Badmöbel statt Brache

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HERSBRUCK (jr) – Aus seinem „Erfolgsrezept“ machte Alexander Fackelmann kein Geheimnis: Ein Unternehmen braucht „zufriedene Kunden und engagierte Mitarbeiter“. Wie er diese Formel in die Praxis umsetzt, erläuterte der Chef des Global Players dem Hersbrucker Stadtrat. Der hat den „Global Player“ am Stammsitz in der Sebastian-Fackelmann-Straße besichtigt.

Wir wollen vor Ort erfahren, was läuft, und zugleich die Verbundenheit zu den heimischen Firmen zum Ausdruck bringen, sagte Bürgermeister Robert Ilg zum Sinn des Besuchs. Schließlich trägt die Fackelmann-Gruppe durch die Gewerbesteuer entscheidend zur Gestaltung und Finanzierung des Hersbrucker Haushalts bei. Außerdem besteht eine besondere Verknüpfung zwischen dem Unternehmen und der Stadt und zwar im Bereich der Therme.

Alexander Fackelmann skizzierte den Stadträten im Showroom der Zentrale inmitten von Badmöbeln und tausenden Haushaltshelfern aus seinem Haus einige Eckdaten: Die Firma steuert heuer einen Umsatz von 300 Millionen Euro an, es gibt Niederlassungen und Produktionsstätten in über 30 Ländern, Partner sind die namhaften Handelsunternehmen Europas und der Welt von Wal-Mart bis hin zu den größten indischen Gruppen „Big Bazaar“ und „Spencer s“.

Warum sind Nord- und Südamerika auf der Karte mit den Standorten weiße Flecken? fragte Stadtrat Hans Schaffer. Im Norden wurde ein Kooperationsvertrag mit einem ehemaligen Konkurrenten geschlossen, in Südamerika läuft die Expansion nach Brasilien, lautete die Antwort.

In „reifen“ Märkten zukaufen, in „emerging markets“ (aufstrebenden Märkten) neu gründen, lautet die Devise für die „Internationalisierung“ von Fackelmann. Ein Meilenstein war der Aufbau von Werken im Reich der Mitte ab dem Jahr 2000.

Mittlerweile ist sogar schon der Name Fackelmann in chinesischen Schriftzeichen geschützt, sagte der Inhaber, was bei seinen Gästen anerkennendes Schmunzeln auslöste.

Alexander Fackelmann setzt bei der Mitarbeiterführung weltweit auf Menschlichkeit und Vertrauen. Zum Beispiel bekommen alle 4500 Beschäftigte Überstunden bezahlt, was außerhalb Europas keineswegs selbstverständlich ist.

Weitere Stationen im Vortrag waren ideenreiche Produktentwicklungen wie ein Knoblauchgerät zum Pressen, Würfeln und Scheiben schneiden, das Markenzeichen „Made in Germany“ und die typischen Fackelmann Shopping-Welten – die selbst in China sehr zum Verkaufserfolg beitragen.

Beim Bereich Energie und Rohstoffe hat Alexander Fackelmann die Umwelt im Blick: Sichtbarer Ausdruck dafür sind die Photovoltaikflächen auf den Hersbrucker Firmengebäuden, die über 30 Prozent des eigenen Strombedarfs de cken. Holz stammt von Flächen, die sofort wieder aufgeforstet werden

Im Fokus des Rundgangs stand die neue Logistik-Halle. Horst Baer, der Geschäftsführer Produktion, erklärte den Stadträten die Funktion der „Brücke“ zwischen dem auf 1088 Betonstopfsäulen ruhenden Neubau und dem Hochregallager auf der anderen Seite der Sebastian-Fackelmann-Straße. Jeden Arbeitstag verlassen 25.000 Artikel das Logistikzentrum.

Auf großes Interesse seitens der Besucher stieß der Abstecher zum früheren Daniel-Vogel-Areal. Alexander Fackelmann hat das brach liegende Gelände erworben und nutzt es jetzt für Badmöbel der zugekauften Marke Lanzet. Die Stadträte besichtigten die schon bestückten Ausstellungsräume für die hochwertigen Produkte, die im Fachhandel wie XXXLutz und Neubert vertrieben werden. Ist ein Verkauf dieser Badmöbel an die Hersbrucker (und Nachbarn) geplant? wollte Stadtrat Peter Uschalt wissen. Wenn Händler in der Nähe dadurch gestört werden, eher nein, sagte der Unternehmenschef.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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