Sonderschau im Urzeitbahnhof

Happurger Houbirg als frühes Machtzentrum

Diese Augenperlen von der Houbirg sind in der Schau zu sehen. | Foto: privat2018/04/Augenperlen.jpg

HARTMANNSHOF – Die neue Sonderausstellung im Urzeitbahnhof Hartmannshof begibt sich bis 31. Dezember auf die Spuren der Spuren der versunkenen Stadt – des frühkeltischen Machtzentrums auf der Houbirg bei Happurg.

Die Houbirg trägt zwei eindrucksvolle Denkmäler der heimischen Vorgeschichte, die Höhle „Hohler Fels“ und die vorgeschichtliche Befestigungsanlage mit dem 4,5 Kilometer langen Ringwall. Auch wenn die Houbirg bislang noch nicht das Ziel groß angelegter Ausgrabungen gewesen ist, gibt es doch eine Fülle von Aufschlüssen und Untersuchungen, aus denen sich ein Bild über Geschichte und Besiedlungsablauf des Berges über Jahrtausende hinweg rekonstruieren lässt.

Ohne zu übertreiben, lässt sich nach dem heutigen Forschungsstand feststellen, dass die Houbirg zu den bedeutendsten vor- und frühgeschichtlichen Höhensiedlungen Deutschlands gehört. Bereits ab der mittleren Altsteinzeit haben Menschen den Berg aufgesucht. Ihre Spur en fanden sich hauptsächlich in der Höhle „Hohler Fels“.Die Anwesenheit von Jägern der Mittelsteinzeit ist durch zahlreiche Steinwerkzeuge belegt. Eine ständige Besiedlung lässt sich ab der mittleren Bronzezeit nachweisen. Sie hat nicht nur die westliche Randpartie, sondern auch das Innere der Houbirghochfläche erfasst.

Die Houbirg gehört zu einem Netz von etwa 40 Höhensiedlungen der Urnenfelderzeit in Franken, von denen fünf gesichert befestigt waren. Der Nachweis einer urnenfelderzeitlichen Befestigungsmauer bei der Sicherungsgrabung 1982 am Ostwall, eine Vielzahl zeittypischer urnenfelderzeitlicher Funde und eine große Anzahl entsprechender Fundplätze im Umfeld der Houbirg zeigen, dass sich die Höhensiedlung zu einem bedeutenden Zentrum im Osten von Mittelfranken entwickelte.

Die entscheidende Rolle für die Stellung als Mittelpunktsiedlung war die herausragende verkehrspolitische Lage. Es ist anzunehmen, dass der Handel mit Zinn und Kupfer eine Rolle in der Entwicklung spielte.

Die mit reichen Beigaben ausgestatteten Urnengräberfelder an der Pegnitz bei Altensittenbach und Henfenfeld deuten auf eine wohlhabende Oberschicht. Auch der bei Etzelsdorf-Buch vergrabene Goldkegel der Urnenfelderzeit lag im Einzugsgebiet der Houbirg.

Die Sonderausstellung ist dienstags bis samstags 13.30 bis 17 Uhr sowie sonn- und feiertags 10 bis 12 Uhr und 13.30 bis 17 Uhr geöffnet. Führungen nach Anmeldung.

N-Land Hersbrucker Zeitung
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