Was steckt hinter der Idee des fairen Handels?

Aktion „Faire Tafel“

Viele denken beim Begriff „FairTrade“ an Kaffee. Doch es gibt noch mehr Köstlichkeiten aus fairem Handel, von denen man am 27. September naschen kann. Foto: Coloures-pic - Fotolia. com2014/09/5_2_1_2_20140912_FAIR.jpg

HERSBRUCK – Hersbruck hat mittlerweile zwei Vornamen: Cittaslow und Fairtrade-Town. Was es mit dem fairen Handel auf sich hat, erklären die Macher der Aktionsgruppe am Cittaslow-Tag am 27. September. Und nicht nur das: Wie gut fair schmecken kann, wird mit der „Fairen Tafel“, einem Häppchen-Buffet am Hirschbrunnen an diesem Tag ab 15 Uhr demonstriert.

Ulrike Eyrich und Christl Schäfer-Geiger sind zwei der ersten Stunde, als vor zwei Jahren Hersbruck den Titel Fairtrade Stadt erhalten hat. Nun geht es in die zweite Runde, es steht eine Re-Zertifizierung an. Dabei wird überprüft, ob die Kriterein, die eine Stadt zu einer Stadt des Fairen Handels machen, noch eingehalten werden. Eyrich und Schäfer-Geiger sind da optimistisch. Der Stadtratsbeschluss zugunsten des Fairen Handels gilt noch, das Aktionsteam – die Steuerungsgruppe – tritt immer wieder öffentlich auf und es wird in der Zeitung darüber berichtet, wie zuletzt beim Familien-Aktionstag im Mai.

Weitere Punkte: In fünf Geschäften und zwei Gaststätten müssen fair gehandelte Produkte angeboten werden. Ulrike Eyrich: „Das wird deutlich übererfüllt, gerade die Gastronomie hat einen ordentlichen Schub gemacht, so gibt es derzeit im Schwarzen Adler, der Fuchsau, auf dem Michelsberg und im „Na und“ fair gehandelte Produkte.“ Auch in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder in Kirchen bei gewissen Anlässen würden die Produkte angeboten, die dem Hersteller ein vernünftiges Einkommen garantieren sollen.

Ernsthafte Schwierigkeiten, Geschäfte für diese Idee zu begeistern, hat die Steuerungsgruppe nicht. „Es ist aber viel Arbeit, alles zu erfassen", fasst Ulrike Eyrich das Klinkenputzen in Stadtverwaltung, Schulen, Geschäften oder Kneipen zusammen.

In 150 Städten Deutschlands wird mittlerweile der faire Handel propagiert, Hersbruck war vor zwei Jahren die 100. Dennoch gibt es eine Schwierigkeit: Noch können nicht alle etwas mit der Bezeichnung anfangen. Dabei ist der Projektgruppe so wichtig, die Idee dahinter zu verbreiten: „Die Konsumenten sollen wissen: Wenn ich dieses Produkt kaufe, wird keiner mit einem Hungerlohn abgespeist; sie sollen wissen, dass Mütter von dem Lohn, den sie bekommen, ihre Kinder in die Schule schicken können. Und dass mit einem gewissen Teil des Preises auch Infrastruktur geschaffen wird wie beim Bau von Brücken oder Brunnen“, so Christl Schäfer-Geiger. Das Ziel für die Zukunft? „Dass irgendwann jedes Geschäft in Hersbruck fair gehandelte Sachen anbietet. Bei Blumen, Lebensmitteln und Textilien geht das schon, wie der Cocoyoc-Verein es ja damals angeregt hatte: Er beteilgte sich schon vor Jahren an der internationalen ,Clean Clothes -Kampagne. Bei Schuhen ist es schwieriger. Doch das Interesse der Kunden ist da", so Ulrike Eyrich.

Und nicht nur in Hersbruck: In der Metropolregion hat sich jetzt eine Initiative für eine „faire“ Metropolregion gegründet.

Christl Schäfer-Geiger: „Da versuchen wir, dabei zu sein, um Informationen zu teilen. Denn letztendlich müssen auch wir das Rad nicht immer neu erfinden – da ist Erfahrungsaustausch wichtig.“ Und so hat Bürgermeister Ilg eine Einladung an die Faire Tafel nach Schwarzenbruck geschickt, das auch Fairtrade Gemeinde werden will – zur gegenseitigen Vernetzung.

N-Land Susanne Will
Susanne Will