Drei Mal Schnitt 1,0

115 Hersbrucker feiern ihr „Abi“

Klaus Neunhoeffer und die Oberstufenbetreuer Jochen Engert und Christian Weiß-Mayer überreichten 115 Hersbrucker Gymnasiasten das Abi-Zeugnis. | Foto: J. Ruppert2018/07/IMG_7879.jpeg

HERSBRUCK – Einer mit Posaune, der Nächste mit Trompete und der Dritte mit einer Trommel: Kilian Knodt, Samuel Weiher und Franz Ertel haben bei der Abiturfeier des Paul-Pfinzing-Gymnasiums einen stürmisch beklatschten „Walk“ über den roten Teppich hingelegt. Ihr Ständchen belohnte Direktor Klaus Neunhoeffer mit der Verleihung des Abiturzeugnisses. Insgesamt haben 115 Hersbrucker Zwölftklässler den höchsten Schulabschluss geschafft.

Das Motto in der Dreifach-Sporthalle lautete „A’Bier“. Nach einem launigen „Pult weg, Bier her“ begannen Simone Eberhard und Maximilian Oschmann die Rede der Entlass-Schüler und ließen sich zwei volle Maßkrüge bringen, um einen Schluck zu nehmen. Den Weg zur Hochschulreife verglichen die beiden mit dem Reifeprozess des Gerstensaftes: Die Schüler sind der Hopfen, die Eltern das Malz, die Hefe, die den Hopfen zum Gären bringt, die Lehrer, das Wasser sind die Freunde und die Würze sind die eigenen Erfahrungen.

„Ihr habt jetzt Grundlagen, auf denen ihr aufbauen könnt“, gratulierte Klaus Neunhoeffer den Schülern. Er wies aber auch darauf hin, dass die allgemeine Lage vor dem „nächsten biografischen Schritt“ unübersichtlicher als früher ist. „Mischt Euch ein, engagiert Euch, seid neugierig, habt Vertrauen in Euch selbst“, gab Klaus Neunhoeffer in seinem Plädoyer für mehr Toleranz seinen Schützlingen mit auf den Weg.

Besonders hervorgehoben wurde das Engagement von zwei Abiturientinnen, die einen Großteil der Vorbereitungen zur Abifeier freiwillig übernommen hatten: Simone Eberhard und Laura Engelmann. Die vielen Reden frischte mit beschwingten Liedern der Abi-chor unter der Leitung von Laura Engelmann auf, die als Solistin das wehmütige Lied „Je vole“ vortrug, das von der Ablösung vom Elternhaus handelt. Besonderen Swing verlieh Alice Manceau Scalé dem Song: „Oh happy day.“

Poetry-Slam erntete großen Applaus

Zoe Steinert bereicherte die Abiturfeier mit einem Poetry Slam (ein Poesie-Wettstreit). „Mich stören an Mathe nicht die Zahlen, sondern die Buchstaben wie x, N und andere“, beklagte die Entlass-Schülerin unter dem Schmunzeln des Publikums. Anschaulich schilderte sie, wie sich eine Smartboard-Tafel in ein Objekt mit Tücken verwandelt: Bei einem Schülerreferat führte ein verkehrter USB-Anschluss zu einem spontanen Umzug in einen „passenden“ Unterrichtsraum, den aber eine verspätet auftauchende Klasse brauchte.
Begriffe aus der Jugendsprache wie „lol“ und Sprüche à la „Wo ist Heinrich Heine, wenn man ihn braucht?“ untermalten Zoe Steinerts „Slam“, der besonders großen Applaus einheimste.

Schon traditionell dominieren am PPG bei der Ehrung der Besten die Mädchen. Im 2018er-Jahrgang schafften Elisabeth Walter, Laura Engelmann und Janika Sebald alle den Traumschnitt 1,0. Oliver Vogel (Raiffeisenbank) honorierte dies mit einem Geschenk. Insgesamt kam der Jahrgang auf einen Schnitt von 2,26.
Sonderpreise (für Latein, Mint-Fächer, Physik oder/und Jugend forscht) gingen an Elisabeth Walter, Nico Ammon und Eva Brunner, Janika Sebald, Valentin Bräutigam, Monja Kiefer und Elisabeth Walter und Jonas Schubert.

Fass Bier für die kürzeste Rede

Die Moderatoren Oscar Krimm und Ismail Tuncay lobten zu Beginn ein Fass Bier für die kürzeste Rede aus. Fast hätte Landrat Armin Kroder gewonnen. „Herzlichen Glückwunsch zum Abitur – vielen Dank fürs Zuhören“, sagte er augenzwinkernd. Aber so schnell hörte er dann doch nicht auf. Bürgermeister Robert Ilg war auch als Vater einer Abiturientin da und bescheinigte allen Erfolgreichen: „Super gemacht.“ Weitere Grußworte sprachen Tanja Heidner vom Förderverein und die Elternbeiratsvorsitzende Julia Oschmann.

Die Absolventen bekamen erwartungsgemäß etliche Ratschläge mit auf den Weg, wie das Mandela-Zitat „It always seems impossible until it’s done“, von Christian Weiß-Mayer. Klaus Neunhoeffer hatte einen persönlichen Wunsch, der für das familiäre Klima an seiner Schule steht: „Vergesst Euer gutes altes PPG nicht.“
Die Feier klang mit einem Buffet im Gymnasium aus, ein Familien-Fotoshooting inbegriffen.

N-Land Jürgen Ruppert
Jürgen Ruppert