusst. Trotzdem plädierten viele Bürger in dem von den BI-Gründern Martin Schaffer und Richard Scharrer eingeforderten sachlichen Austausch für einen Baustopp. Die Gründe: Verlegung des Rauschelbachs, Fällen von Bäumen,  Verschwinden einer bereits als Ausgleichsfläche deklarierten Streuobstwiese, Gestank, Lärm, Verkehr, Verschandelung der Landschaft sowie das Setzen auf Plastik an sich.

Mut zeigte Geru-Plast-Betriebsleiter Stefan Erhardt: „Ich bin sicher heute nicht Ihr Lieblingsgast!“, meinte er nur halb im Scherz, bevor er Interessierte zu einer Betriebsbesichtigung einlud: „Bei uns müssen die Mitarbeiter keinen Gehörschutz und keine Masken tragen“, wies er auf Sicherheitsvorkehrungen und regelmäßige Kontrollen hin.

Auf rechtliche Mängel im Verfahren machte Rechtsanwältin Hella Gomerski aufmerksam und ermutigte die Anwesenden, bis zum Stichtag am 29. Januar schriftliche Einwendungen zu formulieren. „Adresse, Unterschrift, Datum und Ihre Begründung – mehr braucht es nicht!“

Vielleicht muss es kein „Null oder Eins“ sein, deutete Robert Ilg die Bereitschaft von Firmeninhaber Gerd Ruderisch an, über die Optik des Gebäudes mit sich reden zu lassen. In dieser Hinsicht bekam er klares Kontra von der Bürgerinitiative: „Wir wollen nicht über bauliche Details reden, wir wollen, dass hier Schluss ist“, stellte Martin Schaffer klar und bat um ein Überdenken der Entscheidungen.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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