Bauausschuss Hersbruck

Austausch der Kuhpegnitzbrücke rückt näher

Die Norma würde gern das Dach auf ihrem Altensittenbacher Markt ändern, der Bauausschuss des Stadtrates ist dagegen. | Foto: J. Ruppert2019/02/BA-Heb.jpg

HERSBRUCK – In Kürze verwandelt sich die Kuhpegnitzbrücke in eine Baustelle. Am Abend des 24. Februars werden die Teile für die Behelfskonstruktion über den breiten Flussarm angeliefert, was zu einer längeren Totalsperrung des Nadelöhrs führt, sagte Stadtbaumeister Lothar Grimm dem Bauausschuss des Hersbrucker Stadtrates. Weitere Themen der Sitzung waren die Erweiterung der Norma in Altensittenbach, eine „Spielhölle“ und der Straßenunterhalt.

Rund drei Wochen rechnen die Experten, werden die beiden Hersbrucker Stadtteile verkehrstechnisch getrennt sein. So lange dauert es, bis der Ersatz für die Kuhpegnitzbrücke aufgestellt und „anasphaltiert“ ist. Als Umleitung steht nur die B 14 über Altensittenbach oder Hohenstadt zur Verfügung. Die Anlieger an dem wichtigen Pegnitzübergang werden von Bürgermeister Robert Ilg in einer Versammlung am 13. Februar direkt informiert.

Sobald der Behelf steht, kommt der Abriss der maroden Kuhpegnitzbrücke. Bei den Ausgaben für das Riesenprojekt gibt es einen Silberstreif am Horizont. Die Regierung von Mittelfranken fördert es mit 3,7 Millionen Euro. „Dies sind fast 80 Prozent der zuschussfähigen Kosten und damit mehr als gedacht“, sagte Lothar Grimm. Insgesamt dürfte der Brückenaustausch auf rund sechs Millionen Euro kommen.

Die Norma plant, ihre Filiale in Altensittenbach den üblichen Größen anzupassen und die Verkaufsfläche im Norden um fast 280 Quadratmeter auf rund 1300 Quadratmeter zu erweitern. Knackpunkt ist die Dachgestaltung, um die es in der Voranfrage allein ging. Robert Ilg und Lothar Grimm sagten, dass der Supermarkt seinerzeit nicht als „Standardkiste“ genehmigt wurde, sondern wegen der sensiblen Lage am Ortseingang und mit Blick auf die Kirche nur mit einem Satteldach und Giebeln.

Nun möchte der Discounter ein sehr flaches, eventuell versetztes Pultdach auf dem gesamten Einkaufsmarkt. Angedacht ist auch ein begrüntes Flachdach. Lothar Grimm warb stattdessen für ein Verlängern der Quergiebel. Dies unterstützen alle Mitglieder des Bauausschusses.

Iris Plattmeier nannte optische Gründe. Ulrike Eyrich und Franz Benaburger sahen darüber hinaus keinen Sinn darin, ein funktionierendes Dach abzureißen. Das von der Norma gewünschte „einheitliche Erscheinungsbild“ ihrer Märkte „kann auch einheitlich langweilig sein“, sagte Robert Ilg.

In der Nürnberger Straße ist gegenüber der Hersbrucker Zeitung in einem Laden ein „Sporttreff“ entstanden. Der Besitzer, eine Nürnberger, möchte darin eine Gaststätte betreiben und Spielautomaten aufstellen und beantragt eine Nutzungsänderung. Wegen der geringen Größe des Lokals befürchtet die Stadt, dass es sich in Wirklichkeit um eine Glücksspielhalle handelt. Der Bauausschuss beschloss, das Gesuch zwölf Monate zurückzustellen und die Zulässigkeit von „Vergnügungsstätten“ zu regeln.

Die Stadträte ermächtigten den Bürgermeister, die Planungsleistungen Kanal- und Straßenbau im neuen Baugebiet Hirtenbühl-Nord zu vergeben. Da Ulrike Eyrich gegen den dortigen Bebauungsplan gestimmt hatte, votierte sie auch diesmal mit „Nein“. Lothar Grimm berichtete, dass es für die Grundstücke schon rund 50 Interessenten gibt. Nachverdichtung hieß das Schlagwort, unter dem zwei Mehrfamilienhäuser „Am Steig“ befürwortet wurden.

Auch der Hersbrucker Aldi plant eine Vergrößerung, die sich auf Wertelager und Technikraum beschränkt. Im Haus Weiher soll ein Dachgeschoss zu einer Förderstätte für Autisten ausgebaut werden.

Der Freie Rathausblock hat beantragt, dass Hersbruck das Aufbringen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat auf seinen Flächen verbieten soll und dieses Verbot bei Neuverpachtung oder Pachtverlängerungen von stadteigenen Flächen (5,7 Hektar) und Stiftungsflächen (3,7 Hektar) aufzunehmen. „Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen“, begründete Irmgard Raum den Vorschlag, der einstimmig mit Ulrike Eyrichs Ausweitung auf alle Totalherbizide angenommen wurde.

Heuer stehen 350 000 Euro für den Straßenunterhalt zur Verfügung. Damit möchte die Stadt Maßnahmen in der Oberen Hagenstraße, im Lohweg, in der Houbirgstraße, am Hans-Sachs-Ring, bei der neuen Fackelmann-Welt und an der Zufahrt zu Feuerwehr /BRK umsetzen. Mit 460 000 Euro soll der schadhafte Abwasserkanal in der Flurstraße/Erlenstraße ausgetauscht werden.

Auch in der Kläranlage hinterließ der Sommer seine Spuren. Die Jahresabwassermenge betrug drei Millionen Kubikmeter statt wie üblich 3,5 Millionen, gab Lothar Grimm bekannt. Die zwei neuen Blockheizkraftwerke der Kläranlage produzierten 2018 480 000 Kilowatt Strom, so viel wie 120 Einfamilienhäuser in der gleichen Zeit verbrauchen.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert