Hirtenmuseum Hersbruck

Altmühltaler ließen am Hirtentag ihre Peitschen schnalzen

Die Kindinger „Fosanegl“ waren die Stargäste beim traditionellen Hersbrucker Hirtentag. | Foto: J. Ruppert2019/01/Himu1.jpg

HERSBRUCK – Mit einem richtigen Patschkonzert haben die „Fosanegl“ für sprichwörtliche Knalleffekte beim Feiertag der Viehhüter gesorgt. Einen Gegenpol zu der sechsköpfigen, bunt verkleideten Gruppe setzte ein Wüstenschiff, das die Besucher gemächlich durch den Hof des Hersbrucker Hirtenmuseums schaukelte. Bürgermeister Robert Ilg freute sich über die große Besucherschar, die dem Ruf des „Obersten“ folgte.

Der Auftakt gehörte aber einem „Dino“ des traditionellen Hirtentages: Hermann Schmitt. Nach einem launigen Prolog im O-Ton fränkisch „Grüißt euch Gott, ihr liaben Leit“ eröffnete das Urgestein mit der Ringelpeitsche die Veranstaltung schon zum 26. Mal im malerischen Eisenhüttlein vor dem Hirtenmuseum. Ihm zur Seite standen Thomas Geiger und der Kastler György Müller. Robert Vogel setzte einen melodischen Höhepunkt. Er und seine Band ließen auf dem Vogelhorn den Hersbrucker Hirtenruf erschallen.

Schon rein optisch stachen die „Fosanegl“ aus Kinding hervor. Der Namensgeber der Truppe ist eine einstige Fastnachtsfigur. Diese sollte früher im Altmühltal zum Austreiben des Winters mit lautem Peitschenknallen beitragen. Die Kostüme der besonderen Gäste bestanden aus 6000 per Hand ausgestanzten Rautenflecken, die zu Jacke und Hose zusammengeklebt und -genäht worden waren. Lindenholzmasken, Borten und Glöckchen ergänzten die Aufmachung. Die „Fosanegl“ patschten gemeinsam im Stakkatostil und ernteten stürmischen Applaus.

Optisch wie akustisch waren die Vogelhörner eine außergewöhnliche Attraktion. | Foto: J. Ruppert2019/01/Himu2a.jpg

Robert Ilg zollte auch im Namen von Landrat und Bezirkstagspräsident Armin Kroder Beifall zu der lautstarken Begrüßung des neuen Jahres. Das Stadtoberhaupt hob den Stellenwert des „Obersten“ hervor. Durch den Tag wird das Deutsche Hirtenmuseum in den Mittelpunkt gerückt. Besonders begrüßte er Dr. Daniel Hess, den neuen Leiter des Germanischen Nationalmuseums, der sein Fachwissen in Hersbruck mit einbringt.

Im und um das Hirtenmuseum lockten wieder allerlei Attraktionen: Alexander Remde spielte auf einem Dudelsack, Betty Halmich führte die Kunst des Klöppelns vor und einige Damen drehten eifrig ihre Spinnräder. Museumsleiterin Ingrid Pflaum hatte wieder etliche Stände organisiert, von Steinkunst über erlesene Seifen bis zu Kuscheligem an Frosttagen. Alt und Jung bewunderten die beiden Kamele, die zusammen mit einem Eselduo zum Reiten einluden.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert