Beckstein bei Fackelmann

Gruppenbild mit Logistikhalle: Axel Schulz, Robert Ilg, Günther Beckstein, Alexander Fackelmann, Georg Münch, Vizelandrat Joachim Dobbert und Ben Schwandner besichtigten den Neubau. Foto: J. Ruppert2011/05/5_2_1_2_20110524_FACKEL.jpg

HERSBRUCK (jr) – Es gibt in Deutschland wohl keine Frau, die Alexander Fackelmann nicht kennt, brachte Dr. Günther Beckstein launig die herausragende Stellung der Firma Fackelmann bei Haushaltsartikeln auf den Punkt. Der frühere Bayerische Ministerpräsident hat den Hersbrucker Global Player anlässlich der Eröffnung des neuen Logistikzentrums besucht.

Die Halle in der Sebastian-Fackelmann-Straße hat eine Grundfläche von etwa 5500 Quadratmetern und 60.000 Kubikmeter Rauminhalt. Horst Bär, der in dem Unternehmen weltweit für Neubauten zuständig ist, erläuterte Eckdaten. Das Gebäude steht auf 1088 Betonstopfsäulen, verarbeitet wurden 300 Tonnen Stahl, 31 Kilometer Elektroleitungen und 4500 Kubikmeter Beton. Auf dem Dach befindet sich eine Solaranlage. Wegweisend ist die Fußbodenheizung.

Die Einweihung bettete Alexander Fackelmann in ein Frühlingsfest ein. Dazu hatte er die ganze 450-köpfige Belegschaft samt Familien am Standort Hersbruck eingeladen. Bürgermeister Robert Ilg lobte dieses Zeichen der Gemeinsamkeit – eine tragende Säule der Firmenphilosophie. Denn andernorts sind solche Anlässe oft Politikern und Ehrengästen vorbehalten.

Prominente waren dennoch zugegen. Werbeträger und Boxlegende Axel Schulz mischte sich ebenso unter die Besucher wie Geschäftspartner, Vizelandrat Joachim Dobbert und die beiden Erlanger Zweitbundesliga-Handballer Georg Münch und Benedikt Schwandner.

Alexander Fackelmann und Horst Bär führten Günther Beckstein und Robert Ilg durch das Logistikzentrum. Logistik heißt, dass Fackelmann von Hersbruck aus in den letzten 45 Jahren etwa eine Milliarde Artikel in alle Welt versendet hat. Künftig werden es 25.000 Versandeinheiten am Tag sein.

Wichtig ist, dass die 25 Arbeiter in der neuen Halle schnell und ohne Fehler die Waren für die Kunden zusammensuchen. Gut gehende Haushaltsartikel erhielten deshalb eine A-Einstufung und wurden entsprechend platziert. Günther Beckstein fachsimpelte mit den Gastgebern über Begriffe wie „chaotische Lagerverwaltung“. Alexander Fackelmann beschrieb Verkaufsstrukturen von Hongkong über Indien bis Italien und welche landestypischen Probleme er schon lösen musste.

Auch auf die Sebastian-Fackelmann-Straße hat der von der Firma Maisel errichtete Neubau Auswirkungen. Er ist mit dem Hochregallager, das Platz für etwa 8400 Paletten bietet, verbunden – und zwar durch ein Förderband mehrere Meter über der Fahrbahn.

Betriebsführungen gaben die Möglichkeit, das Innenleben von Fackelmann kennen zu lernen. Bei der Badmöbelfertigung ließ Horst Bär die Besucher schätzen, wie lange die Fertigung eines (normalen) Badezimmerschranks (Badmöbel sind das zweite „Standbein“ des Unternehmens) dauert. Drei Minuten war die richtige Lösung.

Weiter skizzierte Horst Bär die Abläufe der weltweiten Produktion mit insgesamt 4500 Arbeitern und Hersbruck als „Head Quarter“. Bei neuen „Küchenhelfern“ rechnen Experten in den Fackelmannstandorten die Herstellungskosten „bis zur dritten Nachkommastelle“ durch und dann erfolgt die Entscheidung, wo der Artikel angefertigt wird.

Währenddessen zeigten die Miniköche beim Frühlingsfest ihr Können. Auf ihrem Speiseplan standen überbackene Baguettes. Alexander Fackelmann lobte die fleißigen Mädchen und Jungen: „Ihr werdet noch vielen Leuten viel Freude bereiten.“ Ein Teamparcours mit Maßkrugstemmen, Kuhmelken und Hufeisenwerfen, eine Talkrunde mit Axel Schulz und den Handballern sowie eine Zirkusvorführung rundeten die Veranstaltung ab.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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