Bio-Bauer Klischewski aus Loch

Ökohof bietet regional produzierte Milchprodukte an

Rundum köstlich: Hans Klischewski präsentiert einen seiner Schnittkäse. | Foto: M. Mock2018/09/NL.jpg

HARTENSTEIN – Ein Glas frische Milch und dazu ein Holzofenbrot mit Butter und goldgelbem Schnittkäse zum Abendbrot. Köstlich! Wer jetzt Appetit bekommen hat, sollte dringend donnerstags auf dem Altdorfer Marktplatz vorbeischauen. Dort bietet Bio-Bauer Klischewski aus Loch bei Hartenstein seinen selbst produzierten Käse feil.

Die Luft flirrt über dem trockenen Gras. Es ist brüllend heiß. Klischewskis Milchkühe ziehen es vor, im Schatten ihres luftigen Laufstalls zu bleiben, statt auf die Weide zu gehen. Eine Kuh angelt mit ihrer langen Zunge nach dem riesigen Haufen Grünfutter, der auf dem Gang ihres geräumigen Stalls liegt. Alles in ihrer Reichweite ist bereits aufgefressen, nur einige Hälmchen liegen noch verstreut auf dem Boden. Hans Klischewski hilft dem gierigen Tier und schiebt den begehrten Kleeberg näher ans Gatter. Die Kuh dankt mit einem Kopfschütteln und mampft fröhlich weiter.

Ein großer Berg Salat: Kleegras, Erbsen und Wicken bilden die Hauptnahrung seiner Milchkühe. | Foto: M. Mock2018/09/NL-1.jpg

1989, als Klischewski sich mit seiner Familie dazu entschließt, den Gemischtbetrieb auf biologische Landwirtschaft umzustellen, ist er seiner Zeit weit voraus. Das ökologische Wirtschaften ist für ihn eine Gewissensfrage. „Mit den geänderten Methoden ist etwas zurückgekehrt zu uns: die Freude an der Landwirtschaft. Ökolandbau heißt die Natur beobachten. Und durch dieses Naturbeobachten kriegt man wieder einen anderen Bezug und auch die Liebe zur Natur wächst wieder. Das ist das Schöne“, sagt der Landwirt.

Klischewskis Hauptprodukt ist Käse. Sein Sohn Markus kümmert sich um den landwirtschaftlichen Teil und versorgt die 28 Milchkühe und 42 Jungrinder. Die Jungtiere aus eigener Nachzucht fühlen sich während der gesamten Vegetationsperiode auf der Weide wohl. Das Milchvieh kann zwischen Weide und Stall wählen.

Als Biobauern setzen Klischewskis bei der Futterherstellung weder Kunstdünger noch Spritzmittel ein. Klee, Wicken, Erbsen haben den Mais als Futterpflanze ersetzt. Sie sammeln Stickstoff aus der Luft und lagern ihn an den Wurzeln an. Auf diese Art bleibt der Boden fruchtbar.

Käse-Kurs sichert Existenz
Klischewskis Frau Erika, Schwiegertochter Ilse und er selbst widmen sich hauptsächlich der Käseherstellung. „Als wir auf Bio umgestellt haben, haben wir gemerkt: Unsere Milch können wir nicht vermarkten. Es gab noch keine alternativen Märkte. Wir mussten uns etwas einfallen lassen.“

Es habe sich zufällig ergeben, dass in der Nähe ein Käser einen Kurs gehalten hat. „Also haben wir angefangen, zu käsen und unsere Produkte direkt zu vermarkten“, erinnert sich Klischewski. Seit den Anfängen hat sich sein Sortiment Stück für Stück erweitert. Jeden Donnerstag bietet er auf dem Altdorfer Marktplatz Quark, Frischkäse, Weichkäse und verschiedene Sorten Schnittkäse an. Auch liefert er an den Altdorfer Bioladen „Bio am Markt“. Die Altdorfer kaufen gern beim „Käsemann“. Besonders beliebt sind Camembert und Naturjoghurt. „Da ist die Nachfrage regelrecht explodiert“, sagt Klischewski zufrieden.

Er freut sich, dass der Trend im Kaufverhalten zu mehr biologischen und regionalen Produkten geht. „Es ist schön zu sehen, dass die Menschen mehr darauf achten. Das ist unsere beste Chance, das Ruder noch herumzureißen“, sagt er.

Weitere Informationen wo es sonst noch Käse, Milch und andere Produkte direkt vom Hof gibt, finden sich unter https://direktvermarktung.nuernberger-land.de/einkaufen-beim-direktvermarkter/

N-Land Magdalena Mock
Magdalena Mock