10. Sardischer Abend am 21. Juli

Brücke nach Sardinien

Am 21. Juli bekommt der Hof des Hirtenmuseums wieder italienisches Flair verliehen. | Foto: privat2018/07/Sardischer.jpg

HERSBRUCK – Wenn Christoph Gerling von den sauberen Gewässern, der wunderbaren Küche und der starken Verbindung zur Tradition auf Sardinien spricht, gerät der Deckersberger Künstler rasch ins Schwärmen. Diese Faszination für die italienische Insel hat er vor einem Jahrzehnt mit ins Hirtenmuseum gebracht, wo der sardische Abend am 21. Juli um 18 Uhr in die zehnte Auflage geht.

Seit seiner ersten Reise mit Kunststudenten nach Sardinien im Jahr 1977 hat Christoph Gerling die Insel nie mehr losgelassen: „Ich hätte gerne mal Sardisch gelernt, aber das ist gar nicht so einfach“, gibt er zu. Als Gerling 2007 die Baunei-Ausstellung im Hirtenmuseum hatte, kam ihm die Idee zu diesem besonderen Abend: „Ich wollte damit das Museum stärken und interessant machen.“

Und das scheint Gerling gelungen; er und Museumsleiterin Ingrid Pflaum finden, dass der Termin in seinem zehnten Jahr in Hersbruck angekommen ist und darüber gesprochen, ja sogar nachgefragt wird. Woran das liegen mag? „Es ist von der Stimmung her wie Urlaub“, beschreibt es Pflaum. Für sie und Gerling ist der sardische Abend ein „einmaliges Fest, an dem sich eine Region präsentiert und alles stimmig ist“ – dank des großen Miteinanders von Franken und Sarden, wie sie betont.

„Die Franken Italiens“

Denn diese passen wohl ganz gut zusammen, wie Vittorio Cau, Vorsitzender des mitwirkenden Kulturvereins Circolo Sarde Nürnberg „S’Unidade Sarda“, erklärt: „Wir sind von der Mentalität her zurückhaltend, schauen uns die Menschen erst mal an. Die Franken Italiens sozusagen.“

Doch das ist nicht die einzige Verbindung nach Hersbruck. Wesentlich war und ist die Tatsache, dass in Sardinien ein „Teil der europäischen Hirtenkultur gelebt wird“, so Gerling, die bis siebeneinhalbtausend Jahre vor Christus zurückreicht. Das war die eigentliche Idee für den Abend, bei dem bei Feiern und Verkosten der Regional- und Inselküche Kulturen zusammenfinden können, findet Pflaum.

Das gelingt, weil Museumsteam und Sarden über die Jahre die Arbeiten immer besser aufgeteilt haben. „Die Sarden wirken immer mehr mit, sie kochen und tanzen“, erzählt Pflaum, die am 21. Juli extra wieder sardische Tracht an Puppen am Eingang zur Begrüßung drapieren wird. Daneben wird es fetzige italienische Musik, A-capella-Gesang zum Zuhören der „Tenores“ – „das ist immaterielles Weltkulturerbe“, ergänzt Pflaum – und traditionelle sardische Tänze geben.

Film an der Scheunenfassade

Nicht fehlen dürfen die „gegrillten Lämmer als Klassiker“, sagt Pflaum lachend. Eine Besonderheit zum zehnten Geburtstag des Abends wird ein SWR-Film über Sardinien sein, der an die Fassade der Scheune geworfen wird. Gerling hatte dem Regisseur besondere Orte der Insel empfohlen.

Doch wie empfinden die hier lebenden Sarden die Veranstaltung eigentlich? „Wir sind geprägt von der Nostalgie zur Heimat und zugleich interessiert, eine andere Kultur kennenzulernen, sprich Kontakt zu unserer neuen Heimat zu knüpfen“, formuliert es Cau. An dem Abend könne man sich austauschen und näherkommen, denkt er.
Und Gerling bringt es auf den Punkt: „Wir bauen damit kleine Brücken zwischen den Menschen, und darum geht es doch in 
Europa.“

Der sardische Abend findet am 21. Juli um 18 Uhr statt – bei schlechtem Wetter in der Museumsscheune. Der Eintritt kostet fünf Euro. Reservierungen unter Tel. 09151/2161.

N-Land Andrea Pitsch
Andrea Pitsch